Dienstag, 10. Oktober 2017

Xavier und andere Katastrophen ...........

Bisher sind wir ja ganz gut verschont geblieben von gruseligen Unwetter-Katastrophen - aber Xavier, der schlimme Sturm, der letzte Woche über einige Teile Deutschlands hinweggefegt war, ja, der nahm seinen Weg auch genau über unseren Ort hinweg und zog dann weiter über die Oder Richtung Polen. Sowas gruseliges hab ich selten erlebt. Er (Xavier) war ja groß in den Wettervorhersagen angekündigt gewesen, aber so wirklich ernst hatte ich die Vorhersagen nicht genommen. Noch wenige Minuten vorher hatte ich mit dem Helden in Berlin telefoniert. Er meinte noch: Du, ich mach mich gleich auf den Weg - hier ist die Hölle los, wer weiß, ob und wie ich überhaupt nach Hause komme............ich hatte erst garnicht gewußt, wovon er spricht und meinte noch ganz trocken - hier ist alles still und schönstes Wetter!
Na, da hatte ich aber die Rechnung ohne Xavier gemacht. Ich hatte kaum aufgelegt - hab noch überlegt: sicherst Du einige Töpfe draussen .......... so schnell konnte ich garnicht denken, da brach hier auch das Chaos aus. Xavier kam buchstäblich aus dem Nichts herangerast. Nein, das war nicht schön! Ich hab wirklich gedacht, das Dach hebt ab - es brüllte und pfiff der Sturm ums Haus, das war nicht feierlich. So traurig ich noch im Frühjahr gewesen war - jetzt war ich froh, dass die Weide gefällt worden war - sie wäre uns definitiv aufs Dach gekracht.
Auch die Fellträger waren ganz erschüttert - blieben immer in meiner Nähe und waren mucksmäuschen still. Immer wieder bin ich an die Fenster gegangen - hab geschaut, ob die großen Bäume bei uns auf dem Grundstück und an der Straße gegenüber noch stehen. Man hörte es scheppern, krachen, Holz zerbarst........aber auf den ersten Blick sah man nicht viel. Auch einen der alten Lebensbäume am Dorfteich hatte der Sturm zerrissen. Auch da muss man erst 2x schauen, bevor man es überhaupt wahrnimmt.



und ich weiß, auf dem Foto sieht das alles nicht besonders dramatisch aus - aber Stunden später auch bei einem Gang durch den Garten, da hat man dann gesehen, welche Verwüstungen der Sturm angerichtet hat



Die von mir heiß geliebte weiße Rosentür im Garten hat es aus der Verankerung gerissen



Große Stämme der Wallnuss waren herab gestürzt - es ist eigenartig - auf den Fotos sieht alles eher nach "pillepalle" aus - in natura sehr chaotisch. Es grenzt schon an ein Wunder, dass die Wallnuss überhaupt noch steht, denn viele ihrer Äste sind bereits aufgrund ihres hohen Alters innen hohl und morsch
 

Eine große Tanne aus Nachbars Garten lag quer über den Zaun bei uns im weißen Beet und hatte gleich auch noch eine der großen Magnolien mächtig lädiert.



Einen der uralten Birnenbäume werden wir fällen müssen und auch den Glyzinien-Apfelbaum hat Xavier niedergestreckt. DAS hat mich wirklich traurig gemacht. Diesen Baum mochte ich ganz besonders! Und er sah einfach so schön verwunschen aus - ob mit oder ohne Laub und"gehörte" einfach ins Gartenbild 




naja, von den vielen oberschenkeldicken Ästen aus Nachbars Garten mal ganz zu schweigen. Die finde ich nicht wirklich dramatisch - die werden zerlegt und geben gutes Brennholz für den Kamin. Aber nun kann man nur froh sein, dass bei uns zum Glück keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Alles andere kann man richten, reparieren oder es wächst einfach wieder nach.
Beim Apfelbaum haben wir jetzt entschieden: den lassen wir so liegen. Das Geäst gibt der Glyzinie genügend Halt, dass sie sich darin weiter durchhangeln kann und vor allem hält die umgestürzte Krone auch den Wind von den Feldern her ab,wenn wir am Feuerplatz sitzen. Wenn es uns auf die Dauer doch nicht gefallen sollte, können wir das Geäst später immer noch wegräumen. Aktuell haben wir genug zutun in den Gärten, denn auch am Ladenhaus hat es Tannen zerrissen.
 

