Dienstag, 28. Februar 2017

Erinnerungen...........

Letzte Woche war meine Schwester bei uns zu Besuch - wir sehen uns nicht allzu oft. Beide arbeiten wir viel, haben unsere Familien und Interessen, wohnen an unterschiedlichen Orten in Deutschland - Fahrtzeit locker mal 4 Stunden, wenn wir uns besuchen wollen. Sie ist zudem auch noch viel in der Welt unterwegs - also 2 völlig unterschiedliche Lebenswege. Naja, wie das so ist, wir nehmen es uns oft vor, uns zu treffen, aber ausserhalb von Famlienfeiern klappt das eher selten. Umso kostbarer waren die gemeinsamen Stunden in der letzten Woche! Und natürlich werden da nicht nur die neuesten Ereignisse, Familientratsch- und Klatsch ausgetauscht, sondern irgendwann "landet" man dann auch bei den Kindheitserinnerungen. ...............



........weißt Du noch, kannst Du Dich noch erinnern, weißt Du, was aus dem und dem geworden ist, kannst Du Dich noch erinnern, wie wir da und da waren, usw., usw., ........



...............und so unterschiedlich auch unsere Lebenswege sind - so sehr verbindet uns doch so einiges (ausser natürlich, dass wir Schwestern sind). Wir beide lieben Tiere über alles - unser ganzes Leben haben uns Tiere begleitet. In der Kindheit haben wir Hunde, Katzen, Vögel in der Familie gehabt, jeden Urlaub haben wir auf dem Bauernhof verbracht. Wenn man uns gesucht hat, waren wir entweder im Stall oder auf den Wiesen bei den Tieren - wir haben jeden Abend gestunken wie die Eber und waren glücklich. Glücklich, dass wir mit den Tieren zusammensein konnten. Keine Arbeit war uns zu dreckig oder zu anstrengend. So manche Mistgabel war größer als wir selbst, auf den Traktor mussten wir raufeghoben werden. Wir haben erlebt, wie mitten in der Nacht Kälbchen auf die Welt kamen, wie im Heu Katzenbabys geboren wurden, haben kleine neugeborene Ferkelchen beiseite gesetzt, damit die Muttersau sie nicht beim Ferkeln erdrückt, haben die frischgelegten Eier in den entlegensten Winkeln der Höfe gesucht, sind auf den Arbeitspferden der Bauern abends zum See geritten. Wir haben in der Stadt gewohnt - trotzdem waren wir jeden Tag draussen, bei Wind und Wetter waren wir mit den Hunden unterwegs. GROSSE Hunde - ich war grad mal 10 Jahre alt und bin täglich mit einer Boxerhündin spazieren gegangen, bin mit der Schäferhündin unserer Großeltern durch den Tegeler Forst gelaufen. Wir haben jeden flügellahmen Vogel zum Tierarzt getragen, haben versucht, ein verletztes Kaninchen Zuhause gesund zu pflegen................



........später dann, als ich bereits ausgezogen war, hatte meine Schwester selbst ein Kaninchen - Besuche bei meinen Eltern wurden schwierig, denn ich reagierte hochgradig allergisch auf das Tier. Aber deswegen das Kaninchen wegzugeben, wäre niemandem in der Familie in den Sinn gekommen. Das Kaninchen wurde dann eben so lange ausquartiert, wenn ich kam. Besonders glücklich war meine Schwester darüber natürlich nicht!...........
 

.........ja, das sind unsere gemeinsamen Kindheitserinnerungen und heute sind wir so froh darüber. Können sagen: auch unsere Welt war nicht immer heile eitel Sonnenschein, aber wir hatten eine Kindheit, wo wir noch Kinder sein durften. Und nein, wir sind nicht im Luxus aufgewachsen, aber hatten immer alles, was wir uns wünschten - das gab es dann zum Geburtstag oder zu Weihnachten.  Da hat sie dann gleich an Heiligabend meinen heißersehnten Kassettenrekorder "gekrönt" - ich war untröstlich traurig darüber, denn 6 Wochen auf die REparatur zu warten, ist für ein Kind schon recht hart. Oder umgekehrt: ich bekam ein neues Fahrrad und sie muste erstmal mit meinem alten mir zu klein gewordenen Fahrrqad vorlieb nehmen. Unsere Mutter hat uns erbittert verteidigt beim Parkwächter (sowas gab es damals noch! Der schloss abends um sechs den Park noch ab!), als wir auf der Wiese spielen wollten (ok, und Blumen (Gänsblümchen) gepflückt haben) - das war damals noch strengstenst untersagt! Heutzutage hat jeder Winz-Park eine eigene Liegewiese......
 

