Bereits in Insta (und FB) hatte ich Euch ja in den Storys mitgenommen, wie eine neue Leinendecke entsteht.
Freitag, 2. Mai 2025
wie eine Leinendecke entsteht
Denn das Leinengarn, mit dem die Säcke früher vernäht waren, ist oft richtig störrisch, wenn man es auftrennen muß. Diese Getreidesäcke waren in der gleichen Nähtechnik ursprünglich zusammengenäht, wie ich es später dann bei dieser Decke übernommen habe. Da ist nichts mit "eben mal husch"......
Zum Schluß möchte ich mich auch mal bedanken! Ich hatte nicht erwartet, daß doch noch so viele Menschen hier mitlesen! Danke von Herzen für Eure Kommentare dazu im letzten Post, das ermutigt zum weiterschreiben - Eure Jacqueline
Dienstag, 21. Januar 2025
30000 was für eine Zahl ........ auf den ersten Blick denkt Ihr vermutlich: was hat diese Zahl mit dem Foto zutun? Für uns war gestern ein ganz besonderer Tag: Ich habe gestern abend den 30.000sten Artikel in den Webshop gestellt.
Eben das handgenähte Kissen aus antikem Leinen mit dem aufrechten Hasen drauf.
Seit Tag eins im Sommer 2010, als wir unseren Webshop eröffnet hatten, bekam jeder eingestellte Artikel eine fortlaufende Nummer. Nie gleicht ein Stück dem anderen und so macht es die Zuordnung zu den Käufern beim verpacken wesentlich leichter, wenn die Artikel verschickt werden, für die Buchhaltung, usw.!
Aber, daß wir mal bei 30.000 anlangen würden, das hätte ich niemals für möglich gehalten! Wieviele Schätze da durch meine Hände gegangen sind. Vom finden, über den Transport,
putzen oder nähen, fotografieren und mit einer individuellen Artikelbeschreibung einstellen.....raussuchen, verpacken und in so viele Länder weltweit verschicken oder sie wurden von glücklichen Kunden aus dem Laden getragen. ...... all dies wäre aber niemals für mich alleine möglich gewesen. Dazu gehöprt der Held, die Familie, Mitarbeiter und Freunde und natürlich unsere Kunden, die dabei mitgeholfen haben, daß das Unternehmen princessgreeneye über die Jahre das wurde, was es heute ist.
Eure Jacqueline
Dienstag, 7. Januar 2025
Faszination antikes Leinen
Daß meine große Leidenschaft unter anderem dem antiken Leinen, vor allem den antiken Leinensäcken gilt, darüber habe ich ja schon öfters geschrieben.
Wenn dann z.B. Kissen zugeschnitten werden bleiben immer auch Reste über - das ist normal. Und es wird tatsächlich jeder "Futzel" erstmal aufgehoben.
Nehmen die Reste überhand, dann werden sie gesichtet und zu den Leinenpaketen zusammengefaßt. Niemals in diesem Leben könnte ich je alles verarbeiten - so alt kann ich garnicht mehr werden!
Dann gibt es auch wieder Getreidesäcke, da wäre es eine Sünde, sie zu zerschneiden - wie diesen Metzgersack.
Metzgersack? - werden jetzt einige vielleicht von Euch denken.............. ja, so war das früher, daß die meisten Leute nicht nur ein Handwerk ausgeübt haben, sondern nebenbei auch noch eine kleine Landwirtschaft hatten um sich selbst und auch etwas Vieh zu versorgen. So wie man es manchmal auch sehen kann, wenn ein Schuster dann seine Säcke hat mit Stiefeln bemalen lassen oder vor einer Weile ist mir auch ein Sack untergekommen von einem Uhrmacher, der sich eine Wanduhr hat auf seine Säcke aufmalen lassen. Das sind so seltene Motive, sowas zerschneidet man nicht - also ich jedenfalls nicht.
Natürlich war das auch damals schon eine Frage von Geld, daß man sich solche kunstvoll bemalten Leinensäcke auch leisten konnte. Dafür gab es eigens dann "Sackmaler". Es war damals tatsächlich ein Beruf.
