Freitag, 15. November 2019

Platz ist auf der kleinsten Fläche...............

Bevor es jetzt hier auch weihnachtlich wird.......... naja, eigentlich wird es schon leicht vorweihnachtlich, aber das ist dann ein anderer Post................ möchte ich aber trotzdem eine "neue Ecke" noch zeigen, die in den letzten Tagen hier entstanden ist im Wohnhaus. 



Wobei, die "Ecke" gab es schon immer und ich konnte sie nie wirklich leiden. Ein Bereich, wo ich null Ahnung hab, was sich da der Architekt mal beim Dachausbau gedacht haben mag - vermutlich nichts.
Es ist eine Art offener Hängeboden über der Treppe mit Fenster. Wir nennen den Platz immer nur Empore.......... ziemlich klein - etwa 3qm - und nur zu erreichen, wenn man von der Treppe aus eine Leiter gegenstellt, die man dann wie ein Affe hochklettern muss. Na, ganz prima, wenn man / Frau nicht ganz schwindelfrei ist. 



DAS ist der Blick, wenn man aus dem ersten Stock dann drauf schaut. Links die Wand zum großen Bad - rechts die Wand an meinem Arbeitszimmer.



Und die Idee, daraus einen weiteren Bereich für die Pelargonien im Winter zu bauen, kam eigentlich vom Helden: wäre der Platz nicht ideal? Hell, bisher ungenutzt und kühl?
Anfangs hielt sich meine Freude darüber arg in Grenzen - aber je länger ich drüber nachdachte und die akute Platznot............... nun ja, lange Rede: ich schaute, was wir noch an Altholz im Vorrat hatten und machte mir einen groben Plan.
Das Fensterbrett sollte nach innen vergrößert werden, wie ich es bereits vor Jahren mal im großen Bad für die ersten Pelargonien im Winter gebaut hatte) und mindestens eine "Theke" seitlich sollte entstehen.
Der Platz darunter sollte dann für die Wasserkanne (dass ich nicht zigmal die Treppe erklimmen muss, wenn ich giessen will) und ein wenig "Gedöns"genutzt werden.




Ich weiß nicht, wie oft ich in der "Bauphase" diese vermalledeite Leiter hoch und runter geklettert bin.
Wie oft ich mir den Kopf, Knie, Schulter irgendwo gerammt hab, weil der Platz da oben wie gesagt begrenzt ist und Holz bekanntlich nicht nachgibt.
Aber es hat geklappt - für eine 2. Theke links reichte allerdings der Platz leider nicht aus.



Aber ich bin happy. 

 

Wir werden nun eine 2. Leiter bauen lassen, denn diese hier wird auch täglich an einer anderen Stelle gebraucht.



Auch eine zusätzliche Beleuchtung hat mir der Held dann noch angebaut - nein, das konnte ich dann nicht alleine - Elektrik, davor hab ich einen Höllenrespekt.



 denn nur Licht von unten macht nicht wirklich Sinn, wenn man oben auf der Empore arbeiten möchte.



Wandauslässe für die Elektrik gab es genügend und so hat der Held für die 2. Lampe die Lüsterklemmen hinter diesem Schild verschwinden lassen.




Und so konnten viele neue Stecklinge auf der Empore einziehen. Eine ganz liebe FB-Freundin hatte mir auch einen schwung unbewurzelter Stecklinge von sich zur Verfügung gestellt. Wenn sie denn bewurzeln, wandern sie in unseren neuen ONLINESHOP princessgreeneye's Pelagonienglück
Dort werden sie dann zugunsten des Tierschutzes angeboten werden.



und zogen dann gleich ins Helle:




auch ein paar junge "Sorgenkinder-Pelargonien", die frisch aus Schweden eingetroffen waren, zogen ebenfalls an diesen neuen Platz - noch halten sie sich wacker.



Und ein paar Aussaaten sind entstanden. Auf sie bin ich ja besonders gespannt!
 Im Sommer hatte die Pel. RADENS 

 

geblüht, als wenn sie einen Preis dafür bekommen könnte und einige der Samen hab ich mir aufgehoben. Sind die nicht wunderschön anzuschauen mit den plusterigen Schirmachen und dem gedrehten "Hals"?!

 

Und die wurden nun gesetzt. 

 

Einige kamen gleich einzeln in Torftöpfchen



Und einige in ausgediente Obstschalen. So hat meine Oma schon früher auf der Fensterbank ihre Pflanzen für den Garten immer vorgezogen. Verwenden, was schon da ist.



Und so sieht es derzeit in unserem "Gewächshaus" / Gästezimmer aus..............




Pelargonien, Pelargonien, Pelargonien...................... kleine und große, junge und ganz junge, und natürlich auch die älteren Exemplare...............




einstöckig und zweistöckig - hoch und hell genug ist der Raum im ersten Stock ja. Was man nicht sehen kann: der Raum hat auch oben im Giebel und an anderen Seiten noch Fenster - also warm und hell.







Und auch die Pelargonien, die im großen Bad am Fenster "geparkt" sind, scheinen sich wohl zu fühlen:



auch wenn die Bildqualität zu wünschen übrig läßt. Ist nicht so günstig, gegen das Licht zu fotografieren.







Ja, aktuell bin ich jetzt jeden Morgen etwa 1 Stunde "in meinen Pelargonien"........... kontrollieren, dass es allen gut geht, wässern, was trocken ist und auszuputzen, wenn nötig. Die Setzlinge beschauen, wer angewachsen ist oder wer es eben nicht geschafft hat, usw.



Wie diese unbekannte noch kleine Schönheit. Ich hab die Mutterpflanze nun schon viele Jahre. Wie sie wirklich heißt, weiß ich leider nicht - darum hab ich sie FÜR MICH unbekannte ELMA jetzt genannt. Und diese kleine Elma zeigt nun ihre ersten Blüten.




Das waren dann mal wieder "bauliche" Neuigkeiten. Kommt alle gut ins Wochenende und paßt gut auf Euch auf - Eure (pelargonienverliebte) Jacqueline





Donnerstag, 17. Oktober 2019

Was ist etwas wert - was sind Werte?

