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Sonntag, 29. Oktober 2017

Winterengel

Bevor ich Euch zeigen möchte, was ich in den letzten Tagen hier "gebaut" hab, möchte ich zu den vielen Kommentare, Mails usw. hier im Blog und auf auf FB ein paar Worte sagen:
JEDEN EINZELNEN Kommentar, Mail, etc. zu Usca hab ich gelesen und ist mir und auch meinem Mann / Helden sehr nahe gegangen. Und JA - sie haben viel Trost gespendet! Noch vergeht kaum eine Stunde, wo ich nicht an Usca denke - wo mir bei der kleinsten Erinnerung die Tränen in die Augen schiessen. Es hat mir im wahrsten Sinn die Füße weggehauen!



Wenn ich aber manchen Kommentar gelesen hab, dass Ihr Angst um kranke Kinder habt oder sogar Kinder von Euch gegangen sind...........ich verneige mich vor Euch, wie Ihr die Kraft aufbringt, damit umzugehen und uns noch Trost zusprechen könnt. Ich hätte Euch gerne dankbar in den Arm genommen - DANKE!



Und ich finde, das Thema WINTERENGEL paßt eigentlich ganz gut dazu!



Übers Jahr hatte ich mir ganz fest vorgenommen: zur Winterzeit möchte ich mich auch mal an solch einem Engel versuchen. Diese Engel sind also kein GEistesblitz von mir - ich hab sie nur auf meine Art "interpretiert". Vor allem sollte es kein Weihnachtsengel werden sondern ein Engel, der auch bis ins zeitige Frühjahr dann stehen bleiben kann!
Den ersten Winterengel hatte ich bereits Anfang der Woche begonnen. Das Wetter war noch mild - ich konnte also gut im Hof arbeiten. Als Grundlage diente mir eine alte Schneiderpuppe, die ich zuerst in einem Leinenton angemalt hab. Ihre Originalfarbe war blau gewesen - ging für mich zum Winterthema garnicht. Sie bekam zuerst einen "Rock" aus Lärchenzweigen, Ranken vom Silberblatt und blattlosem Ginster umgebunden.



Die "Korsage" bilden Zweige vom Lebensbaum. Und dieser Winterengel "wohnt" nun im Eingangsbereich / Wintergarten vom Ladenhaus



Es grenzt eigentlich an ein Wunder, dass ich die üppige "Dame" überhaupt heile vom Wohnhaus zum Ladenhaus hinüberbugsiert bekommen hab.
Was mich ungemein gefreut hatte: von einem Mädel aus FB hab ich am Freitag ein ganz liebes Geschenk bekommen: Hopfen! Bei uns wächst ja wirklich so einiges im Garten - aber Hopfen gehört da leider nicht dazu................und so kam ein Päckchen mit frischem Hopfen, der nun einen Ehrenplatz über der Eingangstür bekommen hat (Sie möchte nicht genannt werden!)



Kleine abgebrochen Teile wurden in vorhandene Deko mit eingebaut
 

Der 2. Winterengel ist am Freitag entstanden, denn ich konnte ohnehin kaum klare Gedanken fassen. Normales Arbeiten UNMÖGLICH - und einen Schneiderpuppen-Rohling hatte ich auch noch im Fundus. Der bekam am Styrophorkörper den gleichen leinenfarbenen Anstrich und dann ging es los:
Zuunterst lange Zweige vom Lebensbaum - darüber trockne Zweige von Tanne (für die Fülle vom Rock)
 

und zuoberst die Lärchenzweige.
 

Auf dem folgenden Foto kann man ganz gut sehen, wie die Zweige in Hüfthöhe angebunden sind:
 

Da das Wetter ziemlich fies draussen war, hab ich diesmal im warmen Wohnzimmer gearbeitet und entstprechend wüst sah es dort dann auch aus. Zur "Untermalung" die Musikanlage laut bis zum Anschlag.  Das mach ich immer, wenn ich nicht "denken" will...........



Dann musste ich aber doch raus in das fiese Wetter - Moos fehlte noch. Und wir haben ja einige Bereich im Garten / Rasen, die eher einem Waldboden als einem Rasen ähneln. Ein Tip: nehmt möglichst große Moosplatten - das erleichtert die Arbeit ungemein!