Aber, ich schweife ab............... wie gesagt, jeder Fetzen wird aufbewahrt. Und so sind mal wieder Leinenbilder entstanden. Diesmal etwas kleinformatiger und hinter Glas.
Ich liebe die Kombination aus dem antiken Papier und dem Leinen. Wußtet Ihr eigentlich, daß man damals häufig auch Leinen mit in die Masse gemengt hat, aus der man dann das Papier geschöpt hat? Es sollte die Haltbarkeit vom Papier erhöhen und das Papier auch unempfindlicher gegen Umwelteinflüsse machen - vor allem Feuchtigkeit war früher ja ein großes Problem. Das beigemengte Leinen nahm die Feuchtigkeit auf, ohne gleich zu schimmeln.
Eure Jacqueline
Donnerstag, 21. September 2023
wenn die Schafgarbe auf antikes Leinen trifft
Gestern hab ich eine Erfahrung gemacht, die mich am Ende sehr "demütig" hat werden lassen - demütig vor dem, was früher die Bauern so alles geleistet haben............ Es geht mal wieder um Leinen - das alte Leinen, wie es früher hergestellt wurde - der Weg vom Anbau bis zum fertigen Produkt - den Leinenballen
die dann weiterverarbeitet / vernäht wurden: wie zum Beispiel die alten Lenensäcke / Getreideesäcke.
Schaut man im Netz, wie Leinen früher gefertigt wurde, findet man einen Artikel einer alten Bauersfrau - ihre Beschreibung liest sich tatsächlich spannend wie ein Roman. In dem Text ist so viel "altes Wissen" beschrieben - ich habe den Text aus dem Waldorf-Ideen-Pool kopiert, weil der Link so lang war und ich keine Ahnung habe, ob er später dann für Euch funktioniert hätte:
Vom Flachs zum Leinen
Bericht einer Bauersfrau
von 1914-1920
Es ist ein langer Weg vom Flachs bis zum fertigen Leinen. Gegen Anfang Mai wurde der Leinsamen ausgesät. Der Boden musste vorher gut vorbereitet sein. Die Erde musste ganz fein "krümmelich" sein. Wenn die Leinsaat aufgegangen und fingerlang war, dann musste gejätet werden. Es durfte überhaupt kein Unkraut darin sein. Man kroch darüber, um auch das kleinste Unkraut mitzubekommen. Das Kriechen schadete dem Flachs nicht. Wenn der Flachs so 50-60 cm hoch war, fing er an zu blühen. Es war herrlich anzusehen, ein blühendes Flachsfeld, die hellgrünen Stengeln mit den himmelblauen Blüten. Jede Blüte brachte dann später eine runde Kapsel mit Samen. Wie alle Getreidearten, so kam auch der Flachs während des Sommers zum Reifen. Er nahm dann eine bräunliche Farbe an. Wenn die Kapseln beim Anfassen aufsprangen und der Samen dunkelbraun war, dann musste der Flachs gezogen werden. Es musste ganz vorsichtig mit der Hand gemacht werden, denn der Samen wie auch der Stengel mussten geschont werden. Der Flachs wurde zu kleinen Bündeln gemacht, so groß, dass man sie mit der Hand umfassen konnte. Dann wurden diese Bündel zu vieren zum Trockenen aufgestellt. Wenn er dann gut trocken war, es dauerte meistens so acht bis vierzehn Tage, wurde der Flachs "aus der Sonne geholt" (ländlicher Ausdruck) und anschließend gleich mit dem Flegel gedroschen. Nun hatte man den Lein alleine und den Flachs. Der Lein wurde fein ausgesiebt, denn Leinsamen war bei den Bauern von großer Bedeutung. Er wurde bei Darmstörungen und Aufblähungen beim Vieh im gekochten Zustand gebraucht. Sogar die Tierärzte legen heute noch großen Wert darauf.