.......und damals war uns beiden schon klar: Wenn wir mal groß sind, dann haben wir ganz viele Tiere! Sie hat heute ihr Dressurpferd, dass sie umhegt und pflegt und bei ihm ist, sooft sie nur kann. Das mit immerhin inzwischen 22 Jahren noch topfit ist. Einen Hund hat sie leider nicht, denn dafür ist sie zuviel unterwegs. Hat sie "Hundenot", dann kommt sie zu uns!..............



................ja, und ich hatte auch nach meinem Auszug bei unseren Eltern immer Hunde und / oder Katzen - meine Kinder sollten genau wie ich mit Tieren aufwachsen! Und vor kurzem kam mir wieder ein Buch in den Sinn, dass mich als Kind sehr geprägt hat - das ich zigmal gelesen hab, weil darin eine Frau beschrieben war, die genau so gelebt hat, wie ich immer leben wollte - und heute lebe ich genau so! ALLE MEINE TIERE ist der Titel - ich kann mich noch gut an den Schutzumschlag erinnern: er war weiß meit einem Foto einer jungen Frau mit einem Schimmel am Zügel. Es handelt davon, wie sie aufs Land zieht und immer mehr Tiere auf ihren Hof kommen. Leider ist das Buch verloren gegangen - was würde ich drum geben, dieses Buch heute wieder in den Händen zu halten.......... Dafür hab ich einen anderen Schatz, der mich seit meiner Kindheit begleitet und zum Glück nicht verlorengegangen ist!.................



...............dieses Hasenbild hat ein Urgroßonkel von mir gemalt im Januar 1918. In der Familie meines Vaters hieß es immer, er wäre ein begnadeter Zeichner / Maler gewesen und hat das Bild im Schützengraben gemalt - es sollte die Hasen bei ihm Zuhause darstellen - er hatte sie aus der Erinnerung gezeichnet.............
 

................ Und solange wir klein waren, hing dieses Hasenbild bei meinen Großeltern auf dem Plumsklo im Gartenhaus. Man musste Sommer wie Winter, egal bei welchem Wetter und zu welcher Tageszeit über den Innenhof laufen, um naja, usw.........Ein Ort, da schüttelt es mich heute noch, wenn ich dran denke. Der Platz für ein "ordentliches Bad" war damals im Haus meiner Großeltern einfach nicht vorhanden gewesen - das kam erst viel später dann. Ursprünglich hatte das Bild einen braunen Naturholzrahmen. Vor etwa 20 Jahren bei Umbauarbeiten sollte es entsorgt werden, ich bekam es mit und hab das Bild behalten. Ich hab es damals gesäubert und den Rahmen "gülden" gestrichen - damals stand ich auf "gülden". So sah es dann aus........................


......vor ein paar Wochen dann hab ich es wieder hervorgeholt und den Rahmen neu patiniert - ich wollte das Bild einfach nicht vom Rahmen trennen...........
 

.........es ist in den vergangenen knapp 100 Jahren leicht vergilbt - aber ansonsten noch hervorragend erhalten............



.......Ja, und wie krieg ich nun die Überleitung?.............die Nanni ist noch da - der Umzug in ihre neue Familie hat leider nicht geklappt, da der neuen Familie 3 Stunden vor dem verabredeten Termin ein paar Fragen einfielen, die wir schlichtweg nicht beantworten konnten bzw. die sehr vorgeschoben geklungen haben. So kann man sich täuschen............


....Also suchen wir weiter für sie nach einer "Für-immer-Familie" - irgendwo wird sie schon sein, diese Familie oder der einzelne Mensch, der genau zu Nanni paßt und zu dem / denen eben auch die Nanni dann paßt. Was wir letztes Jahr für Ludwig und vor ein paar Tagen für ihre Schwester Hanni geschafft haben, werden wir auch für diese Zuckermaus schaffen...............
 

......und der kleine "Mini-Willi" erholt sich weiterhin gut! - UND eine der Schwestern in der Tierklinik hat sich unsterblich in ihn verliebt - mal schauen, was das noch wird...............