Es gibt so Momente, die lösen viel mehr aus, als man im ersten Moment erwartet. Oder treffen einen die Ereignisse / Vorkommnisse einfach nur "auf dem falschen Fuß"?
Ist man in solchen Momenten einfach nur empfindlicher als sonst ?
Ich weiß es nicht - aber es rumort in mir - auch wenn der Text mit schönen Bildern unserer ellträger unterlegt ist. Denn manches mal bin ich geneigt, die Menschen zu vertsehen, die sagen: echte Freundschaft, Ehrlichkeit und Loyaliät gibt es nur mit Tieren.....................



Ich weiß ja selbst, wenn man ein Medium nutzt, dann kann es positive und negative Nebenwirkungen geben - es gibt nicht das Eine ohne das Andere. Erst recht nicht, wenn es um Menschen geht. Und bis heute bin ich davon überzeugt, dass das Netz eigentlich nur ein "Spiegelbild" des realen Lebens ist. Ich vergleiche das Netz gerne mit einem Dorf oder einem Hochhaus. 
Wenn man in einem Dorf oder Hochhaus lebt, dann mag man auch nicht immer jeden, dann kennt man auch nicht jeden persönlich. Aber jeder redet mit irgendwem über irgendjemanden. Man lebt in einer Art "Mikrokosmos". In seiner kleinen heilen Welt. Und lernt ziemlich schnell: die Welt ist auch im kleinen Mikrokosmos nicht immer nur heile.
Man geht miteinander um. Und da kommen dann in meinen Augen die berühmten "Werte" ins Spiel:
Was sind unsere Werte? Wie leben wir unsere Werte?  Diese Frage stellt sich dann ziemlich schnell!



Werte sind eigentlich das, was man mit der "Muttermilch" mitbekommen sollte. Werte ist das, was einem die Eltern vorleben und die Umwelteinflüsse kommen mit der Zeit dazu. Werte verändern sich auch mit den Jahren und verändernauch einen Menschen, je älter er wird. Entweder, man festigt seine Werte, weil sie einem eine Richtschnur fürs Leben geben, oder tauscht sie gegen andere Werte aus, weil die könnten ja einfacher sein, zu leben.
Früher galt eine geschiedene Frau als "unanständig" - heute völlig normal.
Früher galt ein uneheliches Kind als "Bastard" - heute völlig normal.
Früher galt ein guten Tag, ein Aufwiedersehen, vernünftiges Benehmen oder gar Rücksicht und Mitgefühl zum "guten Ton" - heute garnicht mehr so "normal".
Es kommen Leute in einen Laden (da rede ich NICHT von meinen Kunden!!!), kein Gruß, keine nette Geste, kein Bitte und erst recht kein Danke. Die Kassierer(in) wird beim Bezahlvorgang nichtmal eine Blickes gewürdigt, weil man ja grad so beschäftigt auf sein Handy schauen muss - früher nannte man sowas: sein Gegenüber mit Respekt behandeln. Ein Beispiel von vielen.
Und all das wird ja auch unserer berühmten Jugend vorgelebt. Eltern schieben die Wagen, die Kinder den Eltern zugewandt im Wagen, starren die Eltern nur noch aufs Smartphone. Wie sollen Kinder da bitte lernen, dass man von Angesicht zu Angesicht miteinanderumgehen sollte. Dass man miteinander reden sollte. Dass es noch eine andere Welt als das Netz gibt. 
Nunja, wir werden sehen, wie sich das weiterentwickelt.
Denn heutzutage ist es ja schon "Luxus", wenn man nicht 24/7 im Netz verfügbar ist.

 

Was mich aber immer wieder entsetzt und woran ich mich niemals gewöhnen werde, ist, wenn der Ton im Netz und auch die Umgangsformen immer roher werden. 
Ja, wir wundern uns, dass Menschen im Netz andere in die Verzweiflung treiben, wenn diverse Werte, die wir mal in unserer inzwischen recht fernen Kindheit gelernt haben, plötzlich nichts mehr gelten. 
Egal, ob Vertrauen, Freundschaft, Loyalität, Unrechtsbewußtsein oder gar Ehrlichkeit - Werte, die mit die Grundpfeiler einer Gesellschaft sein sollten - Werte, ohne die eine Gesellschaft über kurz oder lang völlig verrohen wird. 
Nun könnte man natürlich sagen: na, das funktioniert doch nichtmal im wahren Leben - warum soll es im Netz funktionieren? 
Ich denke aber: im Netz fehlt ein entscheidendes Element: das Angesicht!
Wenn ich im wahren Leben lüge, betrüge, stehle, jemand anderen verletze, dann muss ich dem Menschen irgendwann vielleicht wieder mal unter die Augen treten - da gibt es auch Instanzen, an die ich mich wenden kann (ob sie funktionieren steht natürlich auch auf einem anderen Blatt). Da gibt es auch die Gemeinschaft, die im besten Fall den, der aus der Reihe tanzt, "abstraft". Das kennen wir alle noch vom Schulhof: einem wird Unrecht getan und die anderen schliessen den Kreis um ihn und schützen ihn vor dem Unrecht - so hab ich es zumindest in der Kindheit erlebt - heutzutage würde man sowas Zivilcourage nennen. Die ist heutzutage so selten geworden, dass teilweise sogar Verdienstorden vergeben werden dafür - was ich übrigens richtig finde, weil sie solch ein menschliches Verhalten wieder ins Bewußtsein der Menschen rufen. Und diese Werte gibt es in nahezu allen Kulturen - also nicht nur bei uns!
Wenn ich all das im Netz treibe, dann kann ich mich hinter einem hübschen Avatar verstecken, hab im Zweifel einen falschen und verfälschten Namen - ich kann mit verschlossenem Visier agieren - ich als Person werde unsichtbar.



