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Dienstag, 21. Januar 2025

 30000 was für eine Zahl ........ auf den ersten Blick denkt Ihr vermutlich: was hat diese Zahl mit dem Foto zutun? Für uns war gestern ein ganz besonderer Tag: Ich habe gestern abend den 30.000sten Artikel in den Webshop gestellt.
Eben das handgenähte Kissen aus antikem Leinen mit dem aufrechten Hasen drauf.


 

Seit Tag eins im Sommer 2010, als wir unseren Webshop eröffnet hatten, bekam jeder eingestellte Artikel eine fortlaufende Nummer. Nie gleicht ein Stück dem anderen und so macht es die Zuordnung zu den Käufern beim verpacken wesentlich leichter, wenn die Artikel verschickt werden, für die Buchhaltung, usw.!
Aber, daß wir mal bei 30.000 anlangen würden, das hätte ich niemals für möglich gehalten! Wieviele Schätze da durch meine Hände gegangen sind. Vom finden, über den Transport,
putzen oder nähen, fotografieren und mit einer individuellen Artikelbeschreibung einstellen.....raussuchen, verpacken und in so viele Länder weltweit verschicken oder sie wurden von glücklichen Kunden aus dem Laden getragen. ...... all dies wäre aber niemals für mich alleine möglich gewesen. Dazu gehöprt der Held, die Familie, Mitarbeiter und Freunde und natürlich unsere Kunden, die dabei mitgeholfen haben, daß das Unternehmen princessgreeneye über die Jahre das wurde, was es heute ist.

 
Eure Jacqueline

Donnerstag, 21. September 2023

wenn die Schafgarbe auf antikes Leinen trifft

Gestern hab ich eine Erfahrung gemacht, die mich am Ende sehr "demütig" hat werden lassen - demütig vor dem, was früher die Bauern so alles geleistet haben............ Es geht mal wieder um Leinen - das alte Leinen, wie es früher hergestellt wurde - der Weg vom Anbau bis zum fertigen Produkt - den Leinenballen

 

die dann weiterverarbeitet / vernäht wurden: wie zum Beispiel die alten Lenensäcke / Getreideesäcke.

Schaut man im Netz, wie Leinen früher gefertigt wurde, findet man einen Artikel einer alten Bauersfrau - ihre Beschreibung liest sich tatsächlich spannend wie ein Roman. In dem Text ist so viel "altes Wissen" beschrieben - ich habe den Text aus dem Waldorf-Ideen-Pool kopiert, weil der Link so lang war und ich keine Ahnung habe, ob er später dann für Euch funktioniert hätte:

 

Vom Flachs zum Leinen

Bericht einer Bauersfrau

von 1914-1920

Es ist ein langer Weg vom Flachs bis zum fertigen Leinen. Gegen Anfang Mai wurde der Leinsamen ausgesät. Der Boden musste vorher gut vorberei­tet sein. Die Erde musste ganz fein "krümmelich" sein. Wenn die Leinsaat aufgegangen und fingerlang war, dann musste gejätet werden. Es durfte über­haupt kein Unkraut darin sein. Man kroch darüber, um auch das kleinste Unkraut mitzubekommen. Das Kriechen schadete dem Flachs nicht. Wenn der Flachs so 50-60 cm hoch war, fing er an zu blühen. Es war herrlich an­zusehen, ein blühendes Flachsfeld, die hellgrünen Stengeln mit den himmel­blauen Blüten. Jede Blüte brachte dann später eine runde Kapsel mit Samen. Wie alle Getreidearten, so kam auch der Flachs während des Sommers zum Reifen. Er nahm dann eine bräunliche Farbe an. Wenn die Kapseln beim An­fassen aufsprangen und der Samen dunkelbraun war, dann musste der Flachs gezogen werden. Es musste ganz vorsichtig mit der Hand gemacht werden, denn der Samen wie auch der Stengel mussten geschont werden. Der Flachs wurde zu kleinen Bündeln gemacht, so groß, dass man sie mit der Hand umfas­sen konnte. Dann wurden diese Bündel zu vieren zum Trockenen aufgestellt. Wenn er dann gut trocken war, es dauerte meistens so acht bis vierzehn Tage, wurde der Flachs "aus der Sonne geholt" (ländlicher Ausdruck) und anschließend gleich mit dem Flegel gedroschen. Nun hatte man den Lein alleine und den Flachs. Der Lein wurde fein ausgesiebt, denn Leinsamen war bei den Bauern von großer Bedeutung. Er wurde bei Darmstörungen und Aufblähungen beim Vieh im gekochten Zustand gebraucht. Sogar die Tier­ärzte legen heute noch großen Wert darauf.

