Wer diesen Blog schon eine Weile verfolgt, der weiß, ich bin ja nicht so der "Farben"/"Farbig"-Typ - wirklich nicht. Weder bei der Kleidung noch im Wohn- und Gartenbereich. ........
............. Auch wenn es da Ausnahmen gibt - na, und Ausnahmen die gibt es wohl bei uns allen. Bei Kleidung mag ich gerne mal einen Hauch von altrosa. Überhaupt ist altrosa eine Farbe, die mich schon ewig begleitet und die ich immer mal wieder versuche, bei uns zu integrieren. Rosa Beete im Garten dürfen sein - bei Zimmern in Rosa wird es schon schwierig. Vor ein paar Jahren hatte ich es mit Rosa im Schlafzimmer im "Kleinen Haus" versucht: hat mir unglaublich gut gefallen - aber war auf Dauer trotzdem nicht "meins". Auch jetzt versuche ich es aktuell im "kleinen Haus" - na, mal schauen, wie weit ich damit kommen werde. Aber an einem Punkt, da werde ich dann bei Farbe tatsächlich "schwach" - und ich glaube, diese "Farbtupfer" werden mir niemals über sein: das sind meine heiß geliebten französischen Boutis...............
........zu deutsch: schnöde alte Steppdecken aus Frankreich. i.d.R. mehr oder weniger dick gefüllt mit Baumwolle und per Hand abgesteppt. Ich liebe diese Teile - wir schlafen darunter auch. Je nach Jahreszeit noch mit zusätzlicher Federdecke. Anfangs war der Held da sehr skeptisch gewesen. Mein Argument war dann: was Menschen seit 100 Jahren und mehr machen, kann heute doch nicht falsch sein. Und selbstverständlich wurden bzw. werden alle Decken vorher gereinigt oder gewaschen. Dafür hab ich sogar bei unserer letzten Waschmaschine drauf geachtet, dass die Trommel groß genug ist. UND, ich muss sagen, ich habe mein Leben lang nie so gut geschlafen wie heutzutage. Der Held bestätigt das übrigens - auch wenn es manchmal einen "Kampf" um Deckenanteile in der Nacht gibt.............
.....Und ich bewundere die Künstlerinnen, die früher diese Decken gefertigt haben - tatsächlich noch jeder Nadelstich mit der Hand gesetzt.............
......Und so wuchs der Bestand an diesen alten Decken immer mal wieder um das eine oder andere Exemplar an..........
.......Und ich staune wie vielem anderem Altem auch immer wieder, wir gut solche alten Stücke häufig noch "in Schuß" sind. Man darf ja nicht vergessen, sie waren bereits früher oft schon jahrelang im Einsatz. Da erstaunt es noch mehr, dass sie überhaupt "überlebt" haben. Nunja, und die letzten beiden Decken, der wir dann aufgestöbert haben, die hatten dann doch schon etwas mehr "Macken" - aber die Stoffe so wunderschön - ich dachte mir: es ist doch mal einen Versuch wert, sie zu retten. Hab mir also Gedanken gemacht, wie hat Madamme Clothilde das gemacht. Die hat früher Stoffstücke dann auf schadhafte Stellen gesetzt. Die eine oder andere Decke bei uns hat bereits solche alten Flickstellen. Und klar, das kann ich ja auch! Hab mir also im Fundus alte Stoffe zusammengesucht und dann ging es los...................
........Ich hab mir die Boutis ausgebreitet auf den Wohnzimmertisch gelegt und dann eben passende Stoffstücke abgeschnitten und erstmal mit Stecknadeln fixiert. Ja, und dann war das fast schon wie malen nach zahlen. Erst den Flicken feststeppen - und dann bin ich nochmals die Steppnähte mit Nadel und Faden "nachgegangen"..............
.......das liest sich jetzt hier so putzig - aber es war wirklich eine Heidenarbeit. Zumal man wirklich irgendwann das Gefühl hat: die Decke wird immer größer, die Decke wird immer dicker und die zu zu steppenden Flicken immer mehr. Aber irgendwann ist das Werk vollbracht - und ja, ich hab mich diebisch gefreut, als das Prachstück dann fertig war. Erst dann kam sie in die Waschmaschine. Und heutzutage erstrahlt sie "im neuen Glanz"...........