Besonders perfide wird es, wenn das Verhalten nicht nur 2 einzelne Individuen betrifft (wie anders soll man einen anonymen Avatar sonst nennen), sondern mehrere Menschen. In dem Moment kommt dann auch noch die berühmte "Freundschaft" dazu. 
Wahre Freundschaft im wahren Leben ist schon nicht leicht aufzubauen oder gar zu hegen und zu pflegen. Freundschaft ist schwere Arbeit, wenn sie halten soll - sie basiert auf Vertrauen. Und wie heißt es auch so schön: Vertrauen muss man sich erarbeiten.
Im Netz ist inzwischen Vertrauen zu einer sehr inflationären "Ware" verkommen. Sie wird nach Zweck eingegangen - alle Ameisenbeobachter wollen sich vernetzen und gehen dann "Freundschaften" ein - ist jetzt nur ein neutrales Beispiel (ich zumindest keine keinen einzigen Ameisenbeobachter)! Und so zieht es sich durch alle Bereiche des Netzlebens und klar, es gibt wie im wahren Leben auch, "Cliquenwirtschaft", Bündnisse usw. Die sind ja auch garnicht verwerflich, solange man nicht bestimmte rote Linien überschreitet. Sie können ja auch wichtig sein, können den Einzelnen in einer Gruppe gemeinsam stark machen.
Es gibt auch die, die man ja auch im wahren Leben kennt: man lernt sie kennen, sie sind immer lieb, immer sanft, immer seicht. Man hat das Gefühl, dass einem solche Menschen guttun. Man fasst Vertrauen. Und das ist dann die Falle! Weil Menschen, die immer nur lieb sind, immer nur sanft sind - das sind die "every bodys darling", wo man sagt: die können doch keiner Fliege was zuleide tun. Nun, das mag sein - aber es sind auch die, die immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen - die immer sagen: da halte ich mich raus - die sagen: hach, ich kann mit Streit nicht umgehen - die sagen: ist doch nur das Netz....................... bedeutet doch unter dem Strich: genau diese Menschen, die auf den ersten Blick so "lieb" sind, sind doch die, die Beschiss, Betrug, Unehrlichkeit, Anstand, usw. mit Füßen treten, weil sie eben keine roten Linien ziehen oder gar rote Linien (im Netz) "leben"- weil: es ist doch nur das Netz (eine herrlich bequeme Ausrede). Aber wenn das das Netz ist, was ist dann noch eine Freundschaft wert? Ist sie zu einem Wegwerfartikel geworden, wie ein T-Shirt für 3 Euro, dass nach der 2. Wäsche auseinander fällt?
Kann man nicht auch ein "guter Mensch" sein, wenn man seine Meinung sagt, wenn man Recht von Unrecht trennt? Kann man nicht auch ein "guter Mensch" sein, wenn man an Werten festhält, sie verteidigt, ihnen wieder Raum gibt und es anderen Menschen vorlebt? Wenn man sich vor oder an die Seite von Menschen stellt und überschreiten von roten Linien anprangert? 
aber stimmt ja, man kann weitersrollen - aus den Augen aus dem Sinn. Man hat sich ja positioniert, mit Daumen hoch, Herzchen oder gar einem weinenden Smiley. Kostet ja nichts - nicht mal seinen "guten Ruf".



Wenn ich mir das Netz heute so anschaue, halte ich es menschlich gesehen für einen der gefährlichsten Orte der Welt - ein Ort ohne Regeln. Ein Ort, an dem sich Menschen alles erlauben (können). Verhalten erlauben, die sich vermutlich im wahren Leben dann auch fortführen. Und dann brauchen wir uns wirklich nicht wundern, wenn diese berühmten "Werte" immer weiter zusammenschrumpfen.
Wenn nichtmal die Erwachsenen Gut und Böse mehr trennen können, Schein und Sein verschwimmt, wie sollen dann unsere Kinder oder gar Enkelkinder überhaupt noch Werte erlernen. Oder rede ich grad von den "Guten Werten", die untergehen und die "schlechten Werte" werden zu "guten Werten" sich dann verkehren?
Sollte das je endgültig passieren - na dann"gute Nacht"! - Eure Jacqueline
 

Samstag, 12. Oktober 2019

eine kleine (Häkel)Geschichte



Ich möchte Euch heute eine kleine Geschichte erzählen:
Seit Monaten geht es in diversen Häkelgruppen in FB um gehäkelte Taschen / Einkaufsnetze, das Für und Wider diverser Wollsorten, was ist nachhaltig, warum und wieso, ja oder nein und welches ist das schönste Modell. Den"Oberhype" entfachte dann die "EDDA" - es gab darüber Anleitungsfilmchen auf diversen Onlinekanälen, usw. Eigentlich"kloppten" sich die User um ein Thema, das so alt ist, das es bereits zumindest in meiner Kindheit schon gab. Das Einkaufsnetz, dass zumindest meine Mutter und auch meine Oma immer dabei hatten, wenn sie zum einkaufen gingen. Damals gab es noch nichtmal Platiktüten. Es wurde also grad nicht das Rad neu erfunden. Es gab lediglich eine "Wiederauferstehung" einer alten Idee.
Und klar, auch ich konnte mich diesem "Hype" auch nicht komplett entziehen - wollte sie für uns privat mal ausprobieren. Nun bin ich ja nicht so der "Anleitungstyp". Ich hab mir natürlich diese Anleitung auch angeschaut - hab hin und her überlegt, wie ich die für mich häkeln kann, ohne permanent "sklavisch" mich an diese Anleitungen zu halten. Häkeln tu ich meistens abends auf dem Sofa oder eben im Auto oder auf Tour - beides für mich keine Orte, wo es Sinn macht, gleichzeitig auf das Häkelteil und den Minibildschirm eines Handys zu starren. Das kann nur im Chaos enden.
Herausgekommen am Ende ist dieses Netz - größer als in der Anleitung und vor allem auch mit längeren Henkeln, denn ich mag es, Taschen auf der Schulter zu tragen.
Und es hat auch schon die ersten Einkäufe "überlebt" - ich war verblüfft, wieviel da rein passt. Sozusagen ein Netz, dass mit seinen Aufgaben wächst. Gehäkelt aus reinem Leinen aus dem Garn von JDL, da ich denke, dass es für solche Zwecke einfach perfekt ist.



