Samstag, 17. Dezember 2016

Die Krone der Nachbarin und das ist ihr Ursprung..........................

Diesmal wird es ein eher "märchenhafter" Post - in mehrfacher Hinsicht! Es geht um eine geschenkte Krone und um verschiedene alte Figuren / Puppen etc., die ich über Jahre schon sammle / gesammelt hab,weil mich interessiert hat, was sich dahinter für eine Geschichte "versteckt", ...................



............Vor ein paar Jahren hab ich dieses "Bornkindel" / Lichterkind / Lichterpuppe / Lichterengel  gefunden. Meines scheint aber tatsächlich ein "Kindel" zu sein, weil es keine Flügel wie ein Engel hat. Wie ich herausgefunden hab, gibt es sie bereits seit einigen Jahrhunderten und sie sind "kirchlichen Ursprungs". Sie versinnbildlichen das Jesuskind, wurden auf den Ältären vor allem im Thüringischen zur Weihnachtszeit aufgestellt und an "Hohenneujahr" / nach dem 6. Januar dann wieder abgeräumt und bis zu nächsten Jahr weggestellt. Manchmal kann man Bornkindel auch als "Lichterengel" aufrecht stehend finden - dann eben auch aus dem Thüringischen, wo die Spielzeug- und Weihnachtsschmuck-Produktion eine lange Tradition hat. Tradiotionell wurde früher dort Spielzeug und Weihnachtsschmuck in den kalten Monaten hergetellt, wenn die Arbeit auf den Feldern unmöglich war. So hatten die Bauern auch im Winter ein zusätzliches kleines Einkommen ...............
 

............Und dieses / mein Bornkindel hatte / hat ursprünglich eine spitze Mütze aufgehabt (die liegt jetzt im Schrank, sie ist einfach nicht schön!). Vor ein paar Tagen klingelte es bei uns und eine alte Nachbarin stand vor der Tür. In der Hand hatte sie einen alten Karton. Da hab ich nicht schlecht gestaunt! - ich hatte sie schon ein paarmal am Bäckerwagen im Dorf gesehen (ja, sowas gibt es bei uns hier noch) und sie hatte gehört, dass ich alten Weihnachtsschmuck sammle - als ein wenig "verrückt" gelten wir hier im Dorf ja ohnehin. Auf jeden Fall, sie meinte: ich hab hier was für Sie, bei Ihnen ist es wohl besser aufgehoben als bei uns - kommt eh später nur weg. Im Karton lag einiger alter Baumschmuck und eine kleine Krone aus Tinsel-Draht. ....................
 

..............ich bin selten sprachlos - aber diesmal war ich es wirklich - war so gerührt! Da vertraute mir jemand seine alten Erbstücke an, weil er bzw. sie Angst hatte, dass es später mal im Müll landen würde. Und flugs hab ich den Held ins kleine Haus geschickt. Dort stand das alte "Bornkindel" noch vom letzten Jahr im Schrank (mit der spuckehäßlichen Mütze). Ich wollte probieren, ob die keine Krone passen würde - und? SIE PASSTE! .................
 

............und so bekam das Bornkinnel, wie es auch genannt wird, mit "neuer" Krone in diesem Jahr seinen Ehrenplatz auf dem Ladenregal..................



........auch ansonsten wurde im Wohnzimmer etwas geräumt: Die alten gesammelten Baumspitzen, die ursprünglich auf dem Fernsehschrank dekoriert gewesen sind, bekamen ebenfalls einen neuen Platz - ein Teil liegt nun vor dem Spiegel in einer Terrine..................
 

........hoch genug, dass die Fellträger sie nicht herunterwedeln können...................



........aber, was sollte mit dem Rest passieren? Wegräumen? - nein, das wollte ich auf keinen Fall, wo man sie doch eh nur für kurze Zeit im Jahr überhaupt hervorholt. Und da erinnerte ich mich an meine Deko von vor ein paar Jahren. Wer mag, schaut gerne     HIER       -  aber die gleiche Idee wollte ich nicht. Also kamen sie diesmal unter die alte Glocke..............
 

.......so kann man sie auch viel besser betrachten, als auf dem Schrank!..............



.........Den Platz auf dem Schrank brauchte ich ja für zwei andere "Gesellen",................
 

................. die der Held gleich mit aus dem kleinen Haus gebracht hatte: einen weiteren alten "Väterchen Frost" und seine Enkelin, die "Schneeprinzessin"...........
 

........und nach meinem letzten Post über die Vitrine, wollte ich es ja auch genauer wissen, was es mit Väterchen Frost und der "Eisprinzessin", wie ich die Puppe immer genannt hatte, auf sich hat.............



