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Dienstag, 7. Januar 2025

Faszination antikes Leinen

Daß meine große Leidenschaft unter anderem dem antiken Leinen, vor allem den antiken Leinensäcken gilt, darüber habe ich ja schon öfters geschrieben.
Wenn dann z.B. Kissen zugeschnitten werden bleiben immer auch Reste über - das ist normal. Und es wird tatsächlich jeder "Futzel" erstmal aufgehoben. 

Nehmen die Reste überhand, dann werden sie gesichtet und zu den Leinenpaketen zusammengefaßt. Niemals in diesem Leben könnte ich je alles verarbeiten - so alt kann ich garnicht mehr werden!

Dann gibt es auch wieder Getreidesäcke, da wäre es eine Sünde, sie zu zerschneiden - wie diesen Metzgersack.

Metzgersack? - werden jetzt einige vielleicht von Euch denken.............. ja, so war das früher, daß die meisten Leute nicht nur ein Handwerk ausgeübt haben, sondern nebenbei auch noch eine kleine Landwirtschaft hatten um sich selbst und auch etwas Vieh zu versorgen. So wie man es manchmal auch sehen kann, wenn ein Schuster dann seine Säcke hat mit Stiefeln bemalen lassen oder vor einer Weile ist mir auch ein Sack untergekommen von einem Uhrmacher, der sich eine Wanduhr hat auf seine Säcke aufmalen lassen. Das sind so seltene Motive, sowas zerschneidet man nicht - also ich jedenfalls nicht.

 

Natürlich war das auch damals schon eine Frage von Geld, daß man sich solche kunstvoll bemalten Leinensäcke auch leisten konnte. Dafür gab es eigens dann "Sackmaler". Es war damals tatsächlich ein Beruf.

 

Aber, ich schweife ab............... wie gesagt, jeder Fetzen wird aufbewahrt. Und so sind mal wieder Leinenbilder entstanden. Diesmal etwas kleinformatiger und hinter Glas.

Ich liebe die Kombination aus dem antiken Papier und dem Leinen. Wußtet Ihr eigentlich, daß man damals häufig auch Leinen mit in die Masse gemengt hat, aus der man dann das Papier geschöpt hat? Es sollte die Haltbarkeit vom Papier erhöhen und das Papier auch unempfindlicher gegen Umwelteinflüsse machen - vor allem Feuchtigkeit war früher ja ein großes Problem. Das beigemengte Leinen nahm die Feuchtigkeit auf, ohne gleich zu schimmeln.

Eure Jacqueline

Samstag, 22. Juli 2023

eine duftende Tradition auf meine Weise interpretiert

Schon ewig wird (getrockneter) Lavendel für alles mögliche aufbewahrt und genutzt. Ob nun als Sträußchen einfach auf dem Nachttisch, in Stoffreste und Leinen eingenäht und eingewickelt, um damit Ungeziefer zu vetreiben oder um unter das Kopfkissen für einen wohligen Schlaf gelegt zu werden oder zu Kränzen gebunden als Deko. Kennen wir wohl alle. UND, dann gibt es noch die "Kolben-Variante" - meist wird sie mit Satin/Seidenbändern gearbeitet und meist in schrill bunten Farben. Sie mögen Kunstwerke sein, aber so garnicht "meins". ............... dann bin ich vor ein paar Tagen auf ein Foto eines französischen Accounts in Insta gestossen - Asche auf mein Haupt, ich habe mir den Account leider nicht abgespeichert. Auch dort war wieder mit Satinbändern gearbeitet worden - mit einer Präzision, die schon beeindruckend war.

Kennt Ihr das? - Ihr schaut ewig auf ein Foto und plötzlich kommt dann die Idee!

Die Idee für DEINE Variante - warum eigentlich nicht? Warum nicht alte "Pfade" verlassen und was anderes ausprobieren. Ein solcher Kolben mit Satinband - nein, das wäre ich wirklich nicht! Das wäre das Gleiche, als würde ich einen Rüschenrock anziehen. Ich würde wie eine verkleidete Puppe aussehen.............Aber, warum es nicht mit Jute/Paketschnur versuchen, den Lavendelkolben etwas rustikaler zu formen?