Sie begleitet uns nun immer im Auto - griffbereit im Kofferraum. Ich hatte zwar noch eine weitere Variante begonnen, aber seitdem liegt die Tasche jetzt erstmal bei den"UFO's".
Dann fielen mir bei Aufräumaktionen im Wollschrank plötzlich alte bzw. übrig gebliebene Grannys in die Hände, von Häkeldecken, die ich in den vergangenen Jahren gehäkelt hatte.
u.a. diese hier  - ............... Wahnsinn, wie die Zeit vergeht und entsprechend schlecht ist auch die Bildqualität.............:



Also sollten die Grannys nun zu einer Tasche werden. 
Ein wenig probieren, die Grannys entsprechend anordnen, etwas versuchen - die Idee war ja im Kopf. Es klappte und fertig war die Tasche. Sie erinnerte mich ein wenig an meine Schulzeit in der Oberschule - damals war es unglaublich "hip", mit gehäkelten Einkaufstaschen die Bücher in die Schule zu tragen. 

 

Regelmäßig veranstalten wir ja in unserer Tierschutzgruppe auf FB Versteigerungs- und Auktionstage und da bot ich die Tasche dann an. Es war für mich garnicht so einfach, einen Preis zu finden. Denn schaute man in FB, da wurden solche handgefertigten Taschen teilweise für Spottpreise verramscht. Es gab in den diversen Gruppen wahre Diskussionsschlachten, wenn es um die Preisgestaltung ging. Das Für und Wider, ob man denn überhaupt Geld für Selbstgehäkeltes nehmen dürfte, naja, es gäbe ja in Billigdiskountern schon welche für unter 10 € und was weiß ich nicht noch alles. Man konnte sich teilweise nur an den Kopf fassen. Achja, dass man ja Wolle auch schon für unter einem Euro kaufen könne, wurde dann auch noch ins Feld geführt. Dann ging es schlussendlich oft noch darum, welche Fußabdrücke ja Wolle überhaupt und sowieso auf der Welt hinterlassen würde. 
Mich beruhigte dann nur, dass meine Wolle ja nun schon seit Jahren im Schrank lag. Ich also auf vorhandene Resourcen sozusagen zurück griff.
Meine "innerliche unterste Schmerzgrenze" waren dann 39 € + Porto (sonst hätte ich sie behalten) und zu diesem Preis bot ich sie dann auch an - und am Ende hatte sie eine neue Besitzerin.



Meine Taschen kamen also "an" und so kramte ich weitere Grannys hervor - warum sollten sie im Schrank weiter schmoren? Ich hatte somit "Projekte", die relativ schnell gingen - also zumindest mal schneller, als eine ganze Decke zu häkeln und die Wolle hatte ich ja auch noch von damals da. 

https://1.bp.blogspot.com/-vWEBti8blKk/UG6gDo3G31I/AAAAAAAAKM0/EraigbRfWY0/s640/P1140163.JPG

Dies ist auch ein Foto von damals - ist übrigens fast auf den Tag genau 7 Jahre her - ich hatte auf damaligen Wunsch auch eine Anleitung zu den "Mühlen-Grannys" gebastelt und hier in den Blog gestellt - wer mag, kann also gerne mal schauen:
 https://princessgreeneye.blogspot.com/2012/10/granny-decke-zwischenbericht-mit.html

Mein "Ziel" für dieses nächste kleine Projekt war dann eine Tasche mit "Boden" - dafür wurden 2 Grannys zusammengesetzt und oben kam das Netz aus Stäbchen und Luftmaschen.. 

 

Ich dachte mir: im unteren Bereich so, das kleine Dinge nicht rausfallen können - oben durfte es gerne "luftiger" dann werden.



oben längere Henkel, eben, dass die Tasche wieder auf die Schulter paßt.




Die Fotos waren "im Kasten" und an dem Wochenende kam meine Freundin zu Besuch. U.a. kamen wir dann auch auf das Thema dieser Häkeltaschen, weil ich bereits das nächste Exemplar auf der Nadel hatte. 
Sie: zeig doch mal die fertige Tasche............... ich holte sie hervor, sie schmiss sich die Tasche über die Schulter, schaute mich an mit völlig verzücktem Gesicht: DAS IST MEINE - was willst Du dafür haben................ Na, da war ich erwischt - sie war doch meine Freundin und am liebsten hätte ich sie ihr geschenkt. 
Ich erzählte ihr eben von diesen "Geschichten" um Häkeltaschen aus dem Netz ............. Sie: nun komm doch mal zum Punkt, was willst Du haben............... also meinte ich: naja, meine erste Tasche brachte im Netz für den TS 39 €. Ich dachte, ihr fallen die Augen aus: neeeeee, dann gebe ich Dir wenigstens 50 € - und selbst das ist eigentlich viel zu wenig, für all die Arbeit!
Nunja, sie hatte ja recht - aber, dass sie das so raushaute, berührte mich ungemein. Die Tasche hatte also eine neue Besitzerin und unser TS-Konto war um 50 € "reicher".



Vor 2 Tagen dann wurde die 3. Tasche fertig - also ein ähnliches Modell von meiner 2. Tasche. Übrigens: MEINE Idee - eine ähnliche Tasche hab ich zumindest noch bei keinem auf der Seite entdecken können.
Ich wollte sie diesmal / gestern im Laden fotografieren.................... sie lag also wenig dekorativ auf dem Ladentisch, Kunden kamen und gingen und es fehlte die Zeit für Fotos. Eine Kundin entdeckte dann die Tasche auf dem Tisch: was ist das? ................. DAS?, das ist eine Tasche, die ich gehäkelt hab - ich wollte grad heute Fotos machen und dann wird sie für den TS verkauft im Netz.............. ach, darf ich mal sehen?................... ja klar, gerne!
Die Kundin nahm die Tasche, bekam Herzen in den Augen, schmiss sich die Tasche über die Schulter und meinte: NEHME ICH.................. na, Sie kennen doch den Preis noch garnicht! .............dann nennen sie mir doch den Preis. Ich erzählte ihr also die Geschichte ......... klar, das zahle ich Ihnen auch - die ist ja wunderschön. Ich war geplättet. ........... darf ich noch ein Foto von meiner Tasche machen? - das möchte ich gerne in meinem Blog schreiben. ........... ja, machen Sie gerne - mich freut es!