Der Flachs wurde nun auf der Wiese fein akkurat in Reihen ausgebreitet, dass er des Nachts gut vom Tau durchnässt wurde. Das dauerte wohl einige Wochen. An einem schönen trockenen Tag wurde er dann aufgenommen, gebündelt und heimgeholt. Der Bast musste sich von den Stengeln lösen. Nun kam die Vorbe­reitung zum Braken. Der Flachs kam in den Backofen, das geschah meistens nach dem Brotbacken. Der Ofen musste noch ziemlich warm sein, so dass der Flachs durch und durch trocken wurde. Gleich am anderen Tag ging das Braken los. Das war wohl die schwerste Arbeit von allem. Man nahm jedes­mal eine Hand voll Flachs aus dem Ofen und ging damit zu der in der Nähe stehenden Brake. Die Brake war ein hölzernes Gestell, einen Meter breit und 0,80 m hoch. Sie hatte einen Hebel mit drei Fugen und einen Griff. Das Querstück von der Brake hatte auch drei Fugen. Die Fugen von beiden Teilen passten ineinander.  Hierzwischen kam nun der Flachs. Mit der linken Hand wurde er festgehalten, und mit der rechten Hand wurde der Hebel benutzt, immer auf und ab. Hierdurch löste sich der Bast von den Fasern. Es staubte wie beim Dreschen, und der Schweiß kam ordentlich zum Vorschein. Diese Hand voll wurde so lange gebrakt, bis man den reinen Flachs hatte. Dann kam in der Mitte ein Faden darum, dass alles schön geordnet blieb. Ja, man war tagelang am Braken. Die Nachbarn halfen sich auch wohl gegenseitig mit dem Braken. Nun wurde der Flachs, jedes einzelne Stück durch die grobe und dann durch die feine "Heckel" gezogen. Die "Heckel" war ein Kamm von lauter Nadeln, 5 cm hoch. Der Kamm war so 10 x 25 cm und auf einem Brett befe­stigt. Die grobe Heckel hatte grobe Nadeln und die andere feine Nadeln. Wenn nun der Flachs durch beide Heckeln geschlagen war, was man dann noch in der Hand behielt, war der reine Flachs zum Spinnen. Das andere war Abfall, man nannte es "Heh". Die Klempner holten es sich wohl zeitweise ab.

Nun erst kam der Flachs zum Spinnen. Dies wurde hauptsächlich im Winter gemacht. Es wurde auch wohl zusammen gesponnen, man nannte es "Spinn­mölken". So wie die alten Leute erzählten, kamen meistens hierfür die jungen Mädchen in Frage. Abends wurden sie dann von den jungen Burschen abgeholt, und die mussten ihnen dann das Spinnrad nach Haus tragen.

Ich habe im 1. Weltkrieg von meiner Mutter Flachs und Wolle spinnen gelernt. Im 2. Weltkrieg kam es mir gut zustatten. Da habe ich viel Schafwolle gesponnen für Strümpfe und Pullover.