Der Flachs wurde nun auf der Wiese fein akkurat in Reihen ausgebreitet, dass er des Nachts gut vom Tau durchnässt wurde. Das dauerte wohl einige Wochen. An einem schönen trockenen Tag wurde er dann aufgenommen, gebündelt und heimgeholt. Der Bast musste sich von den Stengeln lösen. Nun kam die Vorbereitung zum Braken. Der Flachs kam in den Backofen, das geschah meistens nach dem Brotbacken. Der Ofen musste noch ziemlich warm sein, so dass der Flachs durch und durch trocken wurde. Gleich am anderen Tag ging das Braken los. Das war wohl die schwerste Arbeit von allem. Man nahm jedesmal eine Hand voll Flachs aus dem Ofen und ging damit zu der in der Nähe stehenden Brake. Die Brake war ein hölzernes Gestell, einen Meter breit und 0,80 m hoch. Sie hatte einen Hebel mit drei Fugen und einen Griff. Das Querstück von der Brake hatte auch drei Fugen. Die Fugen von beiden Teilen passten ineinander. Hierzwischen kam nun der Flachs. Mit der linken Hand wurde er festgehalten, und mit der rechten Hand wurde der Hebel benutzt, immer auf und ab. Hierdurch löste sich der Bast von den Fasern. Es staubte wie beim Dreschen, und der Schweiß kam ordentlich zum Vorschein. Diese Hand voll wurde so lange gebrakt, bis man den reinen Flachs hatte. Dann kam in der Mitte ein Faden darum, dass alles schön geordnet blieb. Ja, man war tagelang am Braken. Die Nachbarn halfen sich auch wohl gegenseitig mit dem Braken. Nun wurde der Flachs, jedes einzelne Stück durch die grobe und dann durch die feine "Heckel" gezogen. Die "Heckel" war ein Kamm von lauter Nadeln, 5 cm hoch. Der Kamm war so 10 x 25 cm und auf einem Brett befestigt. Die grobe Heckel hatte grobe Nadeln und die andere feine Nadeln. Wenn nun der Flachs durch beide Heckeln geschlagen war, was man dann noch in der Hand behielt, war der reine Flachs zum Spinnen. Das andere war Abfall, man nannte es "Heh". Die Klempner holten es sich wohl zeitweise ab.
Nun erst kam der Flachs zum Spinnen. Dies wurde hauptsächlich im Winter gemacht. Es wurde auch wohl zusammen gesponnen, man nannte es "Spinnmölken". So wie die alten Leute erzählten, kamen meistens hierfür die jungen Mädchen in Frage. Abends wurden sie dann von den jungen Burschen abgeholt, und die mussten ihnen dann das Spinnrad nach Haus tragen.
Ich habe im 1. Weltkrieg von meiner Mutter Flachs und Wolle spinnen gelernt. Im 2. Weltkrieg kam es mir gut zustatten. Da habe ich viel Schafwolle gesponnen für Strümpfe und Pullover.