Ein letzter Lavendelbusch vor dem kleinen Haus war schnell abgeerntet.

Ich schaute mir einige Anleitungen auf YT an - da sah es so kinderleicht aus - das krieg ich hin...............Zuerst sollte man sich lange Lavendelstengel von allem befreien (Blätter, untere weitere Blütenrispen, etc.)..........

Dann wurde die benötigte Menge zu einem Strauß zusammengefügt und unter den Blütenrispen zusammengebunden. Danach Band / Schnur verknoten und einen langen "Faden" lassen - soweit war das nun wirklich kein Hexenwerk!

Anschließend nimmt man den Rispenbüschel in die Hand mit den Stielen nach oben, knickt vorsichtig reihum die Stengel über die Rispen (möglichst sollen die Stengel am Knick ja nicht abbrechen!) und greift die Stengel unter den Rispen wieder zusammen. Das Das sieht dann am Ende aus wie eine "Rassel". 

Der eigentliche "Spaß beginnt, wenn man dann das Band / Schnur über und unter die Stengel abwechselnd flechtet................. gut, daß niemand dabei meine Gedanken lesen konnte........... ein perfektes Ergebnis ist anders............ zum Schluß wird unten dann das Band / Schnur verknotet und die Stengel, die zu lang sind, werden sauber eingekürzt.

"Sinn der "Fummelei" ist eigentlich nur, daß später, wenn der Kolben getrocknet ist, die Blüten nicht ab- bzw. rausrieseln können. 

So ganz hab ich das "Klassenziel" mit meiner Variante nicht erreicht, denn ein paar Blüten schauen dann doch noch zwischen den Ritzen nach aussen...........ich hätte viel enger noch flechten müssen!

Unten wurde dann gleich noch eine Schlaufe aus dem Faden gebunden, denn so kann man den Kolben auch prima irgendwo anhängen.

Von diesem ersten Exemplar sind danach quer durchs "kleine Haus" noch einige Fotos entstanden............:

Für einen 2. Kolben reichte leider das Material und auch auch meine Geduld an dem Tag nicht mehr! Also wurde der gesamte "Abfall" und die restlichen Rispen passend auf ein Stück antikes Leinen gelegt und darin sehr fest eingerollt.

Seitlich mit Schnur verschlossen ergibt das Ganze einen (wie ich es nenne) Lavendel-Bonbon. Die wickle ich mir jedes Jahr aus den Abschnitten vom Lavndel, den ich anders nicht verarbeiten kann. 

Falls jemand Interesse an einem solchen "Lavendel-Bonbon" hat, kann mich gerne anschreiben per Mail (an zuluberlin@gmx.de) oder über die Nachrichtenfunktion im SHOP

Sie sind meist zwischen 40 und 50 cm insgesamt breit und haben meist einen Durchmesser um die 8-10 cm. Das ist die perfekte Dicke, um sie sich mal in den Nacken zu legen - den Duft, den die Lavendel-Bonbons dann verströmen ist sensationell. Und die positiven Eigenschaften vom Lavendel sind ja hinlänglich bekannt! Es macht auch nichts, daß man den Lavendel frisch verarbeitet, solange man die Lavendel-Bonbons dann an einem luftigen Ort trocknen läßt!

Tags drauf hab ich mich dann doch noch an zwei weiteren Varianten versucht: 

einmal eine Variante, wo nur die Stengel umgebogen und unten wieder zusammengebunden werden (die Variante, wenn es sehr schnell gehen soll)...........

 

 und eine 2. Variante, wo ich einen Leinenstreifen eingeflochten haben (diese Variante gefällt mir eigentlich garnicht!)

Meine erste Variante vom Lavendelkolben mit Schnur ist jetzt tatsächlich im WäscheSchrank gelandet und verströmt dort seinen besonderen Duft.

Vielleicht habe ich ja den einen oder anderen Leser hier animiert, sich auch mal dran zu versuchen? - viel Freude beim nacharbeiten!