Ja, und dann wurde Moosplatte um Platte mit feinem Draht an den Oberkörper gebunden



Als letzter Handgriff kam noch eine Girlande aus verblüten Hortensien als Abschluß über die Brust - FERTIG



Anfangs hatte ich mich noch über die Flecken auf der Puppe geärgert, denn diese Arbeit macht ja schmutzige Hände - aber im nachhinein dann wirkt es eher schon, als "müsste" das so sein. Sozusagen "Altersspuren"
 

Nur die Flügel hab ich erst im Laden dann umgebunden
 

Die ersten Fotos sind noch sofort im Wohnzimmer entstanden



Inzwischen steht die Dame im Eingangsraum vom Ladenhaus und damit sie nochmehr wirken kann, als würde sie gerade "landen", steht sie auf einem Hocker



Jetzt natürlich MIT ihren Flügeln - es sind Flügel im Vintagelook von JDL, also nicht alt, auch wenn man das glauben könnte, wenn man sie anschaut



hier noch ein paar weitere Ansichten:






Als "Nebenprodukt" sind noch ein paar einfache Windlichter entstanden - die Wirkung hat mich verblüfft:



Wenn man im Weckglas dann die Kerzen anzündet, wirken die Girlanden wie aus mürber Spitze geklöppelt - keinesfalls aber kitschig. Dazu werden einfach nur einzelne Hortensienblüten-Büschel auf einen feinen Draht gebunden und die Girlanden am Glasrand dann festgebunden - FERTIG. Kleiner Aufwand - GROSSE Wirkung!



Eines möchte ich zum Schluss noch sagen: schön, dass Ihr da seid - dass es Euch gibt und Ihr so "treu" diesen Blog verfolgt und teilhabt an unserem Leben und Tun!



Paßt gut auf Euch und Eure Lieben auf
 

und kommt morgen gut in die neue Woche - Eure Jacqueline



Dienstag, 10. Oktober 2017

Xavier und andere Katastrophen ...........

Bisher sind wir ja ganz gut verschont geblieben von gruseligen Unwetter-Katastrophen - aber Xavier, der schlimme Sturm, der letzte Woche über einige Teile Deutschlands hinweggefegt war, ja, der nahm seinen Weg auch genau über unseren Ort hinweg und zog dann weiter über die Oder Richtung Polen. Sowas gruseliges hab ich selten erlebt. Er (Xavier) war ja groß in den Wettervorhersagen angekündigt gewesen, aber so wirklich ernst hatte ich die Vorhersagen nicht genommen. Noch wenige Minuten vorher hatte ich mit dem Helden in Berlin telefoniert. Er meinte noch: Du, ich mach mich gleich auf den Weg - hier ist die Hölle los, wer weiß, ob und wie ich überhaupt nach Hause komme............ich hatte erst garnicht gewußt, wovon er spricht und meinte noch ganz trocken - hier ist alles still und schönstes Wetter!
Na, da hatte ich aber die Rechnung ohne Xavier gemacht. Ich hatte kaum aufgelegt - hab noch überlegt: sicherst Du einige Töpfe draussen .......... so schnell konnte ich garnicht denken, da brach hier auch das Chaos aus. Xavier kam buchstäblich aus dem Nichts herangerast. Nein, das war nicht schön! Ich hab wirklich gedacht, das Dach hebt ab - es brüllte und pfiff der Sturm ums Haus, das war nicht feierlich. So traurig ich noch im Frühjahr gewesen war - jetzt war ich froh, dass die Weide gefällt worden war - sie wäre uns definitiv aufs Dach gekracht.
Auch die Fellträger waren ganz erschüttert - blieben immer in meiner Nähe und waren mucksmäuschen still. Immer wieder bin ich an die Fenster gegangen - hab geschaut, ob die großen Bäume bei uns auf dem Grundstück und an der Straße gegenüber noch stehen. Man hörte es scheppern, krachen, Holz zerbarst........aber auf den ersten Blick sah man nicht viel. Auch einen der alten Lebensbäume am Dorfteich hatte der Sturm zerrissen. Auch da muss man erst 2x schauen, bevor man es überhaupt wahrnimmt.



und ich weiß, auf dem Foto sieht das alles nicht besonders dramatisch aus - aber Stunden später auch bei einem Gang durch den Garten, da hat man dann gesehen, welche Verwüstungen der Sturm angerichtet hat



Die von mir heiß geliebte weiße Rosentür im Garten hat es aus der Verankerung gerissen



Große Stämme der Wallnuss waren herab gestürzt - es ist eigenartig - auf den Fotos sieht alles eher nach "pillepalle" aus - in natura sehr chaotisch. Es grenzt schon an ein Wunder, dass die Wallnuss überhaupt noch steht, denn viele ihrer Äste sind bereits aufgrund ihres hohen Alters innen hohl und morsch
 

Eine große Tanne aus Nachbars Garten lag quer über den Zaun bei uns im weißen Beet und hatte gleich auch noch eine der großen Magnolien mächtig lädiert.



