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Samstag, 22. Januar 2022

so fängt das Jahr doch gut an!

Nie im Jahr kann man glaube ich Verfall und Neubeginn in der Natur so gut sehen, wie jetzt grad im Januar. Wenn einerseits die herabgefallenen Blätter aus dem letzten Jahr zerfallen und gleichzeitig sich die Schneeglöckchen durch die Gartenerde ans Licht kämpfen.

Und so, wie jetzt gaaaaaaaaaaanz langsam wieder die Tage länger werden, kehrt genauso langsam aber unaufhörlich das "Leben" in den Garten zurück. Sogar die ersten Erdbewohner scheinen schon wieder aktiv zu werden. Die ersten frischen Maulwurfshügel waren bereits hinten im Garten zu entdecken und als ich mir die ersten "Bollen" mit Schneeglöckchen ausgebuddelt habe,flutschte auch gleich noch ein dicker fetter Regenwurm mit raus. Der war so nicht geplant und flog gleich wieder ins Beet.

Genauso tapfer schieben sich ganz langsam die Lenzrosen  hervor. Ich konnte es kaum glauben - aber die brauchen auch nur noch wenige Tage, daß auch sie ihre Blüten öffnen werden. Was die paar warmen vergangenen Tage am Anfang des Jahres so ausgemacht haben in der Natur....................

Aktuell liegt hier alles wieder unter einer feinen Schneedecke - die Erde ist wieder beinhart gefroren. Selbst bei wenigen Minusgraden fühlt es sich bei uns wieder an, wie -15° und man kann höchstens an den Topfblühern erahnen, daß es irgendwann wärmer werden könnte...............

Dabei "dursten" wir doch alle nach etwas mehr Wärme - wobei, die Sonne jetzt schon wieder stärker wärmt , hab ich vorhin draussen festgestellt. Auch das Vogelgezwitscher hat begonnen und die ersten Vogelschwärme zogen schon übers Haus.

Ich selbst bin ja der Typ, wenn die Winter/Weihnachtsdeko verräumt ist, dann dürfen die Hasen und Eier hervorkommen, die dann uns aber auch bis lange in den Herbst begleiten. Auch wenn ich mich wiederhole: besonders die Eier sind für mich ein Sinnbild des Lebens - darum sind sie für mich / uns auch keine reine Osterdeko!

Vor 10 Tagen hat etwas begonnen, damit hab ich in "3 kalten Wintern" nicht gerechnet............. muß aber ein wenig mehr ausholen:

 

Die meisten Leser hier wissen, daß wir uns im Tierschutz mit unserem eigenen Tierschutzverein engagieren. Und immer wieder versuche ich, mir Dinge auszudenken, wir man die "Kassen" etwas auffüllen kann. Denn ohne Moos ist bekanntlich ja nichts los.................... Und schon vor vielen Jahren hatte ich alte Buchseiten mit historischen Motiven bedruckt und als Geschenke unseren Kunden beigelegt. Diese "Tradiotion" hatte ich vor einer Weile wieder aufleben lassen - schon,weil es mir selbst große Freude macht, meine Motive druckreif zu bearbeiten. Vorlagen durch antike Postkarten haben sich hier ja genügend in den vergangenen Jahren angesammelt.

Und plötzlich kamen mir die alten / antiken französischen Rechnungen und Belege wieder in den Sinn............ob es funktionieren würde, sie zu bedrucken? Würde das wirken? Na, wer es nicht probiert.................wird es auch nie erfahren

Und siehe da, es klappte - mir gefiel es richtig gut und ich erzählte einer Freundin davon - sollte ich versuchen, diese Drucke im TS anzubieten? ob den Menschen das gefallen würde?........es gibt so Ideen, da mach ich es spontan und bei anderen Ideen brauch ich einfach noch mal die Meinung von "außen"......... 

 

"Probier es, sonst wirst Du es nie erfahren".........recht hatte sie.......... und so hab ich es probiert - hab die verschiedenen Drucke /Motive auf FB und Insta gezeigt, eine zeitlich begrenzte Aktion daraus gemacht und es brach ein wahrer Sturm los - ich saß nur noch am Rechner und schrieb und druckte.............. Es war schier unglaublich / Gänsehaut pur - neudeutsch sagt man wohl: es ging viral............ Ich war auch verblüfft, wie viele Menschen uns und auch unsere Arbeit kannten. Bis nach Finnland, Holland, Belgien, Frankreich und USA sind sie gereist. Das ist schon ein tolles Gefühl!

