Freitag, 22. Mai 2020

FRIEDA




genau ein Jahr warst Du bei uns - am 13.05. kamst Du nach 49 Stunden auf dem Transporter aus Bosnien in Postdam an........
 

....... nur Haut und Fell ........

 

.......ich hab noch nie vorher einen Hund so lange pullern sehen............... Den Helden hast Du sofort verbellt. Und auch später war der Held nur Luft für Dich (ausser, er hat hat Futter verteilt). Da hast Du bis zum Schluss Charakter gezeigt. Ich hatte Dich im Frühjahr gesehen und Du hast Dich mit deinen schwarzen Augen und großen Ohren sofort in mein Herz gebrannt. Die Ähnlichkeit zu Usca war beängstigend - selbst ihre Lieblingsplätze mochtest Du. Ich hab immer zum Held gesagt: Dich hat Usca zu unsgeschickt...........

 

...... Es war klar, dass Deine Nieren nicht in Ordnung sind. Dann kamst Du an und wir Zwei hatten sofort einen "Draht" zueinander. Du wurdest mein Schatten, wie die anderen Schäferdamen auch. Du warst die ruhige Fraktion. Ja, Du konntest Dich mächtig aufregen, wenn Yildiz und Jorgos zu schlimm tobten. Aber ansonsten warst Du glücklich,wenn Du in meiner Nähe sein konntest. War ich nicht da,bist Du im Hof gekreist. Wenn Du Dich auf Dein Lager gelegt hast, hast Du immer einen erleichterten Schnaufer gelassen. Hab ich abends nach Dir geschaut, dann lagst Du neben meinem Bett. Hab ich Vila gerufen,dann kamst Du auch gleich mit an. ............Als Du ankamst, da wußten wir nichtmal, ob Du die erste Woche überstehst. Du hast immer weiter abgebaut. Anämie, die Bauchspeicheldrüse tanzte Polka, die Nieren waren im Keller und so ziemlich jede MM-Krankheit war Deine. Die Ärzte in der Klinik machten uns nicht viel Hoffnung. Du hast ausgesehen, wie ein verhungerter Schrubber.......

 

.......... Gefunden hatte man Dich in Bosnien in einer Kälberbuchte - niemand wusste, wieviele Welpen Du schon geboren hattest. Du hattest alte unbehandelte Beckenbrüche, darum war Dein Gang aus so einzigartig. Du warst für die Klinik ein medizinisches Wunder, dass Du überhaupt noch am Leben warst. Und Du hast Dich ins Leben zurückgekämpft. Die Leishmaniose ging gegen null. Babibiiose und Erlichioslose waren besiegt. Die Nierenwerte zumindest mal ok. Wir haben für Dich eine besondere Diät zusammengestellt - teilweise gegen das, was medizinisch angesagt war und es hat Dir geholfen. Wenn Du medikamente nehmen musstest, dann haben alle drauf geachtet, dass die Nieren geschont wurden. Du warst die Tante der Welpen - erst Josef - später Vila. ..... Du hast den Helden mehr oder weniger ignoriert......da warst Du sehr konsequent. Überhaupt konntest Du mit Männern nicht viel anfangen...... und in den letzten Wochen waren die Treppen bereits ein Krampf für Dich - aber Du wolltest in meiner Nähe sein. Nichts konnte Dich davon abhalten auch keine 13 Stufen......Du hast es gehaßt, fotografiert zu werden. Du konnstest der früöhlichste Fellträger sein, wenn ich die Kamera auf Dich gerichtet hab, sahst Du aus, wie das Leiden Christi ....... Und vor 2 Tagen dann wolltest Du nicht mehr in den Garten. Es wurde klar, die Nieren haben den Geist aufgegeben und ein "Schlaganfall" ( Viestibularsyndrom) kam dazu........ es war Zeit, Dich gehen zu lassen - Du warst der erste Fellträger bei uns,wo ich mir die eine Nacht und den einen Tag noch gestohlen hab. Es kam so plötzlich. Niemand hat damit gerechnet. Und nein - ich wollte Dich nicht gehen lassen, ich war feige.............. Ich,die immer gesagt hat, dass es der letzte "Dienst" ist, den wir Menschen Euch Fellträgern geben können. Ich habe versagt - hab mir diese 24 Stunden "geklaut". Vorhin dann hast Du die Augen zugemacht und bist nun auf dem Weg zu Usca und all den anderen Fellträgern.......... Ich weiß, wir sehen uns wieder. Und ich weiß, Du paßt mit den anderen Fellträgern zusammen auf uns auf. Ich weiß, es ging nicht mehr anders und trotzdem reisst es das Herz raus. Es tut so scheisse weh..............