Einen der uralten Birnenbäume werden wir fällen müssen und auch den Glyzinien-Apfelbaum hat Xavier niedergestreckt. DAS hat mich wirklich traurig gemacht. Diesen Baum mochte ich ganz besonders! Und er sah einfach so schön verwunschen aus - ob mit oder ohne Laub und"gehörte" einfach ins Gartenbild 




naja, von den vielen oberschenkeldicken Ästen aus Nachbars Garten mal ganz zu schweigen. Die finde ich nicht wirklich dramatisch - die werden zerlegt und geben gutes Brennholz für den Kamin. Aber nun kann man nur froh sein, dass bei uns zum Glück keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Alles andere kann man richten, reparieren oder es wächst einfach wieder nach.
Beim Apfelbaum haben wir jetzt entschieden: den lassen wir so liegen. Das Geäst gibt der Glyzinie genügend Halt, dass sie sich darin weiter durchhangeln kann und vor allem hält die umgestürzte Krone auch den Wind von den Feldern her ab,wenn wir am Feuerplatz sitzen. Wenn es uns auf die Dauer doch nicht gefallen sollte, können wir das Geäst später immer noch wegräumen. Aktuell haben wir genug zutun in den Gärten, denn auch am Ladenhaus hat es Tannen zerrissen.
 

Und so gingen, kaum dass der Sturm durch war bei uns im Dorf, die Kettensägen los. Tagelang röhrten sie durchs Dorf, denn auf fast allen Grundstücken und Straßen in der Umgebung hatte Xavier mächtigen Schaden angerichtet. Die Fellträger "ernten" mit Hingabe die heruntergefallenen Wallnüsse während auch der Held begann, die Schäden zu begutachten und vor allem zu beseitigen



und so wurde Karre um Karre nach hinten gefahren - der Abschnitt kam auf den Feuerplatz, denn soviel Abbruch kann einfach nicht auf dem Kompost verrotten



und die dickeren Zuschnitte werden sauber gestapelt, dass sie trocknen können für den Kamin. Von der umgestürzten "Dorftanne" hat mir der Held einen ordentlichen Vorrat an Abschnitt nach Hause gekarrt. Der Winter und die Weihnachtszeit kommen ja schneller als einem lieb ist - und so beginne ich jetzt, daraus Kränze und Girlanden zu binden.



die nadeln ja nicht - also sind sie auch recht haltbar. Und am Sonntag dann, ich war grad mitten im Kränze binden hinten am Feuerplatz, brach plötzlich Usca zusammen - im ersten Momant dachte ich noch, sie hat sich einen Dorn eingetreten. Sie versuchte noch, wieder aufzustehen und brach an der Hinterhand immer wieder weg. Diese Panik ist kaum zu beschreiben, die da in mir aufgestiegen ist. Der Kopf ist plötzlich ganz leer - wie ein Mantra fängt man an zu reden: alles wird gut..........das ist bestimmt nur eine Herzschwäche ............. wirst sehen, ein paar Tabletten und alles ist wieder gut ..........Du darfst nicht gehen..........sofort brachte der Held alle Fellträger ins Haus, machte das Auto startklar, raffte zusammen, was wir unbedingt brauchen würden - ich trug Usca zum Wagen. In solchen Momenten merkt man nichtmal das Gewicht auf den Armen. Man hat nur den EINEN GEDANKEN: wir brauchen Hilfe.
Also mit Vollgas in die Tierklinik - ich hinten, Uscas Kopf auf meinem Schoß ................immer wieder leise mit ihr reden ............unterwegs noch Telefonate mit der Tierklinik, dass die gleich wissen, da kommt ein Notfall. Und was kann sich so eine Fahrt ziehen - wie Kaugummi. Man hat das Gefühl, die Fahrt wird immer länger, nimmt kein Ende..............dann rein in die Klinik, sofort ins Behandlungszimmer. Untersuchungen folgen, Blutabnahme, Röntgen, Herzschall, Ultraschall -  das ganze  Programm. Es ist ein Ausschlussverfahren - Usca kann ja nicht reden. Dann die Diagnose - SCHLAGANFALL - eine Diagnose, mit der man nicht wirklich rechnet. Eher unbekannt bei Hunden , weil oft nicht erkannt. Es gibt noch etwas ähnliches: das Vestibular-Syndrom. Aber das war es zum Glück dann doch nicht. Und Glück im Unglück: Hunde können sich besser / leichter von einem Schlaganfall erholen als ein Mensch oder auch eine Katze. Wieder was gelernt, auch wenn einen das nicht wirklich tröstet in solchen Momenten. Stundenlanger Tropf / Infusionen folgten. Aber genau die haben Usca so sehr geholfen.
 