 

Am Ende  packte ich ihr die Tasche ein - ihre anderen Käufe natürlich auch und sie gab mir das Geld und.............. rundete nochmals satt auf und meinte, das legen sie bitte in ihre TS-Büchse. Ich staunte nur noch Bauklötze. Selten, aber ich war sprachlos.



Ansonsten ist natürlich auch sehr viel bei uns in den vergangenen Wochen passiert. Mal schauen, dass ich das in der nächsten Zeit hier alles noch berichten kann.



Ich wünsche Euch allen ein wunderbares Wochenende - Eure Jacqueline

 

Sonntag, 1. September 2019

Von einer sterbenden "Wegwerf-Ware Hund" zu einem kleinen "Hundeprinz"


................ist genau der richtige Titel für diesen Post und zwischen diesen beiden folgenden Fotos liegen ziemlich genau 6 Wochen!




Vor sechs Wochen / 14.07.2019 fand die Tochter von der Tierschürtzerin Zeljka in Vokovar / Kroatien den kleinen Josef................... man kann nur spekulieren, wie er dort hin kam, man kann nur spekulieren, wie lange er dort gelegen haben muss - wieviele Menschen achtlos an ihm vorbeigelaufen sind.............. man kann auch nur spekulieren, was aus Mama und Geschwistern geworden ist..................



Zeljka ist eine von einer kleiner Gruppe Tierschützer in Vukovar / Kroatien, die Andrea Haug über ihre FB-Gruppen LOf-Kastrationsteam und GEFÜLLTE BÄUCHLEIN seit einigen Jahren zusammen mit Dorothea Maurmann unterstützt. Sie haben nur eine Handvoll Menschen an ihrer Seite und haben schon so viel "gestemmt". Anfangs haben wir mit unserem jungen Verein princessgreeneye-TIERSCHUTZHILFE e.V. "nur" sporadisch über die Verkaufstage die Kastrationsseite unterstützt und über die Zeit kamen eben dann auch Impfungen und Finanzierungen von Futter und Hilfe bei den Tierarztkosten dazu.
Dazu muss man sagen, dass die Tierschützer in Kroatien nie was sagen, man muss ihnen förmlich aus der "Nase ziehen", was sie brauchen. Sie haben den Anspruch, alles erstmal alleine zu schaffen - was ja auch ein guter Ansatz ist! Aber das kann auf Dauer nicht funktionieren. Die Tierarztschulden erdrücken sie oft schier und unsere Angst in Deutschland ist dann oft, dass die Tierärzte irgendwann mal die Tür nicht mehr öffnen............. 
aber ich schweife ab.................
Jedefalls wurde vor etwa 6 Wochen der kleine Josef gefunden und Andrea berichtete mir davon - alle waren wir aufgewühlt - so ein kleines Wesen - mehr tot als lebendig. 1,7 kg Fell und Knochen, grad von der Mutter weg - nicht mehr in der Lage aufzustehen. Man kann nur spekulieren, warum er ausgesetzt wurde..............woher er kam............
Wir wußten, dass es ein "teurer Versuch" werden würde, den kleinen Josef behandeln zu lassen - zu versuchen, dass er überlebt und wir haben angeboten, die Tierarztkosten usw. PRIVAT zu übernehmen............. viele Gespräche folgten. Keiner wußte, wie die Knochen aussehen, denn fürs röntgen war er viel zu schwach. Ich versprach Andrea: sowie er alle Impfungen hat (also vor allem ja Tollwut, ohne die kein Tier nach Deutschland einreisen darf), würde ich im nächsten Flieger sitzen......und er sollte JOSEF heissen (keine Ahnung, wie ich auf diesen Namen gekommen bin)........Was anfangs garnicht so klar war: 
Josef war innerlich und äußerlich voller Parasiten, die Maden tanzten auf ihm Polka - innerlich war das runde Bächlein ein "Ball aus Würmern"..........ein Wunder, dass er überhaupt noch lebte.



Er wurde zigmal gebadet, von den Maden befreit, die schon anfingen, seinen Körper zu fressen und musste mehrere Wurmkuren bekommen, bis er frei von inneren Parasiten war.
Josef war für uns auch der Grund, eine Hilfsaktion für Parasiten-Mittel über unsere Vereinsseite in FB in "Leben zu rufen" - zu sammeln, damit ich die Mittel mitnehmen konnte, wenn ich fliegen würde.



Josef musste über Wochen bei der Tierärztin bleiben, wir liessen das beste Futter kaufen, was man für Geld in Kroatien kriegen konnte. Denn gutes Futter war das A&O, dass er Kraft bekam. 



Das Röntgenbild war leider nicht so aussagekräftig wie erhofft - aber das war auch nebensächlich - mit Josef ging es bergauf - er kämpfte sich täglich ein Stück weiter ins Leben zurück. Und drufte nach etwa 2 Wochen in eine Pflegestelle umziehen. Er bekam die beste private Pflegestelle, die sich ein Fellträger nur wünschen konnte - wurde behandelt dort wie ein Prinz. Eine Freundin der Tochter von Zeljka war bereit, ihn bei sich bis zur Ausreise aufzunehmen.



Sie hat eine eigene Hündin - ASTRA - die in dieser Zeit sich um Josef gekümmert hat. Von ihr lernte er, dass er in Sicherheit war.