Und so gingen, kaum dass der Sturm durch war bei uns im Dorf, die Kettensägen los. Tagelang röhrten sie durchs Dorf, denn auf fast allen Grundstücken und Straßen in der Umgebung hatte Xavier mächtigen Schaden angerichtet. Die Fellträger "ernten" mit Hingabe die heruntergefallenen Wallnüsse während auch der Held begann, die Schäden zu begutachten und vor allem zu beseitigen



und so wurde Karre um Karre nach hinten gefahren - der Abschnitt kam auf den Feuerplatz, denn soviel Abbruch kann einfach nicht auf dem Kompost verrotten



und die dickeren Zuschnitte werden sauber gestapelt, dass sie trocknen können für den Kamin. Von der umgestürzten "Dorftanne" hat mir der Held einen ordentlichen Vorrat an Abschnitt nach Hause gekarrt. Der Winter und die Weihnachtszeit kommen ja schneller als einem lieb ist - und so beginne ich jetzt, daraus Kränze und Girlanden zu binden.



die nadeln ja nicht - also sind sie auch recht haltbar. Und am Sonntag dann, ich war grad mitten im Kränze binden hinten am Feuerplatz, brach plötzlich Usca zusammen - im ersten Momant dachte ich noch, sie hat sich einen Dorn eingetreten. Sie versuchte noch, wieder aufzustehen und brach an der Hinterhand immer wieder weg. Diese Panik ist kaum zu beschreiben, die da in mir aufgestiegen ist. Der Kopf ist plötzlich ganz leer - wie ein Mantra fängt man an zu reden: alles wird gut..........das ist bestimmt nur eine Herzschwäche ............. wirst sehen, ein paar Tabletten und alles ist wieder gut ..........Du darfst nicht gehen..........sofort brachte der Held alle Fellträger ins Haus, machte das Auto startklar, raffte zusammen, was wir unbedingt brauchen würden - ich trug Usca zum Wagen. In solchen Momenten merkt man nichtmal das Gewicht auf den Armen. Man hat nur den EINEN GEDANKEN: wir brauchen Hilfe.
Also mit Vollgas in die Tierklinik - ich hinten, Uscas Kopf auf meinem Schoß ................immer wieder leise mit ihr reden ............unterwegs noch Telefonate mit der Tierklinik, dass die gleich wissen, da kommt ein Notfall. Und was kann sich so eine Fahrt ziehen - wie Kaugummi. Man hat das Gefühl, die Fahrt wird immer länger, nimmt kein Ende..............dann rein in die Klinik, sofort ins Behandlungszimmer. Untersuchungen folgen, Blutabnahme, Röntgen, Herzschall, Ultraschall -  das ganze  Programm. Es ist ein Ausschlussverfahren - Usca kann ja nicht reden. Dann die Diagnose - SCHLAGANFALL - eine Diagnose, mit der man nicht wirklich rechnet. Eher unbekannt bei Hunden , weil oft nicht erkannt. Es gibt noch etwas ähnliches: das Vestibular-Syndrom. Aber das war es zum Glück dann doch nicht. Und Glück im Unglück: Hunde können sich besser / leichter von einem Schlaganfall erholen als ein Mensch oder auch eine Katze. Wieder was gelernt, auch wenn einen das nicht wirklich tröstet in solchen Momenten. Stundenlanger Tropf / Infusionen folgten. Aber genau die haben Usca so sehr geholfen.
 

Ich kann kaum beschreiben, wie froh, wie erleichtert ich war, dass wir Usca wieder auf allen Vieren laufend mitnehmen konnten. Ist doch klar, in Gedanken "spielt" man alle Varianten durch: was ist wenn................Jetzt, 2 Tage / 48 Stunden später, geht es ihr verhältnismäßig gut. Ja, am Hinterteil ist sie noch immer etwas tatterig / wackelig. Sie schläft SEHR viel - mehr als früher. Aber ansonsten ist sie wieder gut drauf. Frisst, freut sich, wenn sie mich sieht. Und was freue ICH MICH in jedem Moment, wo ich SIE sehe.