Wurde der Flachs gesponnen, so musste erst der Rocken gemacht werden. Das machte meistens die Mutter. Sie setzte sich hin und nahm ein Stück Flachs. Das obere Ende steckte sie sich zweifingerbreit vorne hinter das Schürzenbord (die alten Frauen trugen Werktags nur blaue Vorbindschürzen). Jetzt breitete sie den Flachs mit den Händen fein auf dem Schoß aus. Mit dem Stock wurde der Flachs dann aufgerollt. Es kam eine Papiermanschette darum, und der Rocken war fertig. Er sah aus wie eine große Tüte. Nun wurde der Rocken auf das Spinnrad gesetzt, mit der Spitze nach oben und das Spinnen ging los. Mit der linken Hand wurde gesponnen, und es wurde immer aus dem Rocken etwas Flachs gezupft, wir mussten immer sehen, dass wir einen gleichmäßig dünnen Faden bekamen. Waren mehrere Spulen voll, so kam das Ganze auf den Haspel und wurde zu Lagen gemacht. Wenn beim Haspeln eine Spule leer war, so wurde eine neue Spule angefangen. Ende und Anfang der Fäden wurden zusammengeknotet mit dem sogenannten "Weberknoten" ("Lüeberknüpp") , der ging nie wieder los. Jedesmal wenn ein Bind fertig war, knackte der Haspel, und es kam ein Band herum. Jede Lage hatte zwölf Bind, genauso wie man heute eine Lage Wolle kauft. Hatte man zwölf Lagen fertig, dann kam das Garn zum Leinenweber, es genügte für eine Rolle Leinen von 17-20 Ellen, 1 m breit. Ein alter Mann in der Nachbarschaft webte im Winter immer Leinen. Wenn wir das Leinen zurückbekamen, war es ganz dunkelgrau. Nun musste es gebleicht werden, und das geschah im Frühjahr, wenn die Sonne schon recht warm schien. Zuerst wurde Holzasche gekocht und in einen großen Bottich geschüttet. In diese Brühe kam das Leinen und blieb einen ganzen Tag darin. Dann wurde es herausgenommen, ordentlich gespült, und dann wurde es zur Bleiche gebracht. Das war ein großer Teich inmitten einer Wiese. Die Rolle Leinen war in drei Teilen. Jedes Teil hatte an beiden Enden je zwei Schlaufen. Durch diese Schlaufen kam je ein Steck, und dieser wurde tief in die Erde gesteckt. Das Leinen musste stramm über dem Rasen liegen, damit es auch glatt wurde. Nun musste das Leinen jeden Tag mit Wasser aus der Bleiche tüchtig besprengt werden, "bleken" wurde gesagt. Die Bleke wurde öfters gereinigt, damit das Wasser sauber blieb. Sie war tief und trocknete im Sommer nicht aus. Gleichzeitig wurde sie auch zum Tränken für das Vieh gebraucht. Jeder Bauer hatte seine eigene Bleke, mitunter konnten es wohl zwei sein.
Allmählich verlor das Leinen die dunkle Farbe. Es dauerte wohl vier Wochen, bis es weiß war. An einem schönen warmen Tag wurde es dann aufgerollt, natürlich musste das Leinen trocken sein. Alsdann war es gebrauchsfertig. Also sehen Sie ein langer Weg.
Ab 1905/1910 kam das Fabrikleinen auf, es wurde sogar an der Tür angeboten. Es waren Händler von Bielefeld ("Linnenverköpers") im blauen Kittel (weite Kittel ohne Knöpfe). Sie trugen einen blauen Leinensack, so wie eine Art Rucksack. Darin hatten sie wohl fünf bis sechs Rollen Leinen.
Im 1. Weltkrieg haben wir viel von dem selbstgemachten Leinen gebraucht. Es wurde gefärbt, und dann Schürzen, Kleider, Hosen und Kittel daraus gefertigt. Dazumal war gar nichts zu haben. Es war in dieser Hinsicht weit schlimmer als im letzten Krieg.
(Anmerkung von mir: sie meinte den ersten und zweiten Weltkrieg)
Tja, wie schaffe ich nun die Überleitung zu meinem Thema?
Mehr durch Zufall bekam ich vor ein paar Monaten Kontakt zu einem Händler, der antikes Leinen (gewebt und auch bereits verarbeitet) direkt aus der Ukraine verkauft. Er lebt dort und von dort verschickt er auch. Wir kamen "ins Gespräch", was traditionell früher Leinen dort hergestellt wurde. Das Leinen dort war immer auch etwas gröber als das Leinen, daß wir aus Deutschland kennen. Und es wurde nicht nur zu Decken etc verarbeitet, sondern auch zur traditionellen Kleidung vernäht. Diese weiten Blusen, die Männer (kurz) und Frauen lang früher truge. - wie eben auf dem folgenden Foto auch zu sehen. (fast) immer auch kunstvoll bestickt mit traditionellen ostslawischen Mustern im Kreuzstich - Wyschywanka
Meistens allerdings sehr bunt und großflächig und nicht schwarz und zaghaft, wie bei meinem Exemplar.