Die Wochen vergingen, die Imfpungen begannen und es konne ein frühestmöglicher Ausreisetermin festgelegt werden. 
 Die Sammlung für die Parasitenmittel machte grandiose Fortschritte und es kamen incl. unserem NOTFALLTOPF 628 € innerhalb weniger Tage dafür zusammen. Mit Hilfe von Imca Te Brinke, die in Holland wohnt, konnten wir einen sehr preisgünstigen Shop finden, der grad eine Sonderaktion für Spotons mit 4-fach-Schutz für Hunde und Katzen laufen hatte. Sie bestellte für uns, weil der Shop nicht nach Deutschland lieferte und kurz vor der Abreise kamen die Parasitenmittel bei uns an. Ein Kontingent Flohsprays usw. hatten wir noch aus anderen Sachspenden im Vorrat. All das sollte dann mit auf die Reise gehen.

 

 Der Held suchte im Netz nach den besten Flugverbindungen, denn ich wollte wie immer morgens hin und abends wieder zuhause sein. Da blieb nur der Flughafen Zagreb - also ein Flug morgens mit Zwischenstop in Warschau. Mittags Ankunft in Zagreb und genügend Zeit, die Zeljka kennen zu lernen, die Spenden zu übergeben und wieder für den Rückflug am späten Nachmittag einzuchecken.
Soweit der Plan - der Reisetermin 28.08. rückte mit großen Schritten näher und mich ereilte eine schwere Sommergrippe. Die sich natürlich prompt auch auf den Bronchien festsetzte. Und da ich ja fliegen wollte / musste MUSSTEN einfach Antibiotika her. Half ja nichts.
Also die letzten Tage versucht, zu schonen, alles getan, dass die Grippe wieder geht und der große Tag rückte näher.
Abends noch die große Reisetasche, die der Held auf den letzten Drücker noch organisierte, mit zwei verschiedenen HUNDETASCHEN für den Rückflug und allen Hilfsgütern bis auf den letzten Zentimeter aufgefüllt. Da wäre nichtmal mehr ein Blatt Papier reingegangen.
So ging es in aller Herrgottsfrühe nach Tegel zum Flughafen...........



Beim einsteigen traf mich schon der Schlag - eine PROPELLERMASCHINE - entsprechend war der Flug, der Druckausgleich war defekt - alle Insassen litten schlimm unter dem fiesen Druck in der Kabine - meine Erkältung liess grüßen - ich dachte, mich zerreisst es.
Umsteigen in Warschau. Dort konnte man auf dem Rollfeld sehen, wie unsere neue Maschine beladen wurde. Ich sah zwar meine Tasche nicht - aber dachte mir erstmal nichts dabei - ich war mit meinen Ohren beschäftigt. Und weiter ging es - eine Stunde später Landeanflug auf Zagreb, raus aus dem Flieger und ab zum Gepäckband..........und was war nicht da? RICHTIG - MEINE TASCHE WAR WEG ............... weg .................. weg.............. ich bin durchgedreht. Alle Spenden weg - die Taschen für die Rückreise WEG. Da nutzte es auch erstmal nichts, dass ein "Verlust-Fall" eröffnet wurde. Zum Glück sprach die Flughafenmitarbeiterin am Telefon mit Dorothea, sodass auch alles richtig ausgefüllt wurde - denn ich spreche kein Kroatisch. Und Englisch verstand die gute Frau kaum...........
Draussen wartete der kleine Josef mit Zeljka und ihrer Tochter auf mich.............Die wussten bereits Bescheid - die Kommunikation funktionierte aus Deutschland bestens.



Ich traf auf eine zierliche und herzensgute Frau, der man ansah, wie traurig sie über den Abschied vom Josef war. Wie sehr er ihr ans Herz gewachsen war - ohne sie, wäre er heute ja auch nicht mehr am Leben!

 

Na, wir wollten fragen, wie ich denn nun den Josef mit nach Hause bekomme - und solch Malheur scheint öfters zu passieren als man glaubt, jedenfalls konnte man uns am Schalter den Tip für einen 10 min entfernten Pet-Shop geben. 
Wir also rein ins Auto, den Petshop gefunden und 2 neue Taschen gekauft - ich wollte sicher sein, dass zumindest eine Tasche vom Flughafen akzeptiert wurde.
Dann setzten wir uns in ein tolles Cafe und lernten uns kennen - wir verstanden uns auf Anhieb, wir Frauen. Na klar, war es anfangs "komisch" - ich was "die aus Deutschland", die den kleinen Josef mitnahm. Und Josef ?: sah mich und schleckte mir als erste das Gesicht und legte sich sehr zufrieden neben mich - als würde er mich schon immer kennen.








Wir redeten, tauschten kleine Geschenke aus und ich bewunderte diese Frau Minute um Minute mehr. Sie hatte nur eine kleine Rente, ging "nebenbei" noch auf mehrere Putzstellen, um irgendwie die REchnungen zu stemmen und versorgte unzählige Fundtiere und Futterstellen. Sie erzählte mir von ihren Tagen - ich fragte mich, wann diese Frau überhaupt schläft? Sie war über 300 km gefahren, um mir den Josef zum Flughafen zu bringen - erstaunlich, dass sie sich überhaupt auf den Beinen halten konnte............ Sie erzählte von den erdrückenden Tierarztschulden und ihrem Traum von einem sicheren Gelände für die Fundkatzen, damit ihre Tochter auch wieder gerne Freunde mit nach Hause bringen könnte.



