ja, der Name DUSCHA bedeutet je nach Schreibweise und Landessprache GROSS oder SEELE. Vor ein paar Tagen - also etwa einer Woche, hab ich sie im Netz auf FB entdeckt. Da ich ja auf vielen Tierschutzseiten immer mal wieder dort "unterwegs" bin, immer wieder unter den Neuigkeiten ja auch viele arme Geschöpfe gezeigt werden werden, die der eine oder andere auch teilt, mit dem man so dort "befreundet" ist, war ich plötzlich auf irgendeiner Seite gelandet und sie "sprang" mich praktisch an. Ich blieb an ihren Augen hängen....................
................schon auf den ersten Blick war zu sehen: das ist ein ganz altes Mädchen - ein "lost girl". Ich laß mir den Text durch und mir ging es wirklich durch und durch. Es ist mir unbegreiflich, wie ein Tier es aushält 11 Jahre seines Lebens im Zwinger eingesperrt zu leben. ............
..................Sie wurde als wahre "Hundessele" und als sehr groß beschrieben und saß laut Text in Polen. So weit wohnen wir ja nicht von Polen entfernt. War schon ein komisches Gefühl, zu wissen, dass so nah bei einem ein solch trauriges Wesen einsaß. Ich fand eine Mailadresse und schrieb spontan der Verfasserin des Textes. Wer wir sind, wie wir leben, was wir schon so mit unseren Fellträgern erlebt haben usw. Ich schrieb mir einfach alles von der Seele - hängte ein paar Fotos von unseren Fellträgern und dem Garten etc. an und schickte die Mail ab. Die arme Maus war zu diesem Zeitpunkt schon 100fach geteilt worden. ..........
...........Am nächsten Tag bekam ich Nachricht: "wenn es Ihnen recht ist, dann würden wir morgen bei Ihnen vorbeischauen zur Vorkontrolle". Natürlich war es mir recht und eigentlich rechnete ich mir keine großen Chancen aus. Denn wenn ein Hund so oft geteilt wird, dann finden sich häufig auch liebe Menschen für ihn. Am nächsten Tag kamen die Damen dann - gleich zu dritt. Wie ich später erfuhr, war die Dame, die den Verein führte, zu Besuch bei den Tierschützern in Polen und die hatten Duscha und einige andere vergessene Seelen in einem Dorfshelter gefunden. Dieser Shelter sollte geschlossen werden - bis zum September müssen alle "Insassen" dort vermittelt werden. Und für Duscha "rechneten" sie sich keine großen Chancen aus - immerhin sollte sie schon mindestens 13 Jahre alt sein. Dass sie 11 Jahre ihres Lebens in dem Shelter verbracht hatte, war Fakt. Und so kamen die Damen dann zu uns - und wir waren uns auf anhieb sympathisch. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir nie Gedanken drüber gemacht, dass es auch in Polen, unserem direkten Nachbarland, auch so viel Tierleid geben könnte. ...............