Wurde der Flachs gesponnen, so musste erst der Rocken gemacht werden. Das machte meistens die Mutter. Sie setzte sich hin und nahm ein Stück Flachs. Das obere Ende steckte sie sich zweifingerbreit vorne hinter das Schürzenbord (die alten Frauen trugen Werktags nur blaue Vorbindschürzen). Jetzt breitete sie den Flachs mit den Händen fein auf dem Schoß aus. Mit dem Stock wurde der Flachs dann aufgerollt. Es kam eine Papiermanschette darum, und der Rocken war fertig. Er sah aus wie eine große Tüte. Nun wur­de der Rocken auf das Spinnrad gesetzt, mit der Spitze nach oben und das Spinnen ging los. Mit der linken Hand wurde gesponnen, und es wurde immer aus dem Rocken etwas Flachs gezupft, wir mussten immer sehen, dass wir einen gleichmäßig dünnen Faden bekamen. Waren mehrere Spulen voll, so kam das Ganze auf den Haspel und wurde zu Lagen gemacht. Wenn beim Has­peln eine Spule leer war, so wurde eine neue Spule angefangen. Ende und Anfang der Fäden wurden zusammengeknotet mit dem sogenannten "Weberknoten" ("Lüeberknüpp") , der ging nie wieder los. Jedesmal wenn ein Bind fertig war, knackte der Haspel, und es kam ein Band herum. Jede Lage hatte zwölf Bind, genauso wie man heute eine Lage Wolle kauft. Hatte man zwölf Lagen fertig, dann kam das Garn zum Leinenweber, es genügte für eine Rolle Leinen von 17-20 Ellen,  1 m breit. Ein alter Mann in der Nachbarschaft webte im Winter immer Leinen. Wenn wir das Leinen zurückbekamen, war es ganz dunkelgrau. Nun musste es gebleicht werden, und das geschah im Frühjahr, wenn die Sonne schon recht warm schien. Zuerst wurde Holzasche gekocht und in einen großen Bottich geschüttet. In diese Brühe kam das Leinen und blieb einen ganzen Tag darin. Dann wurde es herausgenommen, ordentlich gespült, und dann wurde es zur Bleiche  gebracht. Das war ein großer Teich inmitten einer Wiese. Die Rolle Leinen war in drei Teilen. Jedes Teil hatte an beiden Enden je zwei Schlaufen. Durch diese Schlaufen kam je ein Steck, und dieser wurde tief in die Erde gesteckt. Das Leinen musste stramm über dem Rasen liegen, damit es auch glatt wurde. Nun musste das Leinen je­den Tag mit Wasser aus der Bleiche tüchtig besprengt werden,  "bleken" wurde gesagt. Die Bleke wurde öfters gereinigt, damit das Wasser sauber blieb. Sie war tief und trocknete im Sommer nicht aus. Gleichzeitig wurde sie auch zum Tränken für das Vieh gebraucht. Jeder Bauer hatte seine eigene Bleke, mitunter konnten es wohl zwei sein.

Allmählich verlor das Leinen die dunkle Farbe. Es dauerte wohl vier Wochen, bis es weiß war. An einem schönen warmen Tag wurde es dann aufgerollt, natürlich musste das Leinen trocken sein. Alsdann war es gebrauchsfertig. Also sehen Sie ein langer Weg.

Ab 1905/1910 kam das Fabrikleinen auf, es wurde sogar an der Tür angeboten. Es waren Händler von Bielefeld ("Linnenverköpers") im blauen Kittel (weite Kittel ohne Knöpfe). Sie trugen einen blauen Leinensack, so wie eine Art Rucksack. Darin hatten sie wohl fünf bis sechs Rollen Leinen.

Im 1. Weltkrieg haben wir viel von dem selbstgemachten Leinen gebraucht. Es wurde gefärbt, und dann Schürzen, Kleider, Hosen und Kittel daraus gefertigt. Dazumal war gar nichts zu haben. Es war in dieser Hinsicht weit schlimmer als im letzten Krieg.

(Anmerkung von mir: sie meinte den ersten und zweiten Weltkrieg)

Tja, wie schaffe ich nun die Überleitung zu meinem Thema?

Mehr durch Zufall bekam ich vor ein paar Monaten Kontakt zu einem Händler, der antikes Leinen (gewebt und auch bereits verarbeitet) direkt aus der Ukraine verkauft. Er lebt dort und von dort verschickt er auch. Wir kamen "ins Gespräch", was traditionell früher Leinen dort hergestellt wurde. Das Leinen dort war immer auch etwas gröber als das Leinen, daß wir aus Deutschland kennen. Und es wurde nicht nur zu Decken etc verarbeitet, sondern auch zur traditionellen Kleidung vernäht. Diese weiten Blusen, die Männer (kurz) und Frauen lang früher truge. - wie eben auf dem folgenden Foto auch zu sehen. (fast) immer auch kunstvoll bestickt mit traditionellen ostslawischen Mustern im Kreuzstich - Wyschywanka

Meistens allerdings sehr bunt und großflächig und nicht schwarz und zaghaft, wie bei meinem Exemplar.

Er bot mir dann auch Kugeln von bereits gewebtem aber noch nicht weiterverarbeitetem Leinen an. Für mich wie ein "Jackpot" - so lange suchte ich schon nach diesen "Kugeln", die so einzigartig, dekorativ und wunderschön (in meinen Augen) sind.