 

Kommentare:

  1. ach liebe Jaqui - es tut mir so unendlich leid - bei mir laufen die Tränen - wie immer, wenn ich deine zu Herzen gehenden Berichte lese - ich drücke dich aus der Ferne - ich wünsche Frieda, dass sie mit den anderen Hunden zusammen sein kann - glücklich - und wer weiß... vielleicht sieht man sich wieder - alles alles Liebe für dich - Ruth.

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  2. Fühl dich virtuell umarmt.
    Frieda geht es nun gut, wo sie jetzt ist.
    LG von TAC

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  3. Das tut mir furchtbar leid. Ich habe schreckliche Angst vor diesem Tag und hoffe, dass ich es schaffe sie dann gehen zu lassen.
    Fühl Dich ganz doll gedrückt.

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  4. Sie hat erfahren können, was ein Leben ist, das den Namen verdient. Sie war geliebt. Jacqui, wir müssen nicht fehlerfrei sein - aber aufhören zu kämpfen dürfen wir nicht. Und das hast Du nicht, mach´ Dir keine Vorwürfe.
    Du hast ein kleines Wunder bewirkt auf dieser Erde.
    Lass Dich ganz lieb drücken, Deine Méa

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  5. MEI des tuat mir so leid,,,, ihr habt für sie so vuiiii getan,,,,

    sie wird immer bei euch sein,,,,,drück di aus der FERNE,,,
    bussale bis bald de BIRGIT

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  6. Liebe Jacqueline, ich wünsche dir viel Kraft in dieser schweren Zeit und dass du immer voller Freude und Liebe an die alte Frieda denken wirst.
    Liebe Grüße Daniela

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  7. Ach Jacqui- das tut mir so endlos leid für euch! Und doch soll und muss es dir ein Trost sein, dass du ihr in der kurzen Zeit, die ihr noch bei euch vergönnt war, so viel mehr gegeben hast, als es ihr ganzes vorheriges Leben wohl der Fall war. Mach dir keine Vorwürfe- Loslassen ist so unendlich schwer- ich verstehe so gut, dass du noch ein kleines bisschen Zeit mit ihr verbringen wolltest! Wir haben ja auch gerade unglaublich viele schlaflose Nächte hinter uns, geprägt von Sorgen und den Gedanken an eine Zukunft ohne Johnny. Wer Tiere seine Freunde nennt weiss, was es bedeutet, auf das Schlimmste gefasst zu sein oder es gar erleben zu müssen.....
    Ich wünsche dir, dass deine Trauer immer mehr von schönen Erinnerungen verdrängt wird. Die andern Fellchen werden dir dabei behilflich sein.
    Ganz herzliche Grüsse!

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  8. I am so very sorry to hear about your beautiful Frieda. My heart, thoughts and prayers are with you. You gave her a home and so much love and you made her happy.
    Many hugs.
    Karen B.

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  9. Manchmal kann ich nicht sofort kommentieren, da die eigene Trauer bei Deinen Zeilen um Friedas Abschied in mir hochkommt. Nein, kein geliebtes Haustier, sondern meine Herzenschwester, meine Tante Hilde starb im Februar. Im April mein Onkel Franz. Nun lebt keines der vier Geschwister meiner Mutter mehr. Alles hat seine Zeit. Ich konnte Hildi noch neun Tage vor ihrem Tod in Bayern besuchen. Ein Abschied am Grab war uns verwehrt, die Grenzen geschlossen. Ich bin dankbar, daß Du Dir noch die letzten Stunden mit Frieda "stehlen" konntest. Diese Zeit ist unwiederbringbar.
    Die Eva aus Österreich

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