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Donnerstag, 13. August 2015

ich bin stolz wie "Oskar" !..................

ja, das bin ich wirklich! Ich bin im Moment tatsächlich "stolz wie Oskar" auf mich!Wie ich ja vor ein paar Tagen schon geschrieben hab: wir renovieren zur Zeit den Ziegenstall am kleinen Haus. Er hat es bitter nötig, sonst hätte er wohl nur noch wenige kalte Winter "überlebt". Und nichts ist mir gruseliger, als wenn etwas (noch weiter) kaputt geht, was man es noch retten kann - und Platz ist schließlich kostbar! Grad am / im "kleinen Haus", wo das ganze Grundstück nur 300 qm hat. Und als ich da am verfugen auf der Leiter stand (in 4Metern Höhe!), kam mir eine Idee. Denn verfugen ist ja nun keine so geistesbelastende Tätigkeit, dass man / Frau nicht nebenher noch (nach)denken könnte. Und was liegt näher, als sich um Verschönerungen Gedanken zu machen................

............wobei, wenn ich mir Gedanken um Verschönerungen mache, kriegt der Held meistens Herzrasen. Weil: Verschönerungen, Veränderungen, Umbauten bei uns IMMER Zeit in Anspruch nehmen. Und Zeit ist ein sehr rares Gut (nicht nur) bei uns. Also, lange Rede, wenig Sinn, ist dort, wo ich grad am verfugen bin, ein ganz schmaler Streifen Erde zwischen Ziegenstall und Garagenauffahrt aus Beton. Und diesen Streifen wollte ich bepflanzen. Da mir aber dann die Erde dauernd auf die Garagenauffahrt spülen würde, müsste dort eine Beetbegrenzung  hin. Warum also nicht eine Begrenzung aus Ziegelsteinen mauern?!? Aber wer? Herr Sonntag hat "Schulter", der Held keine Zeit - und bis ich einen anderen freien Maurer finden würde, wäre wahrscheinlich schon nächstes Jahr Pfingsten. Wer blieb übrig? - richtig, ich. Oft genug hab ich ja zugesehen, wenn bei uns gemauert worden war. Konnte doch nicht so schwer sein so Stein auf Stein?!? Also bin ich mit Frau Sonntag zum Schutthändler gefahren und da hab ich dann mit ihr zusammen den Dienstag vormittag verbracht:.................

................bei über 30° - eher gefühlten 45°. Nirgends ein schattenspendender Baum oder Strauch - aber VIELE schöne Steine! Und so haben wir es wie Aschenputtel gemacht: Die guten (Steine) nicht ins Töpfchen sondern auf den Hänger, die schlechten (Steine) beseite geschoben. Waren ein paar Lagen auf dem Hänger, für sie den Hänger zum "kleinen Haus" und der Held hat abgeladen. Und das "Spiel" vollzog sich von vorn. Und in der Zeit, wo ich dann dort auf der Halde alleine war, sah ich auf einem anderen Berg alte Gehwegplatten. Nicht, dass die auf meinem "Shopping-Zettel" gestanden hätten - aber sie waren so schön! Und die Arbeiter meinten auch gleich: wenn Du die nicht gleich mitnimmst, heute nachmittag wollen wir schreddern. Na prima - sind ja nur gefühlte 45° und solche Gehwegplatten wiegen auch "nur" ein paar Kilo - EGAL, müssen mit! Also wurden die guten wieder ausgesucht und gestapelt. Und so lieb, da haben mir die Arbeiter von weiter oben vom Berg sogar noch welche zusätzlich "gerettet".....................

......und auch für diese Platten musste mehrmals gefahren werden - die Dinger sind einfach "sauschwer"! ...........
 
................Irgendwann bin ich dann einfach mal auf Rundgang gegangen und sehe dort einen wahren Schatz. Denke noch so bei mir: na, den können wir bei der letzten Tour mitnehmen - den krieg ich alleine ja niemals bewegt. Wir laden also die restlichen Steine und Platten auf, ich gehe meinen Obolus entrichten und meine zu Frau Sonntag: Du, wir müsen da noch einen Schatz mitnehmen! Wir zu der Stelle hin - und ich hab geschaut wie ein Auto nur nicht so schnell. Ich hab wirklich gedacht: jetzt hab ich einen Sonnenstich - da war doch der Schatz, so sehr kann ich mich doch nicht irren?!? Nein, da war plötzlich wirklich nur noch frisch aufgeschütteter Kiessand. Ich war den Tränen nahe. Das Teil muss da seit Monaten gelegen haben - und genau heute in dieser einen Stunde kippt da einer eine Fuhre Sand drauf. Klar hatten wir keine Schaufel dabei und wer braucht schon Fingernägel - also bin ich zu der Stelle geklettert, wo ich den Schatz vermutete und hab mit den Händen gegraben. Ich kam mir tatsächlich vor wie bei "versteckte Kamera"! Mein Glück: da der Sand frisch aufgeschüttet war, war er auch noch entsprechend locker (man / Frau muss es eben positiv sehen). Und tatsächlich, plötzlich wurde die erste Ecke sichtbar, ein wenig ziehen und zerren und der Schatz kam zum Vorschein:............
 