Es ist, als würde man sie ganz leise wispern und Geschichten erzählen hören, wenn man diese Kugeln anschaut - erst recht, wenn man weiß, wieviel harte Arbeit nötig ist, bis überhaupt solche Kugeln entstehen!

Er meinte, wenn mich das Thema so fasziniert: er hat auch noch gesponnenes Leinen, das noch nicht aufgerollt ist, das würde er mir mitschicken - wie lieb war das denn bitte? Ich solle aber nicht geschockt sein und viel Zeit haben................. denn, den "Trick" wie man das Leinen dann zu Kugeln gewickelt kriegt, den konnte er mir nicht verraten - er wußte es einfach nicht.

Egal, ich würde das schon schaffen - ich dachte mir: hey, das wird genauso in Zöpfen sein, wie ich es vom alten deutschen Leinen kannte..............

Das wurde ja früher erst zu Zöpfen gedreht in Truhen gelagert, kam dann auf ein Gestellt und wurde von dort dann abgewickelt auf Spulen, um verwebt zu werden - ähnlich, wie man es von den "Wollzöpfen" ja auch kennt. Wo Generationen von Männern abends mit gespreitzen Armen dasaßen und Oma die Wolle dann zu Kugeln wickelte - bei meinen Großeltern war das noch so.............und zum "Lohn" bekam Opa dann warme Socken.....

nunja, ich sollte mich täuschen............... Das Garn war zwar zusammengebunden - aber zu "Haufen" und ich legte es mir erstmal nur in die Deko - davor hatte ich nun doch Respekt!

Vorgestern vor dem Fernseher hatte ich mir den ersten "Woll-Haufen" vorgenommen - das war sehr groben Garn gewesen, fast schon Schnur und ging relativ gut zu entwirren und aufzuwickeln. Weiß der Himmel warum - aber gestern dachte ich dann so bei mir: versuch es doch mal mit dem feineren Garn - so schlimm kann es doch nicht sein................ habe einen solchen feinen "Garn-Haufen" auseinander genommen und er wurde immer länger..............ich wußte mir zum Schluß nicht anders zu helfen und habe ihn über die Tür im Flur gehängt.

Das große Problem - das Leinengarn ist ja nicht aalglatt und aufgrund des hohen Alters, der Lagerung, Transport, was weiß ich, hatten sich viele Fäden miteinander "verhakt". Ich habe selten ein solches Geduldsspiel gehabt und warwar tatsächlich zwischendurch so weit, den ganzen "Mist" auf den Kompost zu werfen. Nach fast 2 Stunden war grad mal diese kleine Kugel fertig..........Durchmesser etwa ein Fünfmark-Stück......das Garn aber auch so fein wie Zwirn.

Nunja, eine Weile hab ich noch weitergewickelt - dann kam der Held nach Haus und es ging auch einfach nicht mehr - ich hab wirklich nur noch Fäden gesehen............ aber wo den Rest lagern, damit er nicht noch weiter verhedderte? So ordentlich wie nur irgend möglich hab ich alles von der Tür genommen, zu Schlaufen verwickelt und erstmal der alten Schneiderpuppe übergeworfen. Denn eines war klar: einfach irgendwo rumliegen lassen war ja keine Option, die Fellträger hätten es garantiert als tolles "Spiel" angesehen!

und um mal zu verdeutlichen, was ich geschafft habe und wie groß teilweise die alten Bälle sein können - zum Größenvergleich: die antike Sodaflasche ist gute 42 cm hoch - der Ball links war von mir am Abend gewickelt, der kleinste Ball in der Mitte gestern aus dem feinen Garn............. und der große Ball wiegt fast 3 kg und kam bereits gewickelt hier an...........

und wenn man sich einmal diese Arbeit gemacht hat - dann schaut man noch viel ehrfürchtiger auf dieses antike Leinen.

überlegt sich 3x was man draus anfertigen möchte! Wo die Schere angesetzt wird, wieviel Rest dann bleibt und daß man jeden kleinsten Rest auch erstmal aufhebt!

 

ob nun zu Kissen ganz "klassich"

oder die Baumkissen.