Ich kann kaum beschreiben, wie froh, wie erleichtert ich war, dass wir Usca wieder auf allen Vieren laufend mitnehmen konnten. Ist doch klar, in Gedanken "spielt" man alle Varianten durch: was ist wenn................Jetzt, 2 Tage / 48 Stunden später, geht es ihr verhältnismäßig gut. Ja, am Hinterteil ist sie noch immer etwas tatterig / wackelig. Sie schläft SEHR viel - mehr als früher. Aber ansonsten ist sie wieder gut drauf. Frisst, freut sich, wenn sie mich sieht. Und was freue ICH MICH in jedem Moment, wo ich SIE sehe.



Na, und aktuell bei diesem herbstlichen Wetter hat man / Frau genau 2 Möglichkeiten, die freie Zeit zu verbringen:
Raus in den Garten, die Fellträger bespaßen, über die Felder zu wandern oder eben bei Regen im warmen Haus sich handarbeitlich zu betätigen. Und genau das hab ich die vergangenen Tage gemacht!
 

Ich hab gehäkelt und vor allem gestrickt, bis die Nadeln qualmten - es ist nicht nur ein weiteres, diesmal gestricktes Händehandtuch aus dem Leinengarn entstanden
 

sondern ich hab mich "freestyle" auch an einen Steckschal für die Enkelprinzessin gewagt. 



Das war garnicht so einfach, denn Maße hatte ich keine - und hab als "Dummy" eine der kleinen Kinderschneiderpuppen genommen
 

Verstrickt hatte ich die wool/cotton blend - DARK CREAM Altweiss von JEANNE D'ARC LIVING im 2rechts/2links-Rippstrick-Muster und die "Borte / Spitze" an den Enden hatte ich aus  100% Wolle Garn - light cream / wollweiß von JEANNE D'ARC LIVING angehäkelt. Ein wenig "Muffensausen" hatte ich ja schon, ob der Schal unserer Tochter für die Enkelprinzessin gefallen würde. Ich hab mich heute riesig über das "ist-im-Einsatz-Foto" gefreut. Der Schal wurde für "gut" befunden!



Und so sitze ich aktuell an einem weiteren "Projekt" aus Mohair Tweed - SOFT LINEN LODEN von JEANNE D'ARC LIVING. Ich komme gut / schnell voran, da ich mit 4er Nadeln stricke.



Ja, es macht WIRKLICH Spaß, diese Wolle auszuprobieren. Das hatte ich so nicht erwartet! Alle neuen Wollen und Garne sind bereits eingestellt im ONLINESHOP - wer mal schauen möchte KLICKT HIER . 
 


Ich wünsche Euch allen eine gute Woche - paßt gut auf Euch auf und vor allem, macht es Euch schön! - Eure Jacqueline 

Freitag, 7. Oktober 2016

Usca in Berlin - von einer Sekunde zur anderen ist nichts mehr wie es war.........

Am letzten Samstag war die Welt noch in Ordnung................



............Unser großes Kind ist ganz frisch aus seiner "Junggesellenbude" aus- und mit seinem Herzensmädchen zusammengezogen. Und so stand diese Wohnung wieder leer. Für mich hat diese Wohnung eine ganz besondere Bedeutung - war sie doch früher mein Büro in dem Haus in Berlin, in dem wir gewohnt haben, bevor wir hier aufs Land gezogen sind. Und so war für uns klar, zieht das große Kind aus, dann werden wir diese Wohnung für uns wieder herrichten - sozusagen als unser "2. Standbein" in Berlin.
Und letzten Samstag nun war es soweit - die ersten Möbel kamen nach Berlin, das Auto und Hänger wurden beladen mit Renovierungsmaterial, ersten kleinen Möbeln, Geschirr usw. und nach Ladenschluß ging es mittags nach Berlin. Es ist eine kleine Wohnung - 34 qm: 1 Zimmer, Küche, Flur, Bad, mit einer wunderschönen großen Terrasse - rundum grün in "gutbürgerlicher" Wohnlage im Südwesten von Berlin...........



..........Den Knöterich hatte ich vor 10 Jahren gepflanzt - inzwischen ist er ein toller Sichtschutz zu den Nachbarn und zur Straße...............



.......die ersten Arbeiten konnten beginnen - viele Ideen zur Wohnung, wie alles werden könnte, sind in meinem Kopf. Wir freuten uns auf die neue Aufgabe - die Welt war für uns "rund". Mit Feuereifer haben wir begonnen, die alte Küche auszubauen - ich "amüsierte" mich mit Tapeten ablösen. Abends konnten wir sagen: ein wenig was ist geschafft!...........
 

.................Sonntag dann sind wir ganz früh wieder nach Berlin, denn wir wollten das lange Wochenende gut nutzen. Wir haben ja (fast) immer ein oder zwei Fellträger dabei - diesmal durften die beiden Schäfermädchen Lora und Usca mit. Alles war ganz normal. Alles, was abgebaut wurde, kam raus auf den Hänger oder runter in den Keller.........