......Und so hab ich mich vor ein paar Tagen an die 2. defekte Boutis gewagt. Und bei ihr hab ich dann gesehen: der jetzt defekte Stoff war schon ein Stoff, der mal "neu" aufgesteppt worden war - ja, früher hat man wirklich alles nochmals repariert. Das gibt einem auch eine Vorstellung davon, wie wertvoll diese Decken schon damals für die Menschen gewesen sein müssen. ..........
.........Für diese Decke nun hab ich verschiedene alte Stoffe zur Ausbesserung verwendet. Damit eben später der Eindruck dann entsteht, dass sie häufiger mal repariert worden ist..............
.............der mehrfarbige Stoff ist tatsächlich noch von einer Boutis, die ich leider nicht mehr retten konnte. Aber den Stoff, ein schöner alter Leinenstoff, den konnte ich retten ............
..............und nun kommt er auf dieser Boutis zu "neuen Ehren". Und so stichele ich derzeit Abend für Abend an der alten Steppdecke und hab wieder das Gefühl: sie wird immer größer, die Fingerkuppen schmerzen, aber das Ziel, das hab ich vor Augen! Irgendwann werde ich auch dieses Praachtstück geschafft haben!....................
.........Und geht es Euch auch so?: genießt Ihr es, dass die Tage wieder ganz langsam immer länger werden? Ich geniesse es so sehr! Gut in den Garten darf man derzeit kaum schauen - da sieht es wie jedes Jahr um diese Zeit sehr trostlos aus.................
.......der Boden ist durch Schnee und Regen so aufgeweicht, dass er unter den Schuhen bei jedem Schritt zu federn scheint. Aber den Fellträgern ist das sowas von egal. Die milden Temperaturen erlauben es, dass die Türen tagsüber wieder offen stehen und sie nach Herzenslust zwischen drinnen und draussen pendeln können..............
..........Nur die Seven macht uns großen Kummer: Es hat sich herausgestellt, dass sie durch eine vorherige falsche Medikation in Griechenland eine latente Epilepsie davon getragen hat. Es hat sie voll erwischt. Und die Medikamente, die jetzt die Epilptischen Anfälle unterdrücken sollen, schlagen nicht richtig an - auch wenn sie auf ärztliches Anraten immer weiter hochgeschraubt werden. Immer wieder erfolgen epileptische Anfälle - nicht nur für sie ein Albtraum - auch für uns. Erst recht, wenn ich mit ihr alleine zuhause bin - das sind Erlebnisse, die wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht. Und ihr würde ich diese Anfälle so gerne abnehmen. Ihr irgendwie helfen und stehe doch oft so hilflos daneben. Natürlich stehe ich nicht daneben. Ich versuche sie zu halten, dass sie sich den Kopf nicht blutig schlägt, hoffe, dass sie sich nicht selbst verletzt. Und es ist auch kein Auslöser zu erkennen. Diese vermalledeiten Anfälle kommen aus heiterem Himmel - auch wenn alles ruhig um sie ist. Kein Streßfaktor zu erkennen ist. Und wir haben auch ein Notfallmedikament. Aber, wenn der Hund so krampft, zuckt und um sich schlägt, da dieses Medikament einzuführen - unbeschreiblich. Ich schreibe mir das hier einfach mal von der Seele - und, weil so viele von Euch immer wieder nach ihr fragen. Es geht mir nicht um Ratschläge. Die Ratschläge, die wir in den letzten Wochen erhalten haben, reichen, um einen Psyrembel damit zu füllen. Ja, wir haben sie genommen, weil wir dachten, wir tun ihr was Gutes - und im Moment? - ich weiß nicht, ob wir ihr da so Gutes tun. Sie zeigt noch immer keine Gefühlsregungen. Ausser Panik, wenn sie sich erschreckt oder wenn es irgendwo was Essbares gibt. Ruft man sie, kommt sie irgendwann angetrottet, denn die Koordination fällt ihr noch immer sehr schwer, aber wohl eher, weil die anderen Fellträger dann zu mir gelaufen kommen.................
....... - Eure (im Moment sehr traurige) Jacqueline