Das war es mal wieder für heute - ich hoffe, Euch hat der kleine "Ausflug" in die Geschichte des Leinen gefallen. Und wer sich wundert, warum immer wieder auf den Fotos der Schafgarbe-Kranz aufgetaucht ist: 

 

Das sollte eigentlich bereits ein Post vor etwa 4 Wochen werden - wenigstens einmal im Jahr wollte ich zumindest einen frischen Kranz für uns selbst binden - aus Schafgarbe, die bei uns auf dem Hof sich wild ausgesäat hatte

 

und alle Fotos waren vor antikem Leinen hier entstanden.

 

 Übrigens: dieser Kranz ist noch aus dem letzten Jahr und hängt seither bei uns im Bad. 

 - Eure Jacqueline

 

Mittwoch, 15. März 2017

Meine "alte Hilde"................................

Tja, was würde ich wohl ohne meine "alte Hilde" machen?!?.....................



..................wer die "alte Hilde" ist? Hilde ist meine Nähmaschine - Baujahr 1960er Jahre - also etwa so alt wie ich. Noch eine echte Qualitätsmaschine ohne irgendwelchen neumodischen Computerkram, ziemlich ohne Schnörkel. Kann all das, was meiner Meinung nach eine Nähmaschine können sollte und schnurrt bei der Arbeit wie eine Katze, ist ein ganz fleissiges "Weib", quält sich tapfer durch die unmöglichsten Materialien, murrt eigentlich nie. Und wenn sie dann mal murrt, okay, dann hat sie tatsächlich was. Dann stimmt was nicht mit ihr! Dann hat sie keinen leichten Husten, dann ist es was Ernstes!................
 

................... Und genau solch ein Fall war vor etwa 10 Tagen: Ich wollte mich an einen Berg vorbereiteter Leinenkissen machen. Das mache ich immer so, dass ich einige Stücke vorbereite und en block arbeite. Denn es würde sich nun wirklich nicht lohnen, für eine einzelne Kissenhülle zur Auswahl das eingelagerte Leinen hervorzuholen, Bügeleisen und Bügelbrett, Lineal, Schere und was weiß ich noch alles aufzubauen, um dann diese eine Kissenhülle vorzubereiten und zu nähen. Das mache ich gerne mal abends in der Küche. Die sieht dann zwar aus wie ein "Schlachtfeld", aber es ist einfach gemütlich. Der Held sitzt dann oft dabei, wir unterhalten uns und ich schneide, bügle und hefte die Nähstücke vor. Und so lagert hier fast immer solch ein Stapel mit Stücken, die mich anlachen: näh uns endlich!............
 

.........wie gesagt, ich wollte nähen und auf einmal machte "Hilde" ein sehr häßliches Geräusch und sagte keinen Mucks mehr. Ich vergleiche Hilde immer mit einem alten VW Käfer. Man sieht sie ja heutzutage nur noch selten im Straßenverkehr - aber schöne Erinnerungen wecken sie allemal. Vor allem, da konnte man / Mann noch selbst dran schrauben! Wie oft hat mein Vater früher unter unserem alten weißen Käfer gelegen, hat dran rumgeschraubt, gehämmert, ausgebeult und danach lief er (der Käfer) wieder freudig durch die Straßen. Oder er (der Käfer) kam in einen urige Hinterhofwerkstatt, die Reparatur kostete eine "kleines Geld" und mein Vater war happy, wenn er seinen Käfer zurück hatte. Auch meine Tante hatte einen solchen ollen alten verbeulten Käfer und war glücklich damit. Naja, und meine Hilde ist wohl so ähnlich. Man kann auch heute noch nahezu alles an ihr wieder richten. Nur ich selbst natürlich nicht - nein, ich kann ja einiges, aber Hilde wieder zum laufen bringen, das schaffe ich nicht! Und ich weiß aus Erfahrung: solch eine Reparatur dauert ihre Zeit. Hilde muss erstmal nach Berlin gekarrt werden und die Werkstatt wartet nicht nur auf uns. Nunja, der Held bekam den "Auftrag", Hilde zur Reparatur zu bringen und ich suchte im 1,2,3-Auktionshaus nach einer "Ersatz-Hilde" für die Übergangszeit. Ich dachte mir, selbst wenn meine Hilde zu reapraieren war, eine Ersatzmaschine ist ja auch nicht verkehrt. Man weiß ja nie........Na, man glaubt es kaum - aber meine Hilde ist nicht die Hilde, die drauf steht! Laut Aufdruck ist sie eine Pfaff 360er Automatik - ABER schaut man sie genau an, ist sie eine 362er Automatik nur eben mit der falschen Beschriftung. ..............
 