......jeder von uns war in seine Arbeit vertieft und wir kamen gut voran. Plötzlich meinte der Held: WO IST DENN USCA? Ich: na, die wird auf der Terrasse sein, da war sie eben noch und hat mir aus der Tür hier bei der Arbeit zugesehen..........DA IST SIE ABER NICHT...........na, so groß ist die Wohnung ja nicht..........SIE IST NICHT DA!!!!!!!!!!!
Und plötzlich ist nichts mehr, wie es Sekunden vorher war! - Der Hausflur wurde abgesucht, der Keller wurde abgesucht. Und dann machten wir uns auf die Suche rund ums Haus - NICHT - KEINE USCA - alles rufen half nichts und es dämmerte bereits. Diesen Schreck, diese Angst kann man kaum beschreiben - trotzdem blieben wir noch ruhig - na, weit konnte sie doch nicht sein ?!? Bis tief in die Nacht sind wir getrennt voneinander durch die Straßen gelaufen - haben immer weitere Kreise gezogen, haben jeden Passanten angesprochen, gefragt ob er einen schwarzen alten Schäferhund gesehen hat - NICHTS. Jedes Mofa, das man aus der Entfernung geparkt sieht, jede Lichtspiegelung, die man bemerkt, jeder noch so kleine Schatten - man denkt: DAS IST SIE, rennt los, kommt an und es war nur eine "Fatamorgana"........Ich hätte es niemals für möglich gehalten - aber man ist plötzlich in einem Albtraum, aus dem man einfach nicht mehr wach wird. Wir haben als erstes bei der Polizei noch nachgefragt, ob jemand einen verlassenen Schäferhund gesehen hat - natürlich NICHTS. Irgendwann in der Nacht mussten wir nach Hause - die anderen Fellträger waren ja auch noch da - ich wollte auch eine Internetsuche starten - das ging nicht via Handy, denn alle Bilder von Usca waren ja auf dem Rechner im Büro.
Ich suchte "typische" Fotos von Usca heraus, auf denen sie gut zu erkennen war und schrieb einen "Steckbrief":
KATASTROPHE - bitte lesen und TEILEN! USCA, unsere schwarze Schäferhündin ist VERSCHWUNDEN / vermißt in BERLIN! Seit 01.10.2016 ca. 18 Uhr suchen wir verzweifelt unsere alte USCA - entlaufen in Berlin Halensee / Grunewald PLZ 14193
Wie sie aus der Wohnung entwischen konnte ist uns ein absolutes Rätsel. Oder ein ungewohntes Geräusch hat ihr Angst gemacht und sie ist über die Terrassenbrüstung im Hochpaterre gesprungen. Plötzich war sie weg. Der blanke Horror.
Wer also Usca gesehen hat, bitte meldet Euch bei uns - ich hab eine Höllenangst um sie.
Sie ist etwa 55 cm hoch und ca. 33/35 kg schwer und schlank
schwarz in Gesicht, Rücken und Rute - Bauch und Beine rehbraun
Sie ist scheu / reserviert fremden Menschen gegenüber, hat Angst vor metallischen Geräuschen und hastigen Bewegungen, trägt ein schwarzes Lederzug-Halsband, hat einen eleganten Gang und Stehohren und ist auch GECHIPPT!
Bitte teilt es UNBEDINGT - VOR ALLEM IM GROSSRAUM BERLIN
wir sind rund um die Uhr erreichbar unter
0176 - 642 67 706 Jacqueline Von Heckel-Donner
0176 - 642 67 708 Frank Donner
Mail: zuluberlin@gmx.de
USCA ist bei TASSO registriert