Nach der Aktion nun sind die "Blätter" nun in den ONLINESHOP gestellt worden - und auch hier geht von jeder verkauften Rechnung 1 € wieder in die Tierschutzkasse 

DAS ist übrigens mein perönliches Lieblingsmotiv - das dunkle Küken. Ich kann es nicht erklären, aber mich rührt es unglaublich an.

 In den letzten Jahren im Frühjahr hatte ich mir immer wieder vorgenommen, mal wieder Weidenkränze zu wickeln. Aber irgendwas kam dann aber immer dazwischen...... ist wohl wie überall.

 

 Man nimmt sich viel vor und schafft niemals alles. Aber diesmal! - und nein, dafür wurden NICHT die Weiden in freier Wildbahn geplündert - das ist nämlich verboten! Sie stehen als Bienenweiden unter strengem Naturschutz! Es sei denn, man findet mal einen umgestützten Baum bzw. abgebrochene Äste nach einem Sturm - aber das ist leider eher selten bei uns. 

Mich erinnern die Weidenkätzchen immer wieder an meine Kindheit - sie wuchsen in einem Park, in dem wir als Kinder spielten und meine Mutter lauerte dann immer auf den Frühjahrsschnitt der Gärtner dort. Davon durfte man sich dann so viel man wollte mitnehmen. Ich hab als Kind immer gedacht, würden man die kleinen Weidenkätzchen abrebbeln und in ein Nest legen, würden daraus echte kleine Katzenkinder entstehen ......  das hat nie geklappt.

Dafür ist die Schwäche für die Weidenkätzchen geblieben!

Viel mehr gibt es aktuell eigentlich auch nicht zu berichten - alle hier sind soweit wohlauf. Sogar unser Methusalem Grete mit ohne Stimme turnt noch munter durch die Gegend. Wie es allerdings in dieser Stellung bequem sein kann, ist mir persönlich ein Rätsel. Auch wenn das Foto nicht perfekt ist, ich zeig es einfach mal hier.........das alte Mädchen kam mit geschätzten 9 Jahren zu uns. Inzwischen ist sie auch schon 6 Jahre bei uns. Ich hab noch nie einen solch sturen Schäferhund erlebt - gleichzeitig wirkt sie sehr zufrieden, ist extrem verschmust und immer freundlich. Verblüffend, wenn man bedenkt, aus welcher Hölle sie kommt. Aber so ist es wohl: Tiere leben im hier und jetzt.

Paßt gut auf Euch auf und genießt die schönen Momente in vollen Zügen, Eure Jacqueline


Freitag, 31. Dezember 2021

WELCOME 2022

Tja, was schreibt man zu dem vergangenen Jahr? ..................... ich könnte jetzt darüber schreiben, was wir so alles erlebt haben, was wir geschafft haben, was gut war und was war schlecht. Was uns traurig oder glücklich gemacht hat. Was jedem einzelnen von uns abverlangt wurde? Welche sinnbefreiten "Spaziergänger" einen haben den Kopf verständnislos schütteln lassen. Welche schockierenden Ereignisse uns haben kaum schlafen lassen.  .............. aber bringt das was? 

 

Wohl eher nur bedingt, denn die schlechten Erlebnisse möchte man ohnehin schnell vergessen - sie sind ja auch nicht mehr zu ändern. Und alles was gut war, das tragen wir in unseren Erinnerungen mit uns weiter. Davon können wir gedanklich zehren, wenn es dann vielleicht mal wieder doch nicht so "rund" laufen sollte.

Das Schöne an einem neuen Jahr ist doch, daß es noch vor uns liegt! I ich mag diesen Vergleich von einem Buch, daß noch komplett ohne Inhalt ist - viele leere Seiten. Rein und weiß, ohne Flecken, Risse, Knicke. Ohne häßliche Bilder und "Schreibfehler". Vielleicht sind genau deswegen auch die ersten Blumen, die das neue Jahr hervorbringen wird, die Schneeglöckchen, so weiß und sie wirken so "unschuldig?!