..................Was mir ja eigentlich egal ist - aber wenn man genau das gleiche Maschinchen wieder haben will, ist das schon SEHR entscheidend! Also lange Rede: ich fand eine entsprechende Hilde mit dem Versprechen GENERALÜBERHOLT die auch einen halbwegs annehmbaren Preis hatte und die auch recht schnell eintraf. Doch, was soll ich sagen: diese alte "neue"  Hilde machte so garnicht, was sie sollte, sie war KAPUTT!!! Nee, da war echt der Wurm drin. Also Briefmarke auf den Popo und zurück. Und vorgestern nun, kam MEINE "alte Hilde" wieder zurück. Es war tatsächlich nur eine Kleinigkeit gewesen. Was war ich glücklich! Nun "schnurrt" sie wieder, meine "alte Hilde"............
 

.........und ich dachte mir, ich zeig Euch mal einen Teil von meinem Arbeitszimmer, in dem ich einen großen Teil des Tages verbringe. Das Arbeitszimmer liegt im 1. Stock, nimmt etwa ein Drittel der Grundfläche vom Haus ein und hat eine "offene" Decke - will heißen, geht bis in den Giebel (etwa 6m an der höchsten Stelle) mit entsprechend vielen Fenstern. Darum ist es auch so wunderbar hell (wenn der Nachbar regelmäßig seine Hecke zurückschneidet (aber das ist ein anderes Thema))............
 

..........Hinter der Bretterwand ist noch die gesamte Abseite - also genügend Stauraum für all den Kram, den man nicht täglich sehen will. In all den Kisten unter dem Tisch sind übrigens meine Lüsterschätze versteckt. Da hab ich mich von Mea anstecken lassen! Wenn ich irgendwann mal viel Zeit hab, dann will ich mich auch mal an einen defekten Lüster machen und ihn selbst neu "zusammenknüppern"! ............
 

...............Und alles, was in Reichweite sein muss, hat seinen Platz. Das Papiergeld ist übrigens altes entwertetes Geld aus der Inflationszeit! Nicht, dass hier ncoh einer denkt, wir haben es so üppig, dass es in den Regalen offen rumflattert...................



.....ich arbeite mit Freude mit alten Materialien und Werkzeugen. z.B. kommt KEINE neumodische Schere an eine alte handgeschmiedete Schere heran...........
 

.............. Da kann nichts abbrechen oder auseinanderfallen und irgendwann hab ich auch den Dreh herausbekommen, sie selbst nachzuschärfen. In der alten Box sind übrigens die Stecknadeln verstaut..........



...............eine defekte alte Terrine ist das Versteck für allerlei Nägel, Schrauben und Werkzeug, was ich immer mal schnell zur Hand brauche. Es macht nämlich keine Freude, wegen einem Nagel, den man in die Wand schlagen möchte, einmal quer durchs Haus in die Werkstatt zu rennen und später dann den Hammer wieder zurückzutragen!................



.......wenn alles schön verstaut ist, macht auch die Arbeit einfach mehr Spaß!.............
 

..................
 

...............dieses Regal füllt den Bereich zwischen Nähtisch und Arbeitsplatz...........
 

............bei den Geranienstecklingen hoffe ich sehr, dass wenigstens einige von ihnen Wurzeln ansetzen werden. Bei meiner Oma hat das früher immer geklappt. Sie hat sie einfach ins Wasserglas gesteckt und innerhalb kurzer Zeit hatten sie dann Wurzeln angesetzt. Nun hoffe ich, dass ich genauso viel Glück damit haben werde..................



........und rechts davon ist das "Allerheiligste" - mein Schreibtisch. Hier sitze ich auch grad und schreibe diesen Post. Da die Fenster gen Nordosten zeigen, ist es auch kein Problem, dass ich mit dem Bildschirm gegen das Licht arbeite. Übrigens rechts vom Schreibtisch ist die 2. Abseite. Die Fellträger haben dort einen weichen Platz und legen sich dort tagsüber zu gerne mal in ihre "Höhle"......
 

.......Überhaupt ist es schön! Alle Fellträger kommen tagsüber mal vorbei, stupsen mich für eine Kraulrunde an oder liegen einfach mal nur schnarchend im Weg....................



.......und so sah gestern mein "Tagwerk" aus - ich hab mich kaum von meiner Nähmaschine wegbewegt - hab genäht, als gäbe es kein morgen..............
 