was soll ich sagen - es begann eine beispiellose Suchaktion - innerhalb kürzester Zeit begannen die Menschen auf Facebook die Suche nach Usca zuteilen. Wirhaben eine Welle der Hilfe erfahren, die wir niemals für möglich gehalten hätten. Wir bekamen sehr wertvolle Tips, auf die wir selbst im Leben niemals gekommen wären - sie wurde in FB-Gruppen geteilt, von denen hatte ich noch nie gehört. Warum auch - wir hatten ja auch noch nie einen Hund verloren..........mehrmals am Tag riefen wir bei der Polizei an und fragten nach, TASSO wurde informiert. Suchzettel wurden gedruckt und wir fuhren durch die Gegend, hingen die Zettel auf, verteilten sie an alle möglichen Passanten, die uns über den Weg liefen. Die Kinder und meine Eltern waren sofort zur Stelle und halfen bei der Suche mit - wir funktionierten nur noch wie die Roboter. Die Stunden gingen vorüber - man hat keinen Hunger, keinen Durst, merkt nicht, wie die Füße vom vielen laufen schmerzen. Regen setzte ein - Fluch und Segen zugleich: klar wurde Usca naß aber sie konnte auch Pfützen finden - also konnte sie zumindest nicht verdursten. Kopfkino beginnt: ist sie in einen Keller gelaufen oder gefallen, kommt sie vielleicht nicht mehr raus? Hat sie jemand mitgenommen? - kann eigentlich nicht sein, denn dafür ist sie Fremden gegenüber zu scheu. Lebt sie noch, oder liegt sie angefahren am Straßenrand?  Ein so großer auffälliger Hund verschwindet doch nicht einfach.............WARUM gibt es keine SICHTUNG? ................jedes Telefonklingeln Gänsehaut pur: ruft jemand an und hat Usca gesehen?..........der Tag ging vorüber und völlig erschöpft fuhren wir wieder nach Hause. Der Kopf leer und gleichzeitig kreisen die Gedanken. Selbstvorwürfe steigen hoch, Selbstzweifel machen sich breit: haben wir wirklich alles getan - haben wir was vergessen, was die Suche zum Erfolg bringen könnte? ..................die Gedanken drehen sich im Kreis............man schläft ein und wacht kurz danach wieder auf - der erste Gedanke: Usca..........man geht am leeren Korb vorbei, die Tränen schiessen wieder in die Augen, die Brust wird eng, man möchte aus diesem Albtraum aufwachen und merkt: man ist wach...........

DANN kommen die ersten unseriösen Nachrichten, die aber irrationale Hoffnungen wecken und sich wie Zecken im Kopf festsetzen: ich hab mit einer Tierkommunikatorin gesprochen, NEIN, sie ist KEIN Scharlatan - sie hat da was "gesehen"..........ein großer Parkplatz, Büsche drumherum, Usca hat sich verkrochen und kommt nur nachts heraus..............man zermartert sich den Kopf - WO kann das sein. Ja das Nachbargrundstück, das ist genau so angelegt - zum 28. mal läuft man das Grundstück ab, ruft, sucht, schaut, hofft, NICHTS
DANN kommt folgende Nachricht und das Herz bleibt einen Moment beim Lesen stehen (was wohl auch beabsichtigt war?!?) :
  • Vielleicht ist es verrückt, aber haltet bitte mal Ausschau nach einem alten Haus mit Allee? grün drum herum, rechts Scheune ? Uska könnte dort im Keller sein und nicht mehr rauskommen. Ich denk sie ist verzweifelt und hat Durst und Hunger. Weiß nicht ob es was hilft aber ich musste es schreiben. Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr sie findet!
  • Jacqueline Von Heckel-Donner
    04.10.2016 12:37
    Jacqueline Von Heckel-Donner

    solche Häuser gibt es in dieser Gegend leider nicht................
    danke!
  • Jacqueline Von Heckel-Donner
    04.10.2016 14:01
    Jacqueline Von Heckel-Donner

    ...., wenn Du das geträumt hast oder ich weiß wie, gibt es dann keine bessere Beschreibung - Ortsangabe oder was auch immer? ich gebe zu, mir geht Deine Nachricht nicht aus dem Kopf - nur, wo sollen wir denn suchen - alleine der Bezirk Grunewald ist riesig.
  • 04.10.2016 15:00
    .........

    Ein genaueres Bild hab ich nicht. Wenn mir noch was einfallen sollte melde ich mich sofort. Es tut mir so leid!