Ich mag sie so sehr, die Schneeglöckchen. Meiner Meinung nach ist es die tapferste und mutigste unter den Blumen. Sie schieben ihre ersten Blätter schon aus der oft noch gefrorenen Erde, wenn es klirrend kalt ist. Es ist mir ein Rätsel, wie sie das schaffen. Wie können sie wissen, daß es an der Zeit ist? Welche Kraft muss in den winzigen Zwiebeln stecken?

Sie sind mit so wenig zufrieden. Recken ihre grazilen Blütenköpfe immer in Richtung Licht und strotzen sogar tiefen Temperaturen, wenn sie erstmal draussen sind.

Vielleicht sollten wir Menschen uns daran mal ein Beispiel nehmen.............. nicht so viel schimpfen über Dinge, die eh nicht zu ändern sind. Nicht jede Situation so auszuwerten, daß wir denken, wir wurden benachteiligt? Eher fragen: wie kann ich es beim nächsten Mal machen, daß es besser läuft??!

Aber keine Sorge, ich schwinge mich jetzt zum Moralapostel auf - denn ich schaffe dieses positive Denken auch nicht immer. Auch hier wird mal gehadert, geflucht, geschimpft, geweint und geärgert. Dafür sind wir alle "nur" Menschen. 

 

Trotzdem denke ich, all das hilft ja nichts - freuen wir uns über das, was wir haben. Freuen wir uns an den kleinen Dingen, die wir gerne mal übersehen. An denen wir vielleicht auch achtlos manchmal vorüber gehen. Diese kleinen Dinge sind es aber, die das Leben schön machen!

 

Ich freue mich z.B. riesig über meine Schneeglöckchen. Diese hier sind die ersten, die ich je selbst im Topf angezogen / vorgetrieben habe. Ich war mir nicht sicher, ob es klappen würde. Bisher hatte ich sie mir immer im Garten aus den Beeten gestochen für die Töpfe im Haus.

Und siehe da, es war ganz einfach. Mal schauen, ob es mit den Perlhyazinthen und Tulpen auch so gut klappen wird. Ich hatte noch vor ein paar Wochen eine verspätete Zwiebellieferung bekommen und so garkeine Lust, im nassen Garten auf den Knien robbend gefühlte zwölfunddreißigtausend (Tulpen)Zwiebeln zu versenken. Aber davon erzähle ich einem anderen Post, wenn man schon Ergebnisse sehen kann.

Jetzt freuen wir uns also auf Dich, Du Neues Jahr  2022.

Was Du wohl bringen magst? Wir wissen es nicht und genau das ist gut so!

Halten wir es wie die Schneeglöckchen: seien wir tapfer und geniessen wir die schönen Augenblicke!

Eure Jacqueline

 

Mittwoch, 13. Januar 2021

jedes Jahr im Januar...............

 Ich weiß ja selbst dass wir noch lange bis Ostern haben - immerhin 2,5 Monate. ............ ABER wer den Blog schon länger verfolgt, der weiß auch: wenn hier entweihnachtet wird, ziehen ganz langsam wieder die Eier und Hasen hier ein. Ja, für viele sind sie Sinnbilder für Ostern - für mich sind die Hasen schlichtweg schön und Eier sind für mich Sinnbilder des Lebens. Und das gilt für mich nicht nur um Ostern.

Genauso ist es mit den Schneeglöckchen. Kaum ist Weihnachten vorbei, schau ich in die Beete im Garten, ob ich nicht irgenwo die ersten Spitzen finde. Ob sie sich nicht irgendwo schon hervorwagen. Und siehe da, die ersten Spitzen waren am Wochenende bereits an geschützten Stellen zu finden. Da sie auch an einer Stelle wachsen wollten, wo die Fellträger immer drüber rennen, wurden sie ausgebuddelt und kamen in die Jardiniere.

Die Betoneier sind eher ein "Unfallprodukt". Ich hatte vor kurzem eine alte Gipsform für Ostereier gefunden - die wollte ich unbedingt ausprobieren. Es sind dann eher halbe Eier geworden - aber zum dekorieren finde ich, "haben" die was. Grad, weil sie nicht perfekt geworden sind, Abbrüche und Risse haben.