Er bot mir dann auch Kugeln von bereits gewebtem aber noch nicht weiterverarbeitetem Leinen an. Für mich wie ein "Jackpot" - so lange suchte ich schon nach diesen "Kugeln", die so einzigartig, dekorativ und wunderschön (in meinen Augen) sind.
Es ist, als würde man sie ganz leise wispern und Geschichten erzählen hören, wenn man diese Kugeln anschaut - erst recht, wenn man weiß, wieviel harte Arbeit nötig ist, bis überhaupt solche Kugeln entstehen!
Er meinte, wenn mich das Thema so fasziniert: er hat auch noch gesponnenes Leinen, das noch nicht aufgerollt ist, das würde er mir mitschicken - wie lieb war das denn bitte? Ich solle aber nicht geschockt sein und viel Zeit haben................. denn, den "Trick" wie man das Leinen dann zu Kugeln gewickelt kriegt, den konnte er mir nicht verraten - er wußte es einfach nicht.
Egal, ich würde das schon schaffen - ich dachte mir: hey, das wird genauso in Zöpfen sein, wie ich es vom alten deutschen Leinen kannte..............
Das wurde ja früher erst zu Zöpfen gedreht in Truhen gelagert, kam dann auf ein Gestellt und wurde von dort dann abgewickelt auf Spulen, um verwebt zu werden - ähnlich, wie man es von den "Wollzöpfen" ja auch kennt. Wo Generationen von Männern abends mit gespreitzen Armen dasaßen und Oma die Wolle dann zu Kugeln wickelte - bei meinen Großeltern war das noch so.............und zum "Lohn" bekam Opa dann warme Socken.....
nunja, ich sollte mich täuschen............... Das Garn war zwar zusammengebunden - aber zu "Haufen" und ich legte es mir erstmal nur in die Deko - davor hatte ich nun doch Respekt!
Vorgestern vor dem Fernseher hatte ich mir den ersten "Woll-Haufen" vorgenommen - das war sehr groben Garn gewesen, fast schon Schnur und ging relativ gut zu entwirren und aufzuwickeln. Weiß der Himmel warum - aber gestern dachte ich dann so bei mir: versuch es doch mal mit dem feineren Garn - so schlimm kann es doch nicht sein................ habe einen solchen feinen "Garn-Haufen" auseinander genommen und er wurde immer länger..............ich wußte mir zum Schluß nicht anders zu helfen und habe ihn über die Tür im Flur gehängt.
Das große Problem - das Leinengarn ist ja nicht aalglatt und aufgrund des hohen Alters, der Lagerung, Transport, was weiß ich, hatten sich viele Fäden miteinander "verhakt". Ich habe selten ein solches Geduldsspiel gehabt und warwar tatsächlich zwischendurch so weit, den ganzen "Mist" auf den Kompost zu werfen. Nach fast 2 Stunden war grad mal diese kleine Kugel fertig..........Durchmesser etwa ein Fünfmark-Stück......das Garn aber auch so fein wie Zwirn.
Nunja, eine Weile hab ich noch weitergewickelt - dann kam der Held nach Haus und es ging auch einfach nicht mehr - ich hab wirklich nur noch Fäden gesehen............ aber wo den Rest lagern, damit er nicht noch weiter verhedderte? So ordentlich wie nur irgend möglich hab ich alles von der Tür genommen, zu Schlaufen verwickelt und erstmal der alten Schneiderpuppe übergeworfen. Denn eines war klar: einfach irgendwo rumliegen lassen war ja keine Option, die Fellträger hätten es garantiert als tolles "Spiel" angesehen!
und um mal zu verdeutlichen, was ich geschafft habe und wie groß teilweise die alten Bälle sein können - zum Größenvergleich: die antike Sodaflasche ist gute 42 cm hoch - der Ball links war von mir am Abend gewickelt, der kleinste Ball in der Mitte gestern aus dem feinen Garn............. und der große Ball wiegt fast 3 kg und kam bereits gewickelt hier an...........
und wenn man sich einmal diese Arbeit gemacht hat - dann schaut man noch viel ehrfürchtiger auf dieses antike Leinen.