........ich glaube, das Tagwerk (das ist ein Teil davon) von gestern kann sich sehen lasen................
 
.........ich hoffe, Euch haben die Einblicke inspiriert, dass man sich den Arbeitsplatz so schön als möglich machen sollte, denn so macht die Arbeit gleich doppelt viel Freude - Eure Jacqueline

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Kissenschlacht im neuen "Sofa-Bett"..........................

Ich denke, ich bin ein "Kissen-Fetischist".................
 

................. - ja, nicht nur bei uns im Bett im Schlafzimmer türmen sich Kissen - auch hier im Wohnzimmer haben wir wohl mehr Kissen als unbedingt nötig sind. ..............



.................aber mir geben Kissen, ähnlich wie Kerzen ein heimeliges Gefühl. Sie machen einen Raum erst so richtig gemütlich UND sie dürfen auch benutzt werden - haben sie Knautscher und Knicke, finde ich ich sie erst so richtig schön! Und von unserer letzten Reise hatten wir auch dieses antike Einzelbett / Eisenbett mitgebracht. Auf den Bildern war es damals nicht mit drauf, da der Held es kurzerhand zur Seite gestellt hatte und niemandem ist aufgefallen, dass das Bett nicht mit auf den Bildern war. So ist das halt manchmal. Aber meine Freude über diesen schönen Fund war riesig gewesen!............



..............schon eine Weile hab ich nach einem schönen Eisenbett gesucht - ich wollte das Sofa austauschen........



.........für meinen Rücken stellte ich es mir wesentlich entspannter vor, wenn ich auch mal richtig ausgestreckt mich hinlegen kann - und dafür ist ein Sofa ja nun nicht gebaut.........also wurde nun das Sofa abgebaut - der Held hat es mit Fassung getragen - und auf den Dachboden verstaut. Und im gleichen Zug wurde das Bett aufgebaut und hin und her geschoben. Ob es auf Dauer in dieser Ausrichtung stehen bleiben wird, weiß ich noch nicht ............

 

.............aber so, wie das Bett nun steht hab ich einen perfekten Blick auf den Fernseher - auch im liegen.........



............klar, dass dann plötzlich der Couchtisch nicht mehr dort paßte (wurde also auch erstmal auf den Dachboden verbannt, denn von dem kann ich mich einfach nicht trennen!) und als vorläufige Lösung kam erstmal der kleine Tisch mit Ablage aus Frankreich unter das Fenster - der ist wenigstens groß genug, um mein "Kerzen-Gewächshaus" zu tragen...................



............der Held zog mit seinem Sessel vor das Fenster..........
 

............ und sein ehmaliger Beistellstisch steht nun variabel zwischen uns. Und was das Verrückte ist: hier im Wohnzimmer wirkt alles sehr luftig und großzügig, wenn man im Raum steht - auf den Bildern leider sehr gedrungen - das ist ein Phänomen, das werde ich wohl nie verstehen....................



...............Einen weiteren großen Wunsch hab ich mir duch die antiken schwedischen Kissen erfüllt. Bereits, als das erste Buch von Nina Hartmann auf den Markt kam und dort diese Kissen abgebildet waren, war ich von diesen Kissen hin und weg gewesen. Und jetzt endlich hab ich welche bei einem Lieferanten gefunden - gestern endlich nun ist die Lieferung eingetroffen und ich bin superglücklich. ................



.......................wieder ein Teil, das ich mit Freude von meiner Haben-will-Liste abstreichen konnte..............



.................sie sind aus dickem hellem Leinen oder dicker Baumwolle (je, nach Ausführung), haben wunderschöne Metallknöpfe und 100% Kuschelfaktor!.........



.......und so "arbeite" ich mich derzeit im Wohnzimmer von hinten nach vorne stückweise vor und so manches wird sich wohl auch noch verändern................

 

.............ist ja immer so, verändert man ein Teil, zieht es zig Veränderungen dann nach sich. So zog dann der kleine antike Spiegel aus dem Flur im Obergeschoß runter ins Wohnzimmer...........

 

........macht es Euch kuschelig - Eure Jacqueline

die Hundsrose oder Kartoffelrose

Ein echtes Highlight jedes Jahr ist ja die Rosenblüte bei uns. Also, wenn die ersten Rosen ihre Knospen öffnen. Meist beginnt das ja eher un...