Na, und aktuell bei diesem herbstlichen Wetter hat man / Frau genau 2 Möglichkeiten, die freie Zeit zu verbringen:
Raus in den Garten, die Fellträger bespaßen, über die Felder zu wandern oder eben bei Regen im warmen Haus sich handarbeitlich zu betätigen. Und genau das hab ich die vergangenen Tage gemacht!
 

Ich hab gehäkelt und vor allem gestrickt, bis die Nadeln qualmten - es ist nicht nur ein weiteres, diesmal gestricktes Händehandtuch aus dem Leinengarn entstanden
 

sondern ich hab mich "freestyle" auch an einen Steckschal für die Enkelprinzessin gewagt. 



Das war garnicht so einfach, denn Maße hatte ich keine - und hab als "Dummy" eine der kleinen Kinderschneiderpuppen genommen
 

Verstrickt hatte ich die wool/cotton blend - DARK CREAM Altweiss von JEANNE D'ARC LIVING im 2rechts/2links-Rippstrick-Muster und die "Borte / Spitze" an den Enden hatte ich aus  100% Wolle Garn - light cream / wollweiß von JEANNE D'ARC LIVING angehäkelt. Ein wenig "Muffensausen" hatte ich ja schon, ob der Schal unserer Tochter für die Enkelprinzessin gefallen würde. Ich hab mich heute riesig über das "ist-im-Einsatz-Foto" gefreut. Der Schal wurde für "gut" befunden!



Und so sitze ich aktuell an einem weiteren "Projekt" aus Mohair Tweed - SOFT LINEN LODEN von JEANNE D'ARC LIVING. Ich komme gut / schnell voran, da ich mit 4er Nadeln stricke.



Ja, es macht WIRKLICH Spaß, diese Wolle auszuprobieren. Das hatte ich so nicht erwartet! Alle neuen Wollen und Garne sind bereits eingestellt im ONLINESHOP - wer mal schauen möchte KLICKT HIER . 
 


Ich wünsche Euch allen eine gute Woche - paßt gut auf Euch auf und vor allem, macht es Euch schön! - Eure Jacqueline 

Kommentare:

  1. Es ist schon erschreckend, was so ein Sturm (manchmal auch recht lokal) anrichten kann - und ihr hattet ja so einige Schäden! Zum Glück ist dabei Euch und den Tieren nichts passiert! Zum Glück erholt sich die Natur oft erstaunlich gut wieder. Zum Glück auch konnte Usca so schnell geholfen werden. Schlaganfälle können wohl alle Tiere erleiden... Bei Katzen habe ich definitiv schon davon gehört und das ist gar nicht schön. Gut, dass sich Usca schon recht stark wieder erholt. Liebe Grüsse, Miuh

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  2. Alles Gute für Usca! Ich arbeite bei einem Tierarzt und so sehr ich Tiere liebe, manchmal macht mich das ganze Elend so traurig. Die armen Fellnasen, sie können uns nicht sagen, was ihnen fehlt.

    Manchmal lese ich die Posts hier und frage mich, was manche Leute so in 24 Stunden hinein packen können 🙈 mal so nebenbei einen Schal stricken, den Garten in Ordnung bringen, und das alles neben der Arbeit und dem Haushalt. Ich gehe gerne mit den Hunden, aber von genießen ist da keine Rede. Die Gedanken sind immer schon einen Schritt weiter. Umsomehr genieße ich es, den Blog zu lesen und freue mich über die wunderschönen Fotos. Liebe Grüße!

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    1. ja, was so in 24 Stunden paßt, da staune ich auch immer wieder. Allerdings bin ich auch tatsächlich den ganzen Tag in Bewegung - einen Liegestuhl seheich dann eher selten. Man darf auch nicht vergessen, ich hab keine stundenlangen Arbeitswege. Also viel Zeit, wasich täglich für anderes nutzen kann. Auch koche ich keine großen Menues - auch Zeit, die ich für andere Dinge nutzen kann. UND ich hab hier heute z.B. über fast eine ganze Woche berichtet. Wenn ich so zurückdenke, finde ich, dass ich heutzutage eher weniger schaffe als noch vor ein paar Jahren.
      Und ja, wenn die Fellträger krank sind, würde ich mir sehr wünschen, sie könnten reden. Aber ich denke auch: die schlimmen Erlebnisse, die würde ich nicht verkraften, wenn sie erzählen könnten. Und Hut ab vor dem Job, ich glaube, er würde mich oft sehr traurig machen.......