überlegt sich 3x was man draus anfertigen möchte! Wo die Schere angesetzt wird, wieviel Rest dann bleibt und daß man jeden kleinsten Rest auch erstmal aufhebt!
ob nun zu Kissen ganz "klassich"
oder die Baumkissen.
Das war es mal wieder für heute - ich hoffe, Euch hat der kleine "Ausflug" in die Geschichte des Leinen gefallen. Und wer sich wundert, warum immer wieder auf den Fotos der Schafgarbe-Kranz aufgetaucht ist:
Das sollte eigentlich bereits ein Post vor etwa 4 Wochen werden - wenigstens einmal im Jahr wollte ich zumindest einen frischen Kranz für uns selbst binden - aus Schafgarbe, die bei uns auf dem Hof sich wild ausgesäat hatte
und alle Fotos waren vor antikem Leinen hier entstanden.
Übrigens: dieser Kranz ist noch aus dem letzten Jahr und hängt seither bei uns im Bad.
- Eure Jacqueline
Dienstag, 10. Januar 2023
Jahr des Leinens
Gibt es doch im chinesischen Horoskop, daß jedes Jahr seine Bedeutung hat 😅. Ok, da sind es die Tiere wie Schwein, Schlange oder Tiger. Ich hab für mich jetzt beschlossen, noch eine weitere Jahresbezeichnung dazu zu nehmen - eben, das Jahr des Leinens. Warum eigentlich nicht? Alles hat doch "seine Zeit".
Lange hab ich viel gestrickt und gehäkelt und das Nähen mit antikem Leinen lief eher "nebenher". Dabei nähe ich für mein Leben gern! Also nicht Jacken oder Hosen - das ist nicht meins! Das hab ich mal in meiner Jugendzeit versucht und bin damals nicht über Halstücher hinaus gekommen. Zum Schrecken meiner Mutter übrigens! Die hat immer Stoff gehortet in ihren Schränken und damals tatsächlich daraus Kleidung für sich und uns Kinder genäht - von ihr hab ich wohl auch meine Liebe zum Handarbeiten - aber eben besonders auch zum nähen.
Und wenn ich ein neues Halstuch wollte, bin ich heimlich, wenn sie mal nicht da war, an ihre Stoffvorräte gegangen und hab mir daraus so manchen Stoffschatz gemopst und mir Tücher daraus genäht. Begeisterung meiner Mutter sah zwar anders auch - aber ich war glücklich!
Vielleicht hab ich von ihr auch die Marotte, jedes "Fitzelchen" zu horten, aufzuheben und daraus noch was zu nähen?
Für mich haben die antiken Leinensäcke schon immer einen ganz besonderen "Zauber" - darüber hab ich hier ja schon öfters geschrieben! Sie "atmen Geschichte". Kein Sack ist wie der andere und selbst, wenn das alte Leinen ähnlich gewebt ist, trotzdem sieht kein Meter wie der Andere aus. Immer wieder ist die Struktur und auch die Haptik geringfügig anders.
Und so, wie die "Nackenkissen" ihre besondere Geschichte hatten ....... da war es eine Kundin, die mich auf den Geanken gebracht hatte, weil sich ein schmales fest gefülltes Kissen gewünscht hatte.......
Und die für mich größte "Ehre" war tatsächlich für mich:
Der Held fährt ja an Weihnachten immer nach Hause zu seinen Eltern und eines der Nackenkissen hatte ich speziell für mich genäht und das lag im Auto. Das hatte der Held seiner Mama gezeigt und gezeigt, was ich aus dem Leinen so nähe. Sie war schockverliebt. Seine Mama hat noch nie um irgendwas gebeten. Äußert auch nie besondere Wünsche - und sie fragt den Held: darf ich das haben. Ich war total gerührt.
Es war ähnlich diesem hier - absolut schlicht mit ein paar kunstvollst reparierten alten Stellen.