.................unsere 6 Fellträger benahmen sich vorbildlich. Wir wanderten durch den Garten und unterhielten uns. Später saßen wir noch eine Weile zusammen, ich erzählte unsere "Hundegeschichten" - auch, dass wir zur Zeit so traurig waren / sind wegen Seven. Und die Damen erzählten von ihrer Arbeit, wie es in Polen mit dem Tierschutz so läuft und natürlich von Duscha. Dass sie sehr groß wäre, für einen Tierheimhund steinalt ist, sie früher immer die Welpen, wenn sie im Tierheim abgegeben wurden, beaufsichtigt hatte, usw.. Irgendwann meinten die Damen: es sind noch 2 andere Familien in der engeren Wahl, aber bei Ihnen (also uns) soll Duscha ihren Lebensabend bekommen. Das war am Donnerstag. Abends kam der Held heim und wußte bis dato NICHTS. Ich hatte ihm nichts erzählt - wollte ihn nicht schon vorher verrückt machen. Was, wenn es mit Duscha nicht geklappt hätte?!? Ich erzählte ihm, dass wir am Samstag einen "Ausflug" nach Polen machen müßten. Er schaute mich an und meinte: Du hast Dich verliebt?!? .........ja und da erzählte ich es ihm und zeigte ihm die Bilder. Er machte zwar anfangs keine freudigen Bocksprünge aber konnte mich verstehen. Warnte mich aber: "Dir ist klar, sie ist sehr alt? Dir ist klar, da kommt viel Arbeit auf Dich zu?" Ja, all das war mir klar. Auch, dass jeder Tag für Duscha zählte. Und jeden Tag, den sie es noch schön haben könnte, wäre ein ihr geschenkter Tag. Und so fuhren wir am Samstag nach Polen - tief ins Landesinnere. Ein wunderschönes Land, wie wir festgestellt haben. Da wohnen wir so nah an der Grenze zu diesem Land, aber waren noch nie richtig dort gewesen. Nach einigen Verwirrungen kamen wir dann an einem Haus idyllisch am Waldrand gelegen an - einem wahren Hundeparadies, in dem 2 Tierschützerinnen mit ihren 5 Hunden und unzähligen Katzen wohnen. Jedes Tier hatte so seine Malessen und durfte dort einfach "sein". Wurde so geliebt, wie es war. Und dann kam Duscha. Hochbetagt wanderte sie durch den Garten, die ganze Zeit wedelte sie leicht mit dem Schwanz. Ich hockte mich hin, sie kam zu mir und leckte mir die Hand. Das Eis war gebrochen. Wir erledigten die Formalitäten und leinten sie an. Willig kam sie mit als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes gekannt....................
........Der Held hob sie auf den Rücksitz und ich setzte mich zu ihr. sie schaute zwar anfangs etwas verwirrt und machte den Anschein, als hätte sie ein dringendes Bedürfnis. So haben wir einen Zwischenstop in einem Wald gemacht. Sie hat sich so gefreut, mit uns ein Stück durch den Wald zu laufen. Das hat man ihr absolut angesehen. Sie hat mächtig viel auf den Rippen 8um die 40 kg, also viel zu viel für die alten Knochen) - kaum Muskeln - und, was wir beim Spaziergang dann gut sehen konnten, eine schlimme Stelle am rechten Ellenbogen. Sowas hab ich noch nie gesehen. Keine Ahnung, ob es ein "Überbein" aus einer alten Verletzung oder ein Geschwür ist. Sie scheint aber keine Schmerzen beim Laufen zu haben, zumindest humpelt sie nicht. ...........
.........dann wieder rein ins Auto und weiter gen Heimat. Die ganze Zeit hat sie es genossen, von mir gekrault und gestreichelt zu werden. Hat sich problemlos überall anfassen lassen. ...........
................mir ist aufgefallen, sie hat die gleiche wunderschöne Zeichnung um die Augen wie unser Martha-Mädchen. Und dann kam der 2. große Schreck: ich fühlte eine Geschwulst etwa so groß wie einen Avokado-Kern am Gesäuge. Mir ist fast die Luft weggeblieben. Spätestens jetzt war klar, dass wir in dieser Woche noch mit ihr in die Tierklinik fahren. Das muss auf jeden Fall beides abgeklärt werden. Aber ansonsten benahm sie sie sich auf der Fahrt wie ein "alter Hase". Irgendwann hat sie sich dann hingelegt. ...........
...........Zuhause sind wir dann erstmal ins "kleine Haus", damit sie sich aklimatisieren und durchschnaufen kann. Der erste Weg ging an den Wassernapf und dann wurde erstmal alles gründlich inspiziert...................
..........am Kühlschrank machte sie eine lange Nase...............
.......und entdeckte dann die kuschelige Decke. So hat sie erstmal etwas gedöst. Dann hat der Held Paula und Mr.Gin, die Rudelanführer, geholt und wir sind gemeinsam eine kleine Runde zum kennenlernen gelaufen................