.......- Eue Jacqueline

Kommentare:

  1. Meine Liebe, seit Wochen verfolge ich deine Beiträge auf FB und ich bin voller Bewunderung für dich ...als Mensch...als Hundebesitzerin als Engel und nun auch als Bloggerin.
    Ich kenne dich nicht, und doch hab ich das Gefühl, als würden wir uns schon lange kennen.
    Wie schön, diesen Post lesen zu dürfen.
    Danke für diese wundervolle Geschichte, die etwas Zauberhaftes an sich hat.
    Ich bin mir sicher Hanni findet ihren Herzensmenschen. Und auch der kleine Mimi- Willi.
    Vielleicht hat er ihn (sie) ja sogar schon. ach das wäre schön.
    Ich denke viel an euch und eure Fellnasen...drücke euch die Daumen, dass alles gut läuft, erzähle Freunden eure Geschichte, und ...ja es ist einach wundervoll...wie wir alle hier euch bewundern.
    Herzensgrüße aus Österreich. Barbara

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    1. Wir wollen garnicht bewundert werden - ich denke, jeder macht das, was er kann. Egal, ob für Menschen oder Tiere - man muss nur finden, was seine "Passion" ist. Der REst ergibt sich dann von alleine.
      Trotzdem bin ich glücklich, wenn wir Menschen "mitreissen" können!

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  2. Liebe Jacqui, das ist ja ein Ding mit den "neuen Hundibesitzern". Doch dem kleinen Spatz scheint das seeeehr recht zu sein, fühlt sie sich doch augenscheinlich bei euch so richtig wohl.
    Das waren einfach nicht die Richtigen. Gut, dass es vorher rauskam.
    Und Du, Du weißt ja, ich HASSE mittlerweile Ostergedönz, doch so, wie Du das präsentierst (und das ist bei Dir mitnichten Gedönz, sondern solch schöne Teile), da gefällt mir das sehr! Das 5. Bild vor allem. Und das mystische Hasenbild. Aber auch das vom Onkel, das ist wirklich sehr künstlerisch - und Hasen aus der Erinnerung malen, boaahhh, und dann noch so. Im Goldirahmen krottig, nach dem Patinieren im rechten Rahmen. Ich mache das ja auch immer. Ein bisschen Goldi ja, doch zu viel, wird´s mir zu tantig.
    Ach ja, TANTIG, das isses, die meiste Osterdeko ist tantig. Nun, Deine nicht, die ist Dir regelrecht mystisch und natürlich gelungen - und sonst moser ich da immer rum. Das passt so schön zu den Zyklen der Natur, der Fruchtbarkeit, die nun kommt.
    Ich versuche nun, etwas zu finden, was März für mich ausmacht, Tag- und Nachtgleiche zum Beispiel. Das ist sooo schwer, ich krieg das noch gar nicht hin, bin noch im Februarmodus...
    Mal sehen...
    So, nu aber, ich kau Dir sonst noch ein Ohr ab, alles Liebe euch, Deine Méa

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    1. der Begriff "Tantig", der ist so passend und den werde ich mir merken!
      Und ja, das Gold ging garnicht mehr............
      Ich bin gespannt, wie Du den März leben wirst!

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  3. Was für eine zauberhafte Geschichte, ich war richtig gefesselt beim lesen. Konnte eintauchen in vergangene Zeiten und hab mich an meine Kindheit erinnert. Ohne Schwester zwar, aber in vielem erkenne ich mich wieder. Das Bild Deines Urgroßonkels ist wunderschön. Was für ein Glück, dass Du es retten konntest. In meiner Familie ist fast alles damals bei der Flucht 1945 verloren gegangen, solche Erbstücke gibt es also nicht.

    Die Hundis sind zum dahinschmelzen. Wie die gucken, besonders die kleinen ! Manche Menschen sind wirklich seltsam. Aber vielleicht gut, dass sie vor der Übergabe kalte Füße bekommen haben und nicht danach. Ich hoffe, Ihr finden ein gutes Zuhause.

    Liebe Grüße
    Birgit

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    1. das Bild ist tatsächlich eines der ganz wenigen Stücke, die überhaupt erhalten sind - ich hab noch 2 Bilder (Fotos) und einen Klavierhocker - mehr ist leider auch bei uns in der Familie nicht übrig geblieben...........