Eure Jacqueline


Freitag, 14. Juli 2023

spontaner Kranz aus Silberblatt

 Eine meiner allerliebsten einjährigen Kübelpflanzen ist das sogen. Silberblatt, das es in unzähligen Varianten / Blatt- und Wuchsformen gibt - Ich LIEBE das silbrige Laub an den langen und "wild" wachsenden Ranken. Wenn es tagsüber schon herrlich wild zu den alten Zinkkübeln wirkt, ist die Wirkung in der Dämmerung spektakulär! Da leuchten die Blätter dann regelrecht. Dieses Foto ist in der Dämmerung gestern entstanden.

In den ersten Jahren, als ich das Silberblatt hier gepflanzt hatte, ist es zwar wuchernd gewachsen, aber ist nie vorgekomment, daß es auch blüht. Ich habe dann immer die Zeit vor dem ersten harten Frost abgewartet (dann erfriert es nämlich und wird ganz "runzelig") und habe aus den langen Trieben Kränze gewickelt und mit Boulliondraht zusammengehalten. (Foto aus 2018)

Eingetrocknet erinnern die Blätter dann an angelaufenes Silber.

Bereits im letzten Jahr setzten die Pflanzen bei uns dann im Spätsommer Blüten an. Ich hab nicht schlecht gestaunt - die silbrigen Blütenansärtze gefielen mir ja gut ....... bis sie ihre Blüten geöffnet habe: die waren dann gelb............... na, gelb ist ja nun so garnicht meine Farbe.....

Was mich bei meiner Recherche nach der Pflanze heute erstaunt hat: im Netz wird behauptet, daß das Silberblatt weiß blüht.......sehr merkwürdig

 

......... In diesem Jahr nun, entstanden die Blütenansätze besonders früh..............warum also nicht abschneiden und anstatt gleich auf den Kompost werfen mal einen kranz draus wickeln?

Der erste Kranz entstand heute morgen aus den Blüten schlicht auf einen Drahtring gebunden. Die spontane Reaktion vom Helden: ist das Schafgarbe?............. und mit der Frage hat er ganicht mal so unrecht. Auf den ersten Blick könnte man es glauben. Erst bei genauem hinschauen sieht man dann die kleinen "Kügelchen".............

Ich bin ja gespannt, wie der Kranz später eingetrocknet aussehen wird und werde berichten!

Wie immer, hatte ich auch heute viel zu viel "geerntet" - aber für einen 2. gleichen Kranz hätte es nicht mehr gereicht............

Warum eigentlich nicht mit Tillandsie kombinieren - einen Versuch war es ja wert...........

Allerdings hatte ich keine frische Tillandsie mehr, sondern nur noch getrocknet - egal, ich hab es versucht!

Und das Ergebnis hat mich wirklich begeistert!

Wie schrieb eine Insta-Freundin vorhin dazu, als ich ihr ein Bild vom Kranz geschickt habe?!: wildfluffig und ich finde, das trifft es recht gut!

Warm genug ist es ja im Moment - es wird also nicht lange dauern, bis meine beiden Kränze eintrocknen werden.........was ich ja interessant finde: im Insta hatte ich auch geschaut, ob schon mal jemand Kränze mit den Knospen vom Silberblatt gezeigt hat - da haben viele den Silbertaler als Silberblatt markiert.

 

 Ganauso war es bei Tante G. - wenn man den Begriff Kranz aus Silberblatt eingibt, wird einem so vieles gezeigt, aber nur wenig über dieses Silberblatt. Schade eigentlich!

Aber: wieder was gelernt - und da sag mal einer, das Internet bildet nicht!:

Korrekt heißt diese Variante 

Helichrysum petiolare - Lakritz-Strohblume oder Gnaphalium

 

........ganz zum Schluß war aus den Resten dann als "kleine Spielerei" sogar noch ein kleines Sträußchen entstanden.

Wie immer, sind mehr Fotos entstanden, als es eigentlich drüber zu schreiben gibt - darum hier noch ein paar Fotos ohne Worte, die aber zu schade sind, um im Archiv zu verschwinden:

Ich hoffe, ich konnte Euch inspirieren, auch mal ungewöhnliche und "untypische" Pflanzen zu Kränzen zu verarbeiten.

Eure Jacqueline

 

die Hundsrose oder Kartoffelrose

Ein echtes Highlight jedes Jahr ist ja die Rosenblüte bei uns. Also, wenn die ersten Rosen ihre Knospen öffnen. Meist beginnt das ja eher un...