........ gemeinsam haben wir dann den Schatz aus dem Sand gehoben und rauf auf den Hänger gewuchtet. Heissa, war der schwer - ich schätze mal um die 3o-40 kg werden es wohl sein. ...........

..........zuhause am "kleinen Haus" kam der Schatz an den Sitzplatz und wurde mit einer kräftigen Dusche gereinigt (die ich auch bitter nötig hatte). Aber all der Körpereinsatz hat sich gelohnt! - die Blessuren waren vergessen..............

.......Denn mein Schatz entpuppte sich als uraltes Prachtstück - aus Sandstein gehauen scheint es ein Fragment von einer Skultur oder Fassadenelement zu sein. Ich weiß es leider nicht genau. .......
 
............Es stellt einen Baumstamm mit Eichenblättern dar - einfach WUNDERSCHÖN !!!!...........
 
....eine richtig tolle alte Steinmetzarbeit - zu gerne würde ich wissen wer der Künstler gewesen ist!..........

..........Inzwischen lagen alle Steine fein säuberlich aufgestapelt vor dem Ziegenstall..........

.....
 
........Dienstag wurde also die Wand zuende verfugt und gestern dann haben wir den Mauer-Mörtel besorgt. Und ups, waren doch tatsächlich mal Rosen im Sale - die Lager sollten zum Saisonende geräumt werden.............
 
......und so hatten wir das große Glück, für einen sehr kleinen Preis eine ganze Wanne voll schöner Rosen für das neue Beet zu kaufen. ...........
 
.......... Auf dem Nachhauseweg haben wir dann noch beim Antikhändler gehalten - wir suchten ja noch passende Fenster für den Stall und haben tatsächlich welche gefunden, die perfekt passen werden! Das war tatsächlich wie ein 6er im Lotto! Sie müssen nur noch kräftig geschrubbt werden. Dann können sie am Wochenende eingebaut werden.........
 
..........Und so konnte ich dann gestern nachmittag tatsächlich endlich loslegen. ............

.......anfangs ging es natürlich sehr langsam voran - ich hatte das ja noch nie zuvor gemacht! Ich war so aufgeregt, würde ich es tatsächlich schaffen, eine standfeste Mauer hinzubekommen?..........
 
............Aber Stein für Stein wuchs "meine Mauser". Wurde nicht nur höher sondern auch länger und länger..................
 
..........so langsam bekam ich "Routine". Und Eimer für Eimer mischte mir der Held den Mörtel an - eine Arbeit, die mir tatsächlich zu sehr auf die Gelenke ging - und die schweren Eimer konnte ich ohnehin kaum heben. Die folgenden 2 Fotos sind allerdings erst heute morgen entstanden - denn gestern abend um 21Uhr war es dann einfach für Fotos schon zu dunkel - aber ich wollte ja unbedingt meine Mauer fertig machen. Die Absätze sind Absicht, denn der Bereich ist abschüssig und so müssen vorne mehr Reihen sein als hinten, damit mir später die Erde nicht doch noch rausläuft...........
 
....nur die obersten Steine vorne hab ich heute erstmal nur drauf gelegt, da ich mich mit einem pensionierten Maurer vorhin beratschlagt hab - und der meinte auch, eine Reihe oder vielleicht noch eine weitere kurze Reihe vorne muss noch, um das Gelände auszugleichen. Und das größte Lob von ihm: er fand, ich hab das gut gemacht. Mit einem Grinsen hat er den kleinen Knick in der Mauer "übersehen". Aber die Menschen fahren schliesslich auch für viel Geld nach Pisa um sich doch den schiefen Turm anzuschauen. Dann darf meine Mauer auch einen kleinen Knick haben! - ich bin auf jeden Fall unsagbar stolz auf mich! Hätte mir jemand vor Jahren mal gesagt, dass ich mauern würde, hätte ich das im Leben nicht geglaubt! Und was sagt einem das mal wieder?: geht nicht gibts nicht. Und bevor man etwas nicht versucht hat, kann man auch nicht wissen, ob man / Frau es kann!...
 
....Also, in diesem Sinne: traut Euch einfach mal - versucht es! Ihr werdet staunen, was Ihr alles könnt!!! - Eure Jacqueline mit einem kleinen Blumengruß aus der Gartenlaube
 

die Hundsrose oder Kartoffelrose

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