Mittwoch, 20. September 2017

IRMA und die MILCHKÜCHE.......................................

Heute wird das wohl wieder ein Blog-Post in fast schon epischer Länge - ich schlage vor: Ihr macht es Euch gemütlich, eine Tasse Tee, Kaffee oder (fals Ihr ihn abendas lest) gar einen Wein dazu, denn hier treffen heute 2 "Geschichten" aufeinander, die sogar indrekt miteinander zutun haben
 

Aber zuerst mal zu Irma:



Irma war nicht "geplant"! Irma hat wohl eher UNS gefunden............Wir hatten uns felsenfest vorgenommen, das Rudel etwas zu verkleinern und auch Lora ist ja noch nicht lange her. Das musste auch erstmal "verdaut" werden. Aber ich verkürze die Geschichte einfach mal aufs "Wesentliche": Ich hatte mit einer Dame übers Netz in der Slowakei geschrieben, um ihr zu erzählen, wie gut es Grete geht. Wie toll sie sich mittlerweile entwickelt hat. Naja, eins gab das Andere und im Laufe des "Gesprächs" wurde ich gefragt, ob wir Irma (vorher Gigi) nicht zu uns holen könnten. Ein ganz altes Schäfermädchen, das Anfang des Jahres gefunden und im völlig überfüllten Shelter in der Slowakai abgegeben worden war. Da saß sie nun - etwa 8/9 Jahre alt zwischen fast nur Rüden in einem Rudel, weil einfach kein anderer Platz für sie vorhanden war. Und solch alte Hunde haben kaum irgendwo in einem Tierheim eine Chance - erst recht nicht in der Slowakai und schon garnicht dann solch große Hunde. Hunde sind dort auch heute noch "reine Arbeitstiere, kaum einer hält sich dort einen Hund "zum spaß". Wer einen Wachhund dort will, besorgt sich einen jungen Hund und mustert den alten Hund dann im Alter einfach wieder aus wie ein altes Auto. Naja, ich ließ mir Bilder schicken - neugierig war ich ja doch.

 

Mich "trafen" ihre Augen wie ein Blitz ins Herz und ich fragte nach dem "Wesen" usw. und, wann sie denn überhaupt kommen könne. "ein Transport geht heute Nacht noch nach Deutschland, ihre Papiere sind ohnehin vorhanden (was ja eigentlich auch klar ist, denn die Tiere in den Sheltern müssen ja geimpft sein, damit keine Seuchen ausbrechen dort können). Na, da hab ich dann doch geschluckt - das ging mir eigentlich zu schnell. Aber keiner wußte, ob vor dem Winter überhaupt noch ein Transport gehen würde und wenn dann wann und der Winter naht ja dort unten mit großen Schritten. In der Slowakai wird es wesentlich schneller und länger kalt als bei uns. Naja, der Held musste ja auch noch gefragt werden. Dem schickte ich die Fotos, erzählte kurz ihre "Geschichte" und er meinte nur: das wird - laß sie kommen, wir sind doch "Kummer gewöhnt" - wir werden zur vereinbarten Zeit DA SEIN!



Und dann ging alles blitzeschnell. Ich hab zurückgerufen - die Sheltermitarbeiterin konnte das Glück kaum fassen, es wurde hier ein Hundesitter fürs Rudel organisiert, wir sind früh schlafen gegangen und um 2 Uhr in der Nacht waren wir auf der Autobahn Richtung Tschechische Grenze. Die alte Bulinka war auch mit, denn das machen wir ja immer so, dass wir mindestens einen Fellträger bei einer Abholung dabei haben - denn so bekommt der neue Fellträger dann schonmal die Gerüche mit. Es wurde ein "heisser Ritt" durch die Nacht, aber kurz nach 6 Uhr waren wir am vereinbarten Treffpunkt. Und aus dem Transporter stieg ein hübsches altes und sehr müdes Schäfermädchen mit großen Knopfaugen und einer "rundlichen Figur". Die Papiere wurden ausgehändigt - ein erster gemeinsamer Spaziergang mit Bulinka und dem neuen Mädchen folgte. Alles gut - beide tiefenentspannt - als wüßten sie noch, dass sie beide das gleiche Schicksal hatten, aus dem gleichen Shelter kamen!