Ich versprach ihr, zusammen mit Andrea und Dorothea, wenn ich wieder in Deutschland war, zu überlegen, wie wir helfen könnten. Wie wir ihr zumindest ein paar Sorgen würden abnehmen können.
Sie erzählte mir, wie wichtig unsere aller Hilfe aus Deutschland für sie war- wie die Hilfe sie immer wieder aufbaute - ihr Kraft gab, weiterzumachen.......... ich hatte einen dicken Kloß im Hals.
Zurück am Flughafen wurde dann eingecheckt - mir schlug das Herz bis zum Hals. Ich zeigte die (größere Tasche) vor, man prüfte die Papiere - das war es - unglaublich - so einfach hatte ich NOCH NIE (mit Hund) eingecheckt. 
Es gab noch ein Erinnerungsfoto



und dann hiess es Abschied nehmen......alles war hochemotional........dann noch einmal ein kurzes Winken, durch die Sicherheitskontrolle und wir waren im Abflugbereich.
Ich war absolut verblüfft, wie lieb alle Menschen um uns herum waren - wie freundlich. Jeder hatte ein nettes Wort, fragte, wer Josef war, usw.............. einziger Wehmutstropfen: mein Rück-Flieger hatte 2 Stunden Verspätung, mein Sitz mit Beinfreiheit (extragebucht) wurde an jemand anders vergeben, ich saß wie in einer Sardinenbüchse mit Hundetasche zwischen den Beinen - na, das brauchte ja niemand............... mir selbst ging es ohnehin sehr bescheiden.
Zu allem Unglück pieselte der kleine Josef noch in die Tasche.............. also alles raus, austrocknen, trockne Tücher und meinen Sweater wieder rein. 
Die ganze Zeit auf dem Flughafen war ich abwechselnd im Kontakt mit dem Helden, der mich ja abholen wollte und Andrea und Dorothea von GEFÜLLTE BÄUCHLEIN - die ja auch alles hautnah über Chats und Telefon mitbekamen. Alle fieberten mit, dass alles gut laufen würde.



ausgepieselt verschlief der Zwerg den gesamten Rückflug - nach der Landung eine letzte Sicherheitskontrolle und dann stand da der Held mit Jorgos und erwartete uns.
Wir hatten uns entschieden, dass er Jrgos mitbrachte - dass der Rüde als erstes den kleinen Josef kennenlernte - damit er sofort merkte, dass er nicht eifersüchtig zu sein braucht. Denn bis jetzt war er der "Kronprinz" hier und sollte es auch bleiben - das musste JORGOS  vom ersten Augenblick an merken, damit es nicht zu Verwicklungen kam und unser Plan ging tatsächlich auf! Eine kurze Bürste, ein gemeinsames Saufen aus dem Wassernapf und alles war gut.



Wir traten die Heimreise an. Klein Josef verschlief die Fahrt auf meinem Schoß und wir sahen schon von weitem, dass über unserem Dorf ein Unwetter hing. Ein Kennenlernen im Hof war nicht drin. Also Josef auf den Arm und rein ins Haus. Und es lief erstaunlich gut - klar, alle waren aufgeregt, jede der Fellträgerinnen wollte die erste sein. Aber mit der Zeit beruhigten sich alle und 1 Stunde später lagen alle friedlich in der Küche und der kleine Josef auf dem Schoß vom Helden. Davon gibt es leider nur ein Video, was ich hier nicht hochgeladen bekomme.
Am nächsten Tag früh war der Termin in der Tierklinik zur Kontrolle angesetzt.



Und ja, Jorgos durfte auch mit - einfach, damit er nicht das Gefühl bekam, ausgeschlossen zu sein.



Der Kleine enahm sich wie ein Großer - wurde durchgecheckt - soweit alles im "grünen Bereich". r wurde auf etwa 2,5 bis max 3 Monate aufgrund seines Zahnstatus geschätzt. Die Hüfte wurde kontrolliert und ein Termin für kommende Woche vereinbart, dass sich der Orthopäde ihn sich nochmals ansah und man ein Hüftprofil machen würde. Es war ja nicht dramatisch - aber die Hüfte MUSS abgeklärt werden! Die wirkt nicht ganz "astrein".



Danach ging es in in ein Cafe - unglaublich, wie brav die Beiden waren. Jorgos hat sofort die Beschützerrolle für den kleinen Zwerg übernommen!



Abends dann Zuhause dann diees Foto / Bild - Hilde erlaubte ihm, mit auf ihrem Platz zu liegen. Langsam wurde er aktzeptiert im Rudel.



Die ersten Nächte waren auch erstaunlich ruhig. Ich hatte ja gemerkt, dass er Fell gerne mag - also hab ich ihm auf einem Stuhl neben meinem Bett ein "Nest" gebaut. Jorgos schläft ohnehin  auf einer Seite neben mir - so war die andere Seite für den kleinen Josef frei. Er konnte selbst entscheiden, ob er in seinem Nest oder neben mir im Bett liegen wollte. Er wollte abechselnd beides.............





Als ich mich morgens im Bad fertig gemacht hab, turnte er dann erst auf dem Bett herum und kuschelte sich dann zwischen die Kissen



genauso hatte sich der Herzkäfer Jorgos damals verhalten, als er neu bei uns war.



Und wie alle Babys, hat er natürlich Flausen im Kopf. Ist immer um mich herum.





und immer ist auch seine "Amme" Frieda in der Nähe!



Und hier nun ein paar Eindrücke, wie der kleine Josef lernt, sich in das Rudel einzufügen!
Und eines ist ganz klar: Josef wird NICHT bleiben. Wir sind wirklich eine Pflegestelle für ihn. Wir päppeln ihn auf und werden zusammen mit der Tierklinik alles tun, dass er zu einem gesunden jungen Fellträger sich entwickeln kann. Wenn er dann soweit fit ist, BRAUCHT ER SEIN FÜR-IMMER-ZUHAUSE !!!!
Ja, mir wird es das Herz zerreissen - aber wir sind davon überzeugt, dass es das Beste für den kleinen JOSEF sein wird!





Aktuell kann man nur schwer sagen, wie groß Josef tatsächlich werden wird - aber wenn ich dran denke, dass Jorgos damals etwa gleichgroß und gleich alt war, als er zu uns kam, dann denke ich schon, dass auch Josef ein mindestens mittelgroßer Hund werden wird. Ich schätze mal um die 22-25 kg bestimmt.