(die "Dame" hat sich übrigens nicht nochmals gemeldet..........eine "Dame" der ich solch eine Nachricht niemals zugetraut hätte!)
..........man sitzt da, studiert TanteGoogle rauf und runter - an arbeiten, klar denken, sinnvolles suchen ist nicht zu denken.......aber ziellos durch eine Millionenstadt laufen ohne jeglichen Anhaltspunkt bringt auch nichts, endlose Telefonate mit Tierheimen, Tiersammelstellen, Tierfängern oder solchen, die sich dafür halten..........wieder Nachfragen bei den Polizeidienststellen, usw............Immer wieder schaut man in FB - gibt es was neues - hat jemand irgendwas gesehen? DANN: DIE ERSTE SICHTUNG - ein wahres Glücksgefühl - man rast zu dem angegebenen Ort, es ist bereits später Nachmittag, steigt aus, sucht und ruft bis man kaum noch eine Stimme hat.....die Stimme bricht - oft kann man vor Tränen kaum noch was sehen. ..........NICHTS...........wieder Fleyer verteilen, an sichtbaren Stellen anbringen - wieder wird es dunkel ..........wieder fährt man nach Hause ..............wieder eine Nacht, in der an Schlaf nicht wirklich zu denken ist, morgens um 7 Uhr schrillt das Telefon - endlich wieder eine SERIÖSE tatsächliche SICHTUNG - eine SICHTUNG, von der man tatsächlich ausgehen kann, dass was dran ist ...........rein ins Auto, Berufsverkehr, man kommt an, springt aus dem Auto - wieder hastet man durch die Straßen, Parks, spricht die Menschen an, zieht seine Kreise - NICHTS. Man wird so mutlos, verzweifelt, es ist eine Achterbahn der Gefühle - und immer hat man das Bild vor Augen, wie Usca irgendwo ganz verlassen und einsam sitzt oder liegt - wie geht es ihr? Wie muss sie sich wohl fühlen?????? Man studiert wieder und wieder die Straßenkarte - ganz oldschool die gute alte Straßenkarte aus Papier und bemerkt: Usca scheint nicht mehr weiter weg zulaufen sondern umgedreht zu haben. Schon alleine diese Erkenntnis läßt dann hoffen, bringt neue Kräfte. Man spekuliert: WO könnte sie langlaufen - WELCHEN Weg könnte sie nehmen. Eigentlich ein sinnloses Unterfangen, wenn man bedenkt, dass jeder Stadtbezirk Berlins größer ist als die meisten Großstädte in Deutschland. Aber die Ratio schaltet sich immer wieder ab und man hofft einfach - glaubt, gleich kommt sie um die Ecke, legt den Kopf schief und alles ist wieder gut. Und genau in dem Moment: wir sitzen völlig verzweifelt im Auto, haben gerade beschlossen: wir brauchen eine Pause, wenigstens irgendwo einen Kaffee trinken, wenige Minuten einfach nur mal abschalten.............GENAU in diesem Moment kommt der erlösende Anruf von TASSO: Ihre Usca wurde gefunden!!!!!!!!!!!! sie sitzt bei Dr. Soundso - sie können sie abholen......im ersten Moment kann man diese Nachricht garnicht fassen, fragt nach, TASSO bestätigt, dass der Chip ausgelesen wurde und auch die Beschreibung des Hundes paßt, Irrtum AUSGESCHLOSSEN.........es war unbeschreiblich - die Emotionen der nächsten Stunde, bis man dann endlich bei dem angegebenen Tierarzt im Raum steht, die kann man nicht beschreiben - ich hab es grad noch irgendwie geschafft, den wichtigsten Menschen mitzuteilen, dass sie nicht weiter suchen brauchen, sie zu bitten, auf FB Entwarnung zu geben. DA stehe ich im Raum, sehe Usca, sinke auf den Boden, Usca tapert zu mir, stupst ihre kalte Nase an meine Hand und legt dann ihren großen Kopf in meine Hände. Ich hab nur noch Usca gespürt - nichts um mich rum. Was die Menschen um mich rum gedacht haben?: das war mir in diesem Moment sowas von egal.................nur meine Usca, die wollte ich nie wieder loslassen. Die Leinen wurden getauscht und dann wurde ich ruhiger, konnte mich bei dem lieben Ehepaar bedanken, das Usca zum Tierarzt gebracht hat. Und sie erzählten uns, dass sie irgendwann am Vormittag Usca bei sich im Garten gefunden haben - sie lag einfach auf dem Rasen. Die Leute haben selbst zwei Schäferhunde - scheinbar hatte die Frau sofort einen "Draht" zu Usca. Nun kommt es ja nicht täglich vor, dass man einen fremden Hund im Garten findet - also haben sie Usca angeleint und sind mit ihr zum Tierarzt gefahren, der hat den Chip ausgelesen und TASSO verständigt. 
Usca war soweit ok - klar, sie war müde, durstig und hungrig - lief etwas schleppend. Also fuhren wir erstmal in die Berliner Wohnung...........

 

........., Usca wurde versorgt und wir konnten zumindest mal durchatmen............