Und genauso ist es mit den Hasen aus Beton. Da fang ich ja auch in jedem Jahr gleich im Januar mit dem Betongiessen an. Es braucht einfach seine Zeit - vor allem müssen sie ja auch gut durchtrocknen. Das klappt bei uns tatsächlich am besten im Wohnzimmer.

Es ist ein warmer Raum mit wenig Luftfeuchtigkeit - was für die alten Möbel nicht so gut ist, ist für die Betontiere perfekt.

Im letzten Jahr hatte ich einen tollen "Fang" gemacht und u.a. eine Hasenforn in stattlichen 36 cm gefunden. Eine Rarität und jetzt hab ich es tatsächlich ausprobiert - würden sie halten, wenn ich die Hasen in Beton giesse? Immerhin "verschluckt" ein solcher Hase gute 2 Liter flüssigen Beton - das ist VIEL!

Was hab ich gezittert, als ich den ersten Hasen aus der Form genommen hab. Öffnet man die Formen zu früh, brechen sie. Öffnet man zu spät, kriegt man sie auch nicht mehr so einfach aus der Form und sie lassen sich nur schwer (wenn überhaupt) sauber entgraten. Also gaaaaaaaaanz vorsichtig die Klammern lösen, die obere Hälfte im liegen abnehmen, dann gaaaaaaaaaaaanz vorsichtig umdrehen und aus der Form fallen lassen.
Tatsächlich - hat geklappt. Nächster "Akt" das Entgraten. Das ist der 2. schwierige Teil dabei. Erst, wenn der Beton abgebunden und ausgehärtet ist, sind die Figuren wirklich belastbar. Einmal an der falschen Stelle zuviel Druck ausgeübt und der nasse Beton bricht wie ein trockner Keks.

Und wenn sich dann auch noch kaum Luftblasen gebildet haben, also die Form mit dem flüssigen Beton also gut ausgeklopft wurde, dann gibt es schöne Ergebnisse. Kaum eine Tätigkeit ist bis zum Schluss so spannend, wie das Betongiessen - finde ich zumindest.

Wobei, so ganz stimmt es nicht: genauso spannend finde ich, wenn ich für die Leinwandbilder neue Motive aussuche. 

Was als Foto am Rechner auf dem Bildschirm grandios wirkt, kann in "natura" später komplett seinen Reiz verlieren - und eben umgekehrt.

So war es auch, als ich die Motive aus dem antiken Stich von 1700 vorbereitet hatte. Überhaupt, wenn man sich vorstellt, dass das Original über 300 Jahre alt ist - unglaublich! Und was mich verblüfft, wie fast schon "naiv" die Künstler früher die Natur  dargestellt haben. Trotzdem hat man das GEfühl beim Betrachten, als hätten die Hasen "Leben" in sich.

Als ich vor ein paar Tagen dann das Ergebnis in den Händen halten konnte - ich war / bin komplett verliebt. Leider kommt die wahre Schönheit auf den Fotos garnicht so gut rüber. Mich erinnert dieser Hase ein wenig an den Hasen aus "Alice im Wunderland". Wobei dieses Märchen nicht zu meinen Favoriten zählt. Als Kind hatte ich immer Angst vor dem Märchen - keine Ahnung warum....... vielleicht, weil es in einer Traumwelte spielt ?!

Und nun stehen hier im Wohnzimmer die Hasen im Moment auf dem Konsoltisch und darüber an der alten Schultafel hängen die die Hasenbilder - und ja, das ist "genau meins". Wißt Ihr, was mich immer besonders freut?: Wenn abends dann der Held nach Hause kommt, vor einer Deko stehen bleibt und sagt: ja, DAS gefällt mir............... Ein so tolles Kompliment dann für mich.

Das war es mal wieder. Macht es Euch gemütlich und vor allem: macht Dinge, die Euch gut tun - egal, was die Anderen sagen!

Eure Jacqueline


Mittwoch, 12. Februar 2020

die SPONTANEN Schneeglöckchen............