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  4. Wieder so schön geschrieben! Ich habe euch Schwestern förmlich als Kinder "kichern " hören. Und das Bild deines Onkels ist wunderschön!
    Hanni findet ganz sicher ihre Familie! Aber ärgern tut es einen doch, wenn Leute so b... sind! Alles Gute weiterhin für Mini-Willi, auch er bekommt ein wunderbares Zuhause, der tapfere kleine Kerl!
    LG Hanne

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    1. ja, mit etwas GEduld wird das klappen, da bin ich ganz sicher!

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  5. Also ganz net die geschichte, am bauernhof, so habe ich es auch erlebte bei meiner grosmutter in Tirol im sommer!!!gute errinnerungen, und was sie alles fuer die tieren machen da bleibe ich ohne wort, bravo ich lese auf FB alle post ich hoffe Nanni und Mini Willi finden eine familie schone grusse aus Normandie Alexandra

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    1. Oh, in Tirol waren wir als Kinder auch oft in den Ferien - ich kann mich gut an Ausflüge auf Almen erinnern, das Läuten der Kuhglocken und das Federbüschel-Gras, wenn es im Wind getanzt hat.

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  6. Liebe Jacqueline, wieder ein sehr schöner Bericht mit Deinen Kindheitserlebnissen, wir haben ihn mit Freude gelesen! Besonders das Hasenbild, von Deinem Urgrossvater unter extremen Bedingungen im Schützengraben gemalt, hat unsere Aufmerksamkeit gefunden! Es erinnert an Dürer!
    Haben wir eventuell gemeinsame Vorfahren? Habe ich die Signatur mit "R.Klimek" richtig erkannt?
    Dies ist auch der Name unserer Familie!
    Mit Spannung erwarten wir nun Deinen neuen Bericht!
    Raphaele und Bernd Klimek mit Dackel Fiete aus Lübeck

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    1. Hallo Bernd - ich wollte Dir schonmal schreiben - gerade, weil mir Dein Nachname aufgefallen ist und auch, weil Du so herzlich kommentiert hattest. Hat aber über Google leider nicht geklappt. Wenn Du magst, schreib mir über zuluberlin@gmx.de
      Es kann gut sein, wobei der Name Klimek garnicht so selten ist. Soweit ich weiß, ist der Name polnischen Ursprungs.
      Und ja, es stimmt, das Bild wurde von R.Klimek gemalt - es ist mein Geburtsname - die Familie meines Vaters.

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  7. und wieder mal eine soooo schöne, so bewegende geschichte von dir. vielen dank! wenn wir nicht schon drei hundis hätten... nein, wir wohnen ja in irland. da hat man es nicht leid mit hunden und hundehassenden nachbarn...

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  8. Kindheitserinnerungen... wunderschönes Thema und wunderschöner Post! Da kommt mir ebenfalls ganz viel in den Sinn, Gutes in erster Linie, aber auch einiges nachdenklich Stimmende. Was bei dir Hunde sind, sind bei mir auch Fellträger, aber deutlich anderer Art: Katzen. Da habe ich auch schon so einige an neue Familien vermittelt und geprüft, ob´s auch gut so war. Nanni hat vielleicht das Glück, dass die Leute es vorher bedacht haben, dass sie sie lieber doch nicht wollen. Sie in einem ungeliebten Heim zu wissen, wäre absolut schlimm. Noch hat sie alle Chancen der Welt!
    Liebe Grüße von mir!
    Solveig

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  9. Hallo Prinzessin,
    Ja DAS sind echte Dürerhasen, wirklich wunderschön gezeichnet.
    Ich habe viele Bilder mit dem Fotokopierer "gerettet".
    Das "Alle meine Tiere" Buch kenne ich aus der gleichnamigen Serie.
    https://www.fernsehserien.de/alle-meine-tiere
    Vielleicht meinst Du auch ein anderes Buch.
    Viele Bücher sind antiquarisch erhältlich.
    Viel Glück!
    Conny

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  10. So stimmige Aufnahmen, so ein wunderbares, fein gezeichnetes Hasenbild, so treue Hundeaugen! Und ich beneide Dich ein wenig um Deine Schwester. Hätte früher auch immer gerne eine gehabt.Klein Willi ist auf dem Weg der Besserung? Hanni soll sich nicht kränken, wird bald alles gut und bei Dir ist sie in sicheren Händen, bis es eben soweit ist. Du hattest eine schöne Kindheit! Ein Segen! Ich wünsch Euch Frühlingssonne.
    Eva aus Österreich

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