Und so haben jetzt auch die Leinenbälle eine "besondere Geschichte":
Ich hatte mich mit einem Menschen ganz furchtbar gestritten und man kam mit logischen Argumenten nicht bei. Sowas macht mich ja kirre. Wenn jemand dermaßen verbohrt ist und einem das Wort im Munde rumdreht, teilweise richtig bösartig wird und unter die Gürtellinie verbal schlägt. Selbst am nächsten Morgen war ich noch genauso durcheinander wie am Abend zuvor - an vernünftiges Arbeiten war schlicht nicht zu denken und ich hätte am liebsten was an die Wand geworfen.................aber, alles, was man an die Wand wirft, ist danach ja unwiederbringlich hinüber oder macht so viel Dreck, den ich selbst dann wieder aufkehren muss........Ein Ball, der wäre es ja gewesen..........nein, wir haben hier keine Bälle, da unsere Fellträger einen Teufel tun, aber mit Sicherheit keinem geworfenen Ball hinterherlaufen und zurück bringen............das hat damals nur der Mr. Gin mit Begeisterung gemacht.
Na, lange Rede..........ich hab mich dann hingestellt und rumprobiert..........dabei kann man /ich ja auch herrlich abschalten. Besser als bei jeder Meditation.
DAS war dann das erste Ergebnis, der Prototyp sozusagen:
Und wie war das mit der Verwertung von allem?!: genau, hier bei den Bällen hab ich zum ersten Mal recyceltes Füllmaterial verwendet. Das kannte ich bis dato auch nicht. Dafür werden Textilien so bearbeitet, daß daraus eine Füllwatte entsteht. Erst hatte ich noch gedacht, sie wäre ein "Fehlkauf", weil für das Befüllen der Kissen war sie bei mir "durchgefallen". Aber jetzt, für den Ball hatte ich es einfach ausprobiert und bin begeistert!
Denn, nachdem der erste Ball gelungen war, sind natürlich noch weitere entstanden - auch wenn es eine ziemliche "Fummelei" ist!
Jetzt warte ich drauf, daß die weißen Magnolien ihre Knospen öffnen, denn tradiotionell wurden hier die ersten Zweige nach Neujahr geschnitten.
was mich ja wirklich erstaunt hat: Wenn man die Magnolien schneidet, duften die frischen Schnittstellen auch. Das wußte ich ja. Aber ich hatte auch ein paar Zweige ohne Wasser in einer Leinentasche dekoriert gehabt. Als ich die trocknen Zweige herausgenommen habe, hab ich nicht schlecht gestaunt! Selbst die trocknen Zweige duften, wenn man dran reibt! (ähnlich, wie man es vom trocknen Lavendel auch kennt).
Und die ersten Weidenkätzchen halten hier jetzt Einzug. Ich liebe ja neben den klassischen Weidenkätzchen auch die "wilden Weidenkätzchen" sehr. Ich weiß garnicht, wie die wirklich heißen - ein großer Busch wächst hinten bei uns im Garten und ich liebe die gräuliche Rinde sehr!
Letztes Jahr hatte ich für mich zwei kleine Kränzchen daraus gewickelt und hatte sie aufgehoben - sie haben sich überhaupt nicht verändert. Die Weidenkätzchen selbst sind allerdings viel kleiner als von der "klassischen" Variante.
Mit anderen Worten: ich wäre dann mal bereit für etwas Frühling! - Eure Jacqueline
die Hundsrose oder Kartoffelrose
Ein echtes Highlight jedes Jahr ist ja die Rosenblüte bei uns. Also, wenn die ersten Rosen ihre Knospen öffnen. Meist beginnt das ja eher un...
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..........ist bestimmt der Spruch vom Helden, wenn er heute Abend nach Hause kommt und ich ihm erkläre, warum die Wand hinter dem Eisenbett ...
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Ich weiß, ich weiß, ich weiß!................. der letzte Post ist tatsächlich lange her! Und ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sag...
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Im Moment hab ich ja meine 3. Häkeldecke in Arbeit.......... ........ Bisher hab ich für jede meiner Decken immer so ein Jahr gebraucht ...














