Häufig wird das Schneeglöckchen sehr romantisch gezeigt - aber wenn man bedenkt, wir robust es ist, paßt das fast garnicht zusammen. 

 

Und trotzdem: das Schneeglöckchen regt zum Träumen an. Wann kommt der Frühling?
Wenn sie sich aus der Erde bohren, dann wissen wir: 
sie sind die ersten Vorboten des Frühlings. Die schönste Jahreszeit des Jahres ist im Anmarsch.

 

Man stellt sich vielleicht auch eine kleine Elfe vor, die unter dem weißen Blütenschirm Zuflucht sucht. Ein solches Bild hab ich mal als Kind in einem Märchenbuch gesehen und jedesmal, wenn ich Schneeglöckchen sehe, denke ich an dieses Bild. Dieses bezaubernde Bild hat sich fest bei mir eingebrannt.

 

 Und jedes Jahr wieder staune ich, wenn ich durch unseren Garten gehe, wo überall sich die Schneeglöckchen von ganz allein "aussäaen" - aber was ich z.B. nicht wußte: 
Dass die eierförmigen Früchte, die die Schneeglöckchen nach der Blüte ausbilden, eine frühe Nahrungsgrundlage im Jahr z.B. für die Ameisen sind. Sie fressen an diesen Früchten und tragen so die Samen durch den Garten. Kein Wunder, dass die Schneeglöckchen so an den "unmöglichsten Stellen" dann sich im nächsten Jahr oft zeigen.



Was ich auch nicht wußte, dass das Schneeglöckchen eigentlich eine Unterart der Amaryllis ist und es wohl mehrere 100 registrierte Schneeglöckchen-Sorten gibt.

 

Und es gibt (wie für vieles andere auch) Sammler von Schneeglöckchen-Sorten - dise Sammelleidenschaft hat sogar ihren eigenen Namen:  Galant(h)ophilie - was sich vom lateinischen Namen Galanthus für eben Schneeglöckchen ableitet. Allen voran sind es die Engländer, die mit besonders großem Eifer diese vielen Sorten sammeln und weitere züchten - bei ihnen heißt das Schneeglöckchen übrigens SNOWDROP(S). Ein hübscher Name, wie ich finde.


Der lateinische Name  Galanthus ist abgeleitet aus den griechischen Wörtern gála für Milch und ánthos für Blüte und wurde ihnen von Lenné gegeben.

 

Anfang des Jahres dann werden grosse Festivals anläßlich der Schneeglöckchen-Blüte abgehalten. Es werden Rundreisen organisiert, wo die Menschen von Garten zu Garten ziehen und die  Schneeglöckchen-Felder bewundern.



Und wenn man sich die vielen Fotos der englischen Parks im Netz dazu anschaut, dann wirken die blühenden Flächen, als würde sie mit Schneeflocken oder Puderzucker bestäubt.
Unglaublich schön!



Bei uns im Garten wächst (bisher) nur das ganz "normale" Schneeglöckchen.



Auch ist mir heute zum allerersten mal aufgefallen, dass sie herrlich duften. Kein Wunder, dass sich alle Flattertiere, die bei den ersten wärmeren Temperaturen ausfliegen, sich dann bei den Schneeglöckchen treffen.



Und zum Thema SPONTAN vom letzten Post fällt mir noch ein: dieser Post heute ist ebenfalls ein ganz SPONTANER / nicht geplanter Post. Aber ich hatte mir vorhin beim Gartenspaziergang nicht nur einen kleinen Strauß gepflückt, sondern auch noch einen ganzen "Bollen" mit ausgebuddelt.
Wenn sie dann abgeblüht sind, kommen sie wieder irgendwo in die Erde.



Und so kam mir SPONTAN der Gedanke, mal eine "Foto-Session" mit den Schneeglöckchen zu veranstalten. Ist schon lange her, dass ich mal so ausdauernd zu einem Thema gezielt Fotos geschossen hab.



Es macht einfach eine große Freude, man kann so herrlich "dekotechnisch rumspielen", Motive ausprobieren. Perspektiven versuchen. Es ist also klar, dass es größtenteils "gestellte" Fotos sind.