........und dann ging es ab nach Hause. Auch, als die anderen Fellträger dann sie begrüßt haben, hat sie all das mit stoischer Gelassenheit akzeptiert, alle haben sich beschüffelt und gut war es. Sie hat sich sofort auf die weiche Decke im Flur im Wohnhaus gepackt und hat nur noch geschlafen. Lediglich unterbrochen von Wasser saufen und ab in den Hof fürs Bedürfnis. Wir waren baff. So unkompliziert haben wir uns das in unseren kühnsten Träumen nicht erhofft. Auch Sonntag hat sie fast den ganzen Tag geschlafen - abends hat sie sich dann übers Futter gestürzt. Innerhalb kurzem war die Futterschüssel leer und so sauber, ich hätte sie auch so wieder weghängen können. Sie sieht nicht mehr so gut, das haben wir inzwischen gemerkt und sie wird in dunklen Räumen sehr unsicher. Also lassen wir ihr nachts das Licht im Flur brennen und sie schläft dann wie ein Murmeltier. Heute dann, kam schon mehr "Leben" in die Old-Lady. Sie folgte mir jedesmal mit in den Hof, und ließ sich dann wieder mit einem zufriedenen Schnaufen auf ihre Decke fallen. Später dann kam sie sogar mit zum spielen in den Garten..................
.........zuckelte durch den Garten, schaute sich alles ganz aufmerksam an. Man merkte förmlich, wie sie sich straffte, direkt ein wenig "jünger" wirkte. ...........
............Die anderen tobten wie die "Kaputten" durch den Garten, rannten den geworfenen Äpfeln hinterher. Sie stand da meist am Rand und man konnte ihr förmlich die Gedanken ansehen: wie kann man nur so bekloppt sein und Äpfeln hinterher laufen. Die alte Usca steht ja inzwischen den anderen in nichts mehr nach. Rennt genauso nach den Äpfeln, fängt sie ein und verspeist sie dann genüßlich.............
........wir staunen immer wieder, wie glücklich sie wirkt. Und wenn sie dann ihren Kopf mit ihren großen Ohren so schief legt und einen mit den "tiefen" Augen anschaut, da schmilzt dann jedesmal wieder mein Herz. Ich könnte sie dann nur noch knuddeln, knutschen und herzen. Und auch das Martha-Mädchen, unser "Windhund", tobt durch den Garten als hätte sie nie was an den Knochen gehabt,..........
......Und Lora: auch wenn das Fell an der operierten Stelle noch nicht so gut nachgewachsen ist - sie freut sich des Lebens. Äpfel jagen hält sie zwar für überflüssig - aber sie rennt durch den Garten, wenn sie gut gelaunt ist, galoppiert sie auch aus reiner Freude, genießt lange Spaziergänge und läßt sich die Äpfel schmecken, die die Anderen für sie fangen....................
......Und dann waren unsere Fellträger ja heute der Meinung: es muss "angebadet werden. Heidernei, schon vom zusehen fing ich an zu frieren - aber die Fellträger sprangen mit Anlauf in einem Riesensatz ins Wasser. Ich frag mich da: merken Hunde nicht, dass wir erst Februar haben und das Wasser noch schnatterkalt ist?..........
............und sogar die Old-Lady Duscha traute sich ans Wasser hat ein paar Schlucke genommen.............
......auf dem Rückweg dann hab ich gemerkt: es war so richtig, sie zu uns zu holen. Sie ist nicht nur sehr groß sondern auch wirklich eine Seele von Hund. Sogar unser Mr.Gin, der eher uns "Rauhbein" ist, hat sich von der mütterlichen Duscha bereitwilllig das Wasser aus dem Pelz lecken lassen..............
........Auf uns wirkt es zumindest, als fühlte sich Duscha angekommen. Sie ist so eine Bereicherung - sie ist einfach da. Man muss sie einfach kurz kraulen, wenn man an ihr vorbeiläuft. Man könnte glauben, sie fängt gleich an zu schnurren wie eine Katze, wenn man ihr die Wange krabbelt. Hält ganz still, wenn man vorsichtig ihren Kopf in die Hände nimmt und mit ihr spricht. Zuckelt durch den Tag, tapert in den Garten, wenn sie muss. Schaut einen mit ihren leicht glasigen Augen ganz tief an, den Kopf leicht schief, immer ein Ohr halb geklappt. Schön, Duscha, dass Du da bist - wir wollen und werden es Dirr schön machen! - Eure Jacqueline