......einiges haben wir aus diesen schrecklichen Tagen gelernt!:
- JEDER Hund / Katze sollte unbedingt gechipt sein - es ist ein kleiner schneller Pieks fürs Tier, der aber sein Leben retten kann!
- JEDER Hund / Katze sollte bei einem Haustierregister gemeldet sein - das bekannteste ist TASSO und mit diesem Tierregister arbeiten (zumindest in Berlin / Brandenburg) alle Institutionen wie Tierheime, Tierärzte, Polizei, Tiernotrettung, etc.  zusammen und melden dort, wenn sie ein Tier finden
 - verlaßt Euch nicht drauf, dass der Hund / Katze bei Verschwinden sein Halsband behält - Usca hat ihres in den Tagen auch verloren - es ist also kein verläßliches Erkennungsmerkmal
 -  beschreibt Eurer Tier im Fall des Verschwindens so genau als irgend möglich - umso besser kann es von fremden Menschen auch erkannt werden!
- seid rund um die Uhr unter der Telefonnummer erreichbar, die ihr auf Suchplakaten angegeben habt.
- Holt Euch so schnell als möglich Hilfe dazu - Familie, Freunde, etc. - Ihr werdet sie brauchen - und wenn nur zu "seelischen" Unterstützung
- Haut sofort sämtliche Nachrichten und Tips von "Tiersehern", Schamanen und Träumern in die Tonne. Ich halte solche Nachrichten schier für unverantwortlich / Körperverletzung - NIEMAND kann erträumen, erahnen, erspüren oder ersehen WO ein Tier ist oder gar "Kontakt" via Gedankenübertragung über hunderte von Kilometern zu einem Tier aufnehmen. Aber sie setzen Euch (irrationale) Hoffnungen in den Kopf, die Eure so dringend benötigten Kräfte binden. 
- Informiert alle umliegenden Polizeiabschnitte und vor allem fragt regelmäßig dort nach - bleibt hartnäckig, denn bei Schichtwechsel werden Eure Suchen oft nicht weitergegeben - ein Hund / Katze gilt noch immer als "Sache" und ist somit für die Polizei nicht allzu relevant
- Informiert die umliegenden Tierheime und Tiersammelstellen 
- Telefoniert die umliegenden Tierarztpraxen und Kliniken an - die sind sehr hilfsbereit und vor allem: sie sind dann hellhörig, wenn ein anderer Mensch mit Eurem Tier da aufkreuzt und es vielleicht sogar als sein eigenes ausgibt!
- WENN Ihr auf FB seid: macht so schnell als möglich dort einen Suchaufruf mit der dringenden Bitte, dass es auch in die entsprechenden Seiten geteilt wird. Ich habe öfters gehört: würde gerne teilen, bin aber nicht aus z.B. Berlin. Das ist EGAL - oft spielt Freund Zufall mit! Da kennt wer wen, der was gehört hat von einem der was gesehen hat............also immer um TEILEN bitten. 
- Nehmt in FB so schnell als möglich Kontakt zu Gruppen auf, die sich auf enlaufene Tiere "spezialisiert" haben - Ihr werdet verblüfft sein, wieviele solcher Gruppen es gibt und vor allem, wie erfolgreich sie sind. Und Ihr werdet von solchen Gruppen (fast) ausschliesslich nur gute Tips bekommen!
- schaltet so schnell eine Suchanzeige in Anzeigen-Portalen! "Bindet" das Geld für eine "prominent" oben erscheinende Anzeige ans Bein - besser könnt Ihr Euer Geld in einem solchen Fall tatsächlich nicht anlegen - wir haben es selbst gemerkt. Sie geht nicht so leicht unter, denn täglich werden überall hunderte von Tieren gesucht!
- sprecht, wenn Ihr zu fuß unterwegs seid, jeden an, der Euren Weg kreuzt. Fragt nach Eurem Tier, gebt demjenigen einen Flyer - es ist für uns ein Segen gewesen, wieviele Menschen sehr freundlich reagiert haben und versprochen haben, die Augen offen zu halten - und uns auch bei einer Sichtung tasächlich informiert haben! 
- sammelt in einer speziellen Datei ein paar Fotos von Eurem Tier, auf dem es wirklich gut zu erkennen ist, damit Ihr die Fotos im Notfall (der niemals eintreten möge) schnell zur Hand habt!
- informiert die Förstämter / Hegeämter in Eurer Umgebung - auch die sind sehr wichtig! - und hilfsbereit, wie wir erfahren durften!
..........



..............dies sind nur einige Tips - eine Liste, die garantiert noch gut verlängert werden könnte. Tips, die uns wirklich sehr bei der Suche nach Usca geholfen haben!.............
 

......... Wir sind im Moment einfach nur glücklich, dass Usca wieder da ist. Man merkt ihr noch an, dass sie müde ist - sich noch erholen muss. Täglich schaue ich mehrmals, ob es wahr ist, dass Usca wieder da ist. Für uns ist ein Wunder wahr geworden, dass wir Usca in solch verhältnismäßig kurzer Zeit in dieser Riesenstadt Berlin wiedergefunden haben - auch wenn uns die Tage wie Jahre vorgekommen sind. Vor allem auch, dass sie unverletzt ist, wenn man bedenkt, WIEVIELE Straßen sie überquert hat, WIEVIELE Kilometer sie zurückgelegt hat! UND, was für uns auch sehr wichtig war: Durch sie, dass sie ja auchStraßen überwuert hat, ist es nirgends zu einem Unfall gekommen, niemand ist durch sie zu Schaden gekommen. .........
 

................ Paßt gut auf Euch und die auf, die Ihr liebt - Eure Jacqueline

die Hundsrose oder Kartoffelrose

Ein echtes Highlight jedes Jahr ist ja die Rosenblüte bei uns. Also, wenn die ersten Rosen ihre Knospen öffnen. Meist beginnt das ja eher un...