Und es ist erstaunlich, welche schönen "Kleinigkeiten" bei solchen Fotos auftauchen - diese kleinen grünen Röckchen im Inneren z.B. - die sieht man sonst garnicht, wenn man ein Schneeglöckchen in der freien Natur anschaut. 
Oder, wie fragil sie eigentlich sind und was sie gleichzeitig an Wetterkapriolen aushalten können. Ob Schnee und Eis, schweren Regen, harten Wind. 
Oder dass auch mal ein Hund drüberlatscht im Beet - danach richten sie sich wieder auf. In solchen Momenten bewundere ich die Natur!




 Es gibt aber auch ganz wunderschöne Gedichte, Sagen und Märchen zum / über das Schneeglöckchen!

 

 DAS SCHNEEGLÖCKCHEN ( Verfasser unbekannt)



Ich läute ganz leise,
ich läute ganz fein,
ich läute euch heute
das Frühlingsfest ein.

Ich schüttle mein Köpfchen,
mein schneeweißes Röckchen,
mein silbernes Glöckchen.

Ich läute ganz leise,
ich läute ganz fein,
ich läute euch heute
das Frühlingsfest ein.



Auch die Geschichte / das Märchen von OSKAR DÄHNHARDT (1870-1915) hat mich sehr berührt:
Der Herr hat alles erschaffen: Gras und Kräuter und Blumen. Er hatte ihnen die schönsten Farben gegeben.
Zuletzt machte er nun noch den Schnee und sagte zu ihm: "Die Farbe kannst du dir selbst aussuchen. So einer wie du, der alles frisst, wird ja wohl etwas finden.
Der Schnee ging also zum Gras und sagte: "Gib mir deine grüne Farbe!"
Er ging zur Rose und bat sie um ihr rotes Kleid.
Er ging zum Veilchen und dann zur Sonnenblume. Denn er war eitel. Er wollte einen schönen Rock haben.
Aber Gras und Blumen lachten ihn aus und schickten ihn fort. Er setzte sich zum Schneeglöckchen und sagte betrübt: "Wenn mir niemand eine Farbe gibt, so ergeht es mir wie dem Wind. Der ist auch nur darum so bös, weil man ihn nicht sieht."
Da erbarmte sich das Schneeglöckchen und sprach: "Wenn dir mein Mäntelchen gefällt, kannst du es nehmen."
Der Schnee nahm das Mäntelchen und ist seitdem weiss.
Aber allen Blumen ist er er seitdem feind, nur nicht dem Schneeglöckchen.

 

 Genauso berührend finde ich dieses Märchen von Johann Jakob Rutz (1800-1851):


 An einem Fenster eines Königspallastes saß einmal ein junger Königssohn, der schaute in den Garten hinaus, und der Mond brach eben durch die Wolken und erleuchtete mit mildem Glanze die königlichen Gärten, die der Schnee mit weißem glänzenden Kleide gedeckt hatte; denn es war im Februar. Der Königssohn aber war sehr betrübt, und seine Thränen fielen in den Garten herab, und schmolzen den Schnee. Dann nahm er eine Laute, stellte sich an's offene Fenster, und sang zu dem Klange der Saiten:

Wo find' ich das Glöckchen silberweiß,
Das dem silbernen Boden entsprieße?
Wo find' ich euch Thränen so freudig und heiß,
Daß das Silber zum Bächlein zerfließe?
Und find' ich euch nicht in schneller Frist,
Um das Schwesterlein dann es geschehen ist.
Diese Worte hatte aber der Sohn des königlichen Gärtners gehört, der eben auch zu seinem kleinen Fenster in den Mondschein hinaus sah.

....




"Was soll denn das eigentlich heißen?" dachte er bei sich. "Warum ist denn unser guter Königssohn so sehr betrübt? Das muß ich wissen, vielleicht kann ich ihm helfen; in dem Schlosse sehe ich noch ein Lichtchen brennen." Er schlich sich also zu dem Lichtchen hin, da wohnte der Pförtner, der die Gartenthüre bewachte. Er klopfte leise an dem Fensterchen, und der Pförtner rief: "Wer kommt denn da noch so spät an's Schloß?" "Macht mir ein wenig auf," sagte der Gärtnerssohn, "ich habe etwas mit euch zu reden." Da kam der Pförtner heraus mit einem großen Bund Schlüsseln, und schloß auf und schob die schweren Riegel zurück. Als sie aber in dem Pförtnersstübchen saßen am warmen Kamine, da sagte der Gärtnerssohn: "Sagt mir doch, was fehlt unserm jungen Königssohne? Ich habe eben im Mondschein gesehen, wie er geweint hat, und er hat etwas gesungen, was ich nicht habe verstehen können."