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  3. Gott sei Dank seid Ihr noch einmal mit einem dunkelblauen Auge davon gekommen. Bei der Baumpracht im Garten wage ich mit gar nicht auszudenken, was noch hätte passieren können. Gut, dass Ihr alle im Haus ward.
    Und dann die bangen Stunden wegen Usca. Wie schön, dass es dem tapferen Mädchen wieder besser geht. Ich hoffe, sie erholt sich weiterhin. Liebe Grüße, Natalie

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  4. Liebe Jaqueline,
    mir sind gerade massenhaft Tränen gelaufen, als ich nochmal deine Beschreibung der bangen Stunden gelesen habe. Ich bin so froh, dass es Usca schon wieder so gut geht. Genieße die Zeit mit der weißen Seele und pass gut auf sie auf! ( Macht keiner besser, als Du. Weiß ich doch. )
    Alles Liebe
    Nadine

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  5. Oh je liebe Jaqui,
    gleich so viele Katastrophen, Xavier hätte alleine doch schon gereicht. Die arme alte Usca, gute Besserung für die arme, wir hatten mal bei einer Katze einen Schlaganfall, das war auch ein Drama und daher weiß ich was das für ein Schock ist, ich hoffe, Usca erholt sich gut davon, Sarah hatte damals nur eine Kopfschiefhaltung davon übrig behalten, damit konnte sie ganz gut leben. Und dieses Unwetter, ich hab es in den Nachrichten gesehen was da bei euch los war, schrecklich, zum Glück hat weder Mensch noch Tier bei dir Schaden erlitten. Alles Gute und passt gut auf euch auf.
    Alles Liebe vom Reserl fühlt euch gedrückt

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  6. Ach noch was vergessen, vor lauter Dramen hätte ich fast vergessen die tolle Handarbeiten zu loben, wunderschön, der Schal ist der Hammer und das Tuch und auch das was du auf der Nadel hast, superschön schaut das alles aus, alles Liebe nochmals vom Reserl

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  7. Ach Du liebe Zeit, Jacqui, da haste was mitgemacht! Bei uns hat sich der Sturm die Nachbarstraße vorgenommen, ich bekam wenig mit und staunte dann nicht schlecht...
    Und dann Usca, mir wäre erst mal alles weggeblieben! Es kommt immer alles auf einmal, ne? Wilde Energien, die dann unterwegs sind.
    Alles alles Gute für euch, nun ist hoffentlich erst mal ne laaaange Zeit gut! Aber Du hast gleich "gewerkelt", das ist prima, so federt man doch einiges ab und erdet sich, finde ich...
    Ganz lieben Drücker, Deine Méa, einhändig, da Hobbit auf mir schnurrt und den anderen Arm "besetzt" ;)

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  8. Auweia, wa sind das denn für Geschichten?! Zunächst einmal drücke ich für Usca ganz fest die Daumen, das sie sich gut erholt und wieder zu Kräften kommt. Ich wusste wie du auch gar nicht, dass auch Tiere einen Schlaganfall bekommen können. Schlimm!
    Von dem Sturm habe ich viel in den Nachrichten gesehen, mein Mann war zu dieser Zeit zu Tagungen in Berlin und hat mir erzählt wie schlimm es dort war. Was für Verwüstungen, wie du schon schreibst: es kommt so schnell das kaum noch Zeit zum Reagieren bleibt. Das sind höhere Gewalten, darauf haben wir keinen Einfluss und werden ihn wahrscheinlich nie haben. Du kannst wirklich froh sein, das niemand dabei verletzt wurde. Alles andere ist ersetzbar.
    Ich kann mich an eine Ferienkate an der Ostsee erinnern. Da hatten wir im garten einen umgeknickten Apfelbaum liegen. Er trug tatsächlich wieder ein paar Früchte und es sah herrlich aus, weil er schon so ein bisschen verwittert war. Ja, lass ihn so liegen, es kann spannend mit ihm richtig schön spannend werden ;o)
    Superschön wieder deine Handarbeiten, auch der Schal für die Prinzessin. Ich finde es so liebenswert und emphatisch von dir, dass du die Enkelkinder nicht zeigst und sie schützt. Ich musste dir das unbedingt noch sagen. Dir alles Liebe und vielen Dank für deine Besuche bei mir, ich freue mich! Drücker von Meisje

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