 


Es ging auf den Heimweg - ich hinten bei den Mädels. Es wurde eine ruhige Fahrt - nur unterbrochen von einigen kurzen Stops, damit die Damen ihre Notdurft verrichten konnten und wir uns einen aufmunternden Kaffee gönnen konnten. Der Name GIGI ging irgendwie garnicht - also IRMA


Inzwischen hört / reagiert sie auch, wenn wir IRMCHEN sagen. Und IRMA ist eine gesetzte alte Dame mit einem ausgeglichenen Wesen, die sich allerdings nicht die "Butter vom Brot" nehmen läßt. Klar, wer über lange Zeit mit einem Rudel Rüden zusammen war, der darf sich auch nichts gefallen lassen. Und IRMCHEN ist noch ganz schön mopsig, aufgeschwemmt. Aber gutes Futter und viel Bewegung - und in wenigen Monaten wird auch sie eine "drahtigere" Figur haben. Sie macht auch den anderen Fellträgern alles nach - wie hier, wo sie die herabgefallenen Wallnüsse suchen



und dann werden die Nüsse geknackt und genüßlich verzehrt
 

und warum nun IRMA und die MPILCHKÜCHE? Weil Irma sich anfangs garnicht ins Haus traute - vermutlich durfte sie es in ihrer grauen Vorzeit auch nicht. Es brauchte viel Überredungskunst und locken, bis sie sich überhaupt in die Milchküche getraut hat. Schlafen IM Haus - für sie anfangs undenkbar. Also bekam sie für die ersten Tage erstmal eine Decke in die Milchküche gelegt. Sie sollte ihren eigenen Rhytmus finden.



Inzwischen hat sie zwar begriffen, dass es im Haus auch "ganz nett" ist UND dass es dort Futter gibt - aber sie liegt mit Freude am Tage in der Milchküche. Vermutlich, weil sie dort einfach auch den besten Überblick hat, was IM Haus und AUF DEM Hof passiert. Die Tür nach draussen ist ja immer offen!



So können die Fellträger nach ihrem eigenen Rhytmus rein und raus. Das hat sich hier gut bewährt - UND so konnten bisher auch gut Spannungen, die immer mal auftreten können, umgangen werden!
 

Vor einiger Zeit hatte ich ja von den vermalledeiten Kriebelmücken hier berichtet. Dass wir uns ihrer nur noch erwehren konnten, indem wir sie erschlagen haben. Und so waren auch in der Milchküche die häßlichen Flecken ÜBERALL. Auch ein paar weitere Renovierungen in der Milchküche waren ohnehin nötig - also haben wir uns kurzentschlossen beigemacht. Die Milchküche ist ja unser Eingangsbereich - JEDER muss hier durch



Genügend Stauraum und auch Ablagemöglichkeiten sind wichtig, ohne den Weg eng zu machen - UND schön soll es auch noch aussehen



Als erstes hat der Held noch losen Putz von der Wand geholt, der vor Uhrzeiten mal sehr unfachmännisch an der einen Wand zum Stall hin aufgebracht worden war.



Damals hatte scheinbar man nicht bedacht oder gewußt, dass man auf alte Steine einen atmungsaktiven Putz aufbringen müßte. Der schlechte Putz löste sich nun immer weiter und wir haben aus der "Not" eine Tugend gemacht und das "Steinbild" einfach vergrößert.
 

Mit einer zusätzlichen Hakenleiste ist gleich noch eine weitere Möglichkeit für Taschen und Gedönse entstanden



Vor ein paar Wochen bereits ist eine variable Heizkörperverkleidung aus einem alten Fensterladen entstanden. Er ist so angebracht, dass er jederzeit für Putzaktionen abgenommen werden kann - nach oben hin sind Abzuglöcher eingebohrt, sodass die Heizungsluft im Winter nach oben und nach vorne hin sich verteilen könnte



zwischen Bank Heizkörper und Bank verdeckt ein kleiner Hocker die Heizungsrohre - das ist nicht nur hübsch
 

sondern den Hocker brauch ich ohnehin, wenn ich auf dem Schrank putzen möchte - also auch praktisch



Die Bank ist für alles mögliche gut - Staufächer unter der Sitzfläche, Ablage für die Hundedecken und Gartenkissen und jeder stellt dort mal seinen Kram ab, der er oder sie mal eben schnell aus der Hand haben will.



als ich die Fotos gemacht hab, musste ich einfach schmunzeln: fast JEDER der Fellträger wußte die weiche Matte zu schätzen - es war wie die Reise nach Jerusalem. Erst das Irmchen, später dann Grete



und auch Hilde musste mal "probeliegen"
 

sogar Fiona nutzte zwischendurch die Gelegenheit, rannte durchs Bild auf die Matte



Ein weiteres "Herzstück" in der Milchküche ist der antike Schrank - der perfekte Stauraum für all unsere Gartenkleidung und den Staubsauger, eines unserer wichtigsten Gerätschaften überhaupt hier im Haus.



Denn, auch wenn die Milchküche eine Art "Dreckschleuse" sein soll, tragen doch alle auch viel Sand ins Haus. Da ist ein schnell griffbereiter Staubsauger schon gold wert!



und ich LIEBE die Patina, die sich auf den alten Lacken gebildet hat!
 