"Das will ich dir sagen, mein Sohn," sagte der Alte. Der junge Königssohn hat seine Schwester sehr lieb; diese ist aber seit einigen Tagen krank, und kein Mensch kann ihr helfen, so viel Aerzte man auch gerufen hat. In der verflossenen Nacht aber hat die Königstochter einen seltsamen Traum gehabt. Sie träumte nämlich, man hätte ihr ein silbernes Glöckchen gebracht, das war auf einem silbernen Boden gewachsen. Da hätte ihr Bruder vor Freude geweint, und seine Thränen hätten das Silber geschmolzen, und es sey in einem silbernen Bächlein auf den Boden gelaufen, davon sey sie gesund geworden.
Diesen Traum hat sie ihrem Bruder, dem Königssohn erzählt; aber er weiß das silberne Glöckchen nicht zu finden. Nach allen Ländern hat er Boten ausgesandt, aber er glaubt nicht, daß ihm einer das Verlangte bringen wird, und wenn es lange dauert, so stirbt die Königstochter gewiß, denn sie wird jeden Tag kränker. Darum ist der Königssohn so betrübt".

.....





"Ich hab' es gefunden", rief der Gärtnerssohn auf einmal in freudiger Bewegung; denn er stand eben im Garten und sah, wie der Mond ein Schneeglöckchen beleuchtete, das unter dem Schnee hervorgewachsen war, und glänzender Reif hatte es überzogen, und es sah aus wie Silber, mit Diamanten besetzt. Da lief er hin, und holte eine Grabscheit, und grub es mit dem Schnee heraus, und setzte es in ein Körbchen. Er lief aber alsbald damit zum Schloß hinein.

Die Königstochter war aber sehr krank, und der Königssohn saß vor ihrem Bette, und ihr Vater und ihre Mutter erwarteten jeden Augenblick, daß sie sterben würde. Da trat der Gärtnerssohn mit dem Schneeglöckchen herein. Kaum aber hatte ihn die Königstochter erblickt, so rief sie: "das ist das silberne Glöckchen, das ich im Traume gesehen habe; jetzt bin ich gesund." "Gib es her,« sagte der Königssohn, daß ich es sehe." Da nahm er es in seine Hand, und wie er es so betrachtete, fielen seine Thränen herab auf den Schnee, daß er schmolz, und in einem glänzenden Bächlein auf den Boden tröpfelte.
Da stand aber der alte König und die Königin auf, und der König sagte zu dem Gärtnerssohne: "Ich habe meine Tochter demjenigen zur ehelichen Gemahlin versprochen, der ihr das Silberglöckchen bringen würde. Sie soll dein seyn".

 

 Ist schon erstaunlich,was man so alles über eine solch zarte kleine Blume erfahren kann, die sich aus so winzigen Zwiebelchen durch den eisigen Boden ans Licht kämpft zu einer Jahreszeit, wo wir alle uns am liebsten im warmen Haus aufhalten.



Man braucht nur dran zu denken, welche Stürme bei uns grad übers Land fegen, uns in Minutenschnelle die Hände blau frieren, wenn wir nur schnell draussen was erledigen wollen und gleichzeitig sich solche kleinen Wunder im Garten entwickeln.
Bei den Schneeglöckchen ist es wie so oft:
es gibt die Wunder, auch wenn sie noch so klein sind - man muss sie nur sehen!

 

 Hier kommen jetzt einfach noch ein paar Fotos, die heute ebenfalls entstanden sind - viel Freude einfach beim anschauen - und vielleicht kommt Ihr dabei ja auch ein wenig ins träumen:

 
 
 
 
 
 
 
 


Ich wünsche Euch, dass auch Euch immer wieder kleine Wunder begegnen und Ihr sie dann auch seht - Eure Jacqueline

 

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