Er muss noch sehr viel lernen - er hat zwar die letzten Wochen mit der Mastiffhündin Astra auf der PS in Kroatien gelebt - aber ein ganzes Rudel ist ja nochmal was anderes.................





Viele fragten bereits, "was" denn der Josef wäre - ich glaube, dass es für endgültige Prognosen auch noch zu früh ist - aber ich glaube fest, dass zumindest mal ein Boxer "mitgemischt" hat.
Und dann kam die erlösende Nachricht: Ihre Tasche ist in Zagreb gelandet - sie können sie abholen. ............. Und dann zeigte sich mal wieder, wie ganz viele Menschen #HandinHand es schaffen, ein kleines Wunder zu vollbringen:
Der Held gab alle Daten an Dorothea weiter, die bei ihren Verwandten in Zagreb nachfragte, wer bereit wäre, die Tasche vom Flughafen abzuholen und in einen Überlandbus zu übergeben, der die Tasche dann nach Vukovar bringen sollte, wo Zeljka die Tasche am Busbahnhof dann abholen konnte.  Und es hat tatsächlich geklappt - vorgestern abend "landete" die Tasche wohlbehalten in Vukovar:



Ich kann nicht beschreiben, wie erleichtert ich war. Ich hatte in meiner Fantasie schon gesehen, wie wir alle Spenden hätten ersetzen müssen - vor allem, wie die Tiere weiter würden leiden müssen unter den Parasiten, weil ich die Tasche verloren hab...................



Jetzt sieht das alle irre viel aus und klingt auch nach sehr viel......................



Aber eines ist Fakt: die Spotons halten pro Tier max. 8 Wochen Und es sind nichtmal genügend Spotons für alle Tiere, die die 5 Tierschützer vor Ort grad gemeinsam betreuen. Es werden zwar immer wieder Tiere im eigenen Land vermittelt, auch viele Tiere regelmäßig nach Deutschland vermittelt - aber es werden auch im Moment grad große Mengen an Welpen und Müttern mit Welpen bei Fuß gefunden. 
Das LoF-Kastrationteam kastriert schon, was ihnen (also den Tierschützern) "vor die Flinte" kommt - aber grad an die Besitzertiere kommt man nur schwer ran. Die Besitzer entsorgen den ungewünschten Nachwuchs einfach, denen ist es egal, was mit den ungewünschten Welpen und Kitten passiert. Ist doch auch in Deutschland nicht anders! Wie oft liest man von den sogenannten Hobbyzüchtern, wie niedlich doch die Kleinen sind - und später? Denen ist es doch auch oft egal, was aus ihren Kitten und Welpen auf lange Sicht wird. Hauptsache, der Besitzer hat was zum "zeigen", wenn die Tierkinder noch klein sind............ 
Grad heute wieder wurden in Vukovar eine ganz junge Mama mit einem Welpen (beide völlig verlaust und verwurmt) gefunden - da juckte es einen schon beim Anblick - sie müssen ärztlich versorgt werden und auf einer PS erstmal "geparkt" werden (eine PS kostet normalerweise 5 € pro Tag und Hund) - dafür haben wir erstmal 150 € aus dem NOTFALLTOPF an GEFÜLLTE BÄUCHLEIN geschickt.

 Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen


und es wurde heute eine 10er Kiste ausgesetzte Labrador-Welpen gefunden - noch viel zu jung, um ohne Mutter zu sein....................

Keine Fotobeschreibung verfügbar.

Ich erzähle das hier, damit man mal eine Eindruck bekommt, gegen welche Windmühlen die Tierschützer vor Ort anrennen................
Ich erzähle das hier, damit vielleicht einige Menschen sensibilisiert werden, das das A&O im Tierschutz zuerst die KASTRATIONEN sind. Der ERFOLG von Kastrationen ist dann, eben keine Welpen ausgesetzt im Karton mehr finden zu müssen.............
Ich erzähle das hier, damit die Menschen vielleicht verstehen, warum wir so vehement für die unspektakulären Impfungen und Parasitenmittel sammeln. Denn diese Mistviecher quälen die Tiere nicht nur, sie saugen ihnen nicht nur das Blut aus den Adern, sondern übertragen auch diese fürchterlichen MM-Krankheiten. Und wenn sie schon auf der Welt sind, dann haben auch solche Tiere ein Recht auf ein gesundes Leben ohne Krankheiten.
Ich erzähle das hier, weil ich den irrigen Traum hab, dass wir irgendwann vielleicht sogar die so wichtigen Wurmkuren / Tabletten runterschicken könnten, damit die Tiere nicht auch noch von innen von Würmern zerfressen werden.



Ich erzähle all das hier auch, damit vielleicht der eine oder andere doch noch umdenkt, dass es eben KEIN Tier vom Züchter sein MUSS - dass es vielleicht auch ein Fundhund "tut". Egal woher - ob nun aus einem deutschen Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz.
Man bekommt auch bei den Zuchthunden ein "Überraschungspaket", denn niemand kann vorher sagen, welchen Charakter oder Gesundheitszustand ein Tier auf Dauer hat - auch ein seriöser (Hobby)Züchter kann das nicht garantieren!
Und niemand kann einem Züchter hinter die Stirn schauen ob alles stimmt, was er behauptet, um seine Welpen an die Käufer zu bringen!



Ja, das ist die Geschichte von JOSEF und ja, ich werde auch in den nächsten Wochen immer wieder von ihm und seinen Fortschritten berichten, denn er steht exemplarisch für die vielen Fundtiere in den verschiedenen Ländern (auch Deutschland), die nicht das Glück haben, vom sterbenden Straßentier zu einem "Sofaprinz" zu "mutieren".
Kommt alle gut und vor allem gesund in die neue Woche. Ich selbst werde mich jetzt anstrengen, meine fiese Bronchitis endlich in den Griff zu bekommen! - Eure Jacqueline

 

Platz ist auf der kleinsten Fläche...............

Bevor es jetzt hier auch weihnachtlich wird.......... naja, eigentlich wird es schon leicht vorweihnachtlich, aber das ist dann ein anderer...