Genauso, wie das Waschbecken auf der Kommode. Was hat sich das schon hier bewährt! Wie der Name des Raumes schon sagt: MILCHKÜCHE, wurde er früher, als der Hof noch ein Bauernhof war, für die Milchverarbeitung genutzt. Hier wurde die Milch verarbeitet, die Kannen gewaschen und aufbewahrt. So war der Wasseranschluss ohnehin schon da. Als wir dann hier eingezogen sind, war eine der ersten Baumassnahmen eben der Waschtisch gewesen.



Schnell mal Hände waschen, die Wasserschüsseln für draussen auffüllen, eine Gießkanne mit Wasser befüllen, usw., usw.....................
 


im kleinen (Hänge)Schrank sind schnell griffbereit nun die ganzen Gartenzangen und Messer eingezogen



Darüber meine Kräuterkrone, an der immer irgendwelche Kräuter und Sträuße zum trockenen baumeln.
 

Auf die Kräuterkrone wurde ich ja schon öfters mal angesprochen. Nein, sie ist nicht alt. Wir haben sie schon vor Jahren angeschafft. Aber für ein neues Modell finde ich sie noch heute sehr schön. Und bisher hab ich noch kein altes Exemplar gefunden, das so perfekt an diesen Platz paßt.



Rechts vom Waschtisch steht dann noch etwas "Gedönse" - braucht MANN nicht - Frau freut sich drüber!
 

Hier hängt auch einer meiner KLETTENKRÄNZE aus dem Sommer - falls noch jemand einen haben möchte: für den "guten Zweck" gebe ich ihn gerne noch ab - dann bitte einen kurzen Kommentar hinterlassen oder mich anschreiben. Und darunter ist ein Kranz aus Borretsch.
 

Den hatte ich vor ein paar Wochen einfach mal aus "Jux" gemacht - ich wollte sehen, wie Borretsch eintrocknet. Anfangs war ich noch entäuscht, weil er (der Borretsch) gleich in sich zusammengefallen ist. Aber jetzt - eingetrocknet - finde ich, "hat er was". Jetzt wirkt er wie ein morbider Spitzenkragen
 



und schaut man aus der Milchküche die beiden Stufen hoch, dann sind in der "Waschküche" (ein Durchgangsraum in die "echte Küche im Haus) Waschmaschine und Trockner hinter dem Fensterladen versteckt



und nein, die Wand der Stufen war vorher nicht so herrlich sauber. Wir hatten die Wand leider mit einer NICHT abwischbaren Farbe gestrichen - es sah zum Schluss furchtbar aus. Und so wurde die gesamte rechte Seite neu mit abwischbarer Farbe gestrichen - ich bin gespannt, ob die Farbe hält, was sie verspricht!



und ja, die Leinen und Halsbänder der Fellträger hängen IMMER so ordentlich am Regal!
 

Hundespielzeug und Maulkörbe (für Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Tierarzt) sind in den alten Aufbewahrungsboxen versteckt



die kleine Nische, die vermutlich früher mal der eigentlich Übergang in die "richtige" Küche war, war immer hier ein "Sorgenkind"



nun haben wir die alte Kommode davor mit einem Brett IN DIE Nische verlängert und ich hab die Wand absichtlich leger gespachtelt.



und zwar ABSICHTLICH so, als wäre sie noch nicht fertig



uns gefällt das unheimlich gut - nun wirkt die Nische fast schon wie ein "Bild"



klar, braucht niemand Deko - aber wenn sie da steht und man kommt in den Raum, ist es einfach schön - also wir fühlen uns wohl so



und wenn uns irgendwann die dunkle Färbung vom Putz nicht mehr gefallen sollte, ist es ein leichtes, die Nische noch zu streichen



Übrigens steht in der Milchküche alles so, dass man beim staubsaugen und wischen nicht IMMER ALLES verrücken muss - so dass man in die meisten Ecken mit wenig Aufwand direkt hinein oder darunter kommt mit Feudel oder Staubsaugerkopf



und was ich nicht vermutet hab: meine Geranie ROSEBUD fühlt sich an dieser Stelle scheinbar sehr wohl.


Sie steht hell und kühl und setzt auch neue Blütenbälle an



Nun ist das tatsächlich wieder ein sehr langer Post geworden! Ich freue mich, dass Ihr so lange "durchgehalten" habt und hoffe, dass Euch die Einblicke gefallen haben.



Schön, dass es Euch gibt und genießt den herrlichen Altweibersommer. Bei diesem milden Wetter bietet der Garten bei uns noch so einiges, was zu Sträußen gebunden werden kann.
 

SO mag ich sogar den Herbst - dieser Strauß steht aktuell in der Waschküche.
 

Er begrüßt uns, wenn wir durch die Milchküche ins Haus kommen und wir sehen ihn, wenn wir aus der "echten" Küche in den Waschküche schauen
 

 - Eure Jacqueline