........allzu viel hab ich nicht im Netz über die Beiden gefunden. An sich soll der Väterchen Frost (der russische / baltische "Kumpel" zu Weihnachtsmann und Nikolaus) eine Jahrhunderte alte Tradition haben und soll der Legende seit je her im sibirischen Gebiet wohnen. Bei der Eisprinzessin gibt es verschiedene Varianten. Die meisten Erkärungen, die ich gefunden hab, klingen etwa so: ein Ehepaar hat sich ein Kind gewünscht und aus einem Klumpen Schnee formte sich ein Mädchen, dass eben dann das Schneemädchen war und vom Ehepaar adoptiert wurde. Es gibt auch von Tschaikowski ein Stück über das Schneemädchen und auch verschiedene Märchenfilme wurden über sie schon gedreht. In Russland heißt sie übrigens Snegurotschka oder auch Snegurka für Schneemädchen oder Schneeflöckchen.........
 

................ Väterchen Frost brachte schon immer zum russischen Neujahrsfest die Geschenke für die Kinder - Naschereien, Obst, kleines Spielzeug, etc. (je nach Geldbörse der Eltern) - ähnlich wie bei uns das Christkind und der Weihnachtsmann. Diese Tradition geht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als der Zar damals vorschrieb, dass Neujahr aus dem September in die Winterzeit verlegt werden sollte. Später, nach der Russischen Revolution wurden solche bougoirsen Bräuche erst verboten, der Kalender wurde auch etwas verschoben. Erst in den 40erJahren des letzten Jahrhunderts durften die Menschen wieder offiziell ihr "Jolka"-Fest am Jahreswechsel 31.12./01.01. feiern. Heutzutage kommt Väterchen Frost mit dem Schneemädchen, das oft auch als Enkelin von ihm bezeichnet wurde / wird, als Gehilfin beim Geschenke verteilen am Abend vor Neujahr. Sie verteilen die Geschenke, es wird lecker und reichhaltig gegessen und danach machen die Menschen einen Spaziergang durch ihre Städte und bewundern die aufgestellten Neujahrsbäume - wie wir die Weihnachtsbäume kennen. Das war jetzt der "Schnellabriss" bzw. Zusammenfassung aus dem, was ich im Netz über die beiden gefunden hab...................


......Ich finde es spannend, wie unterschiedlich die Bräuche in den verschiedenen Ländern sind - und doch ähneln sie sich auch sehr. Vor allem, was wären wir ohne unsere Feste, Bräuche und Rituale? Ich denke, da würde in jeder Kultur ein großes Stück Geborgenheit und Zusammengehörigkeitsgefühl fehlen! Und wie ich es bereits oben geschrieben hab, viele Feste ähneln sich über alle Kulturen hinweg - sie heissen dann einfach nur anders. Ich wünsche Euch für morgen einen friedlichen 4. Advent, Eure Jacqueline

Kommentare:

  1. Jacqui, bei Dir ist ja wirklich Märchenzeit, wie schöööön, ach, das Kind in uns braucht das doch gerade jetzt so. Bis Weihnachten die goldene Kinderzeit, ja, das ist sooo kuschelig und ein Kraftquell.
    Und dass das Krönlein passte, das sollte wohl wirklich genauso sein.
    Das fetzige Collier an der Schneiderpuppe indes, WOW, warum gibt es nicht solchen Schmuck???? Wie gelungen das ist, das ist traumhaft (da gefällt mir sogar die Schneiderpuppe, denn bei SOLCHEN hat sie ja ihren Zweck - mal neudeutsch, für´s Design ;) In den Ateliers der Schneider früher muss das toll ausgesehen haben...
    Wenn man guckt, wie doof und phantasielos die Frauen derzeit herumlaufen und wie sie sich noch vor Generationen Mühe gaben... Dann tut solches zu sehen, richtig gut - und schenkt Ideen...
    Und hoiiiiiiiiiiii, da ist eine SÄULE??? Ja, hab ich gesehen, jaja, mir entgeht nix ;))
    Die ist schöööön. Machste da was Besonderes mit???
    Mit ganz lieben Gruß, Deine ja gaaar nicht neugierige Méa

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    1. Guten Morgen Mea, na, Du bist ja früh auf!
      Die Säule steht da schon seit Monaten - "abgestellt", weiil mir bisher nichts "vernünftiges" eingefallen ist, was ich mit ihr machen kann. und grad in dieser "verlorenen" Ecke einfach so stehend mag ich sie sehr.
      Ich liebe solche "Colliers" an Weihnachten - übers Jahr ist es mir zu viel. Hast Du mal auf HIER weiter oben geklickt - damals hat es mir selbst den Atem verschlagen, wie schön das wirken kann. Da war es noch ein Versuch gewesen.
      Ja, heute ist das Meiste entweder nur praktisch (gab es früher ja auch) oder häufig nur noch "Einheitsbrei".
      ´Macht es Euch heute schön gemütlich, Jacqui

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  2. Many thanks for the explanation of Grandfather Frost and his granddaughter. We never stop learning!!

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  3. Mille Vœux de bonheur pour cette Nouvelle Année 2017, qu'elle t'apporte le Meilleur du Meilleur et bien plus encore.
    Bises. Babette

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  4. Mille Vœux de bonheur pour cette Nouvelle Année 2017, qu'elle t'apporte le Meilleur du Meilleur et bien plus encore.
